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Ostholstein Integrationsarbeit läuft in Ratekau Hand in Hand
Lokales Ostholstein Integrationsarbeit läuft in Ratekau Hand in Hand
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18:15 26.10.2018
Die Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn (SPD, Mitte beige Jacke) informierte sich über die Integrationsarbeit mit Geflüchteten in der Gemeinde Ratekau. Neben der Gemeinde und dem Internationalen Bund kümmern sich rund 40 Ehrenamtler um das Wohl der Neubürger. Quelle: Sebastian Prey
Ratekau

Rund 200 Geflüchtete leben in der Gemeinde Ratekau. Sie kommen überwiegend aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Dass das Zusammenleben besser klappt als anderswo, hat mehrere Gründe. „Bei uns geht es nicht ums vernetzt sein oder um Kooperationen. Wir arbeiten hier Hand in Hand. Es spielt keine Rolle, wer wo arbeitet. Wir sind einfach ein Team“, sagt Patrick Pohle, der für den Internationalen Bund (IB) die Jugendarbeit in Ratekau organisiert. Der IB unterstützt die Gemeinde seit 2016 auch bei der Integrationsarbeit mit Geflüchteten. Zudem gibt es noch Unterstützung von rund 40 Ehrenamtlern . „Wir haben alle das selbe Ziel: das Optimale für die Geflüchteten rausholen“, erklärt Pohle. Das kann Ratekaus Integrationsbeauftragte Elke Mazylis nicht nur bestätigen, sondern auch mit Zahlen belegen. So sind inzwischen 19 Geflüchtete in Vollzeit, elf in Teilzeit, sieben in einer Ausbildung beschäftigt. Zwei Geflüchtete sind dabei, ihren Realschulabschluss zu machen.

Leuchtturm gelungener Integration

„Das ist eine enorme Quote, die weit über dem Bundesdurchschnitt liegt“, lobt die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn bei einem gemeinsamen Besuch mit der ehemaligen Bundestagskollegin und jetzigen IB-Präsidentin Petra Merkel im Familienzentrum in der Rosenstraße. Hagedorn spricht sogar davon, dass sich Ratekau zu einem „Leuchtturm“ gelungener Integration entwickelt hat. „Es wird immer so viel über die Probleme bei der Integration geredet, aber viel zu selten über die vielen positiven Beispiele“, moniert Hagedorn, die an diesem Vormittag auch noch den Syrer Mohammad Lattouf kennenlernt. Der 22-Jährige kam Ende August 2015 nach Deutschland. Er spricht inzwischen perfekt Deutsch und hat sein Abitur mit der Note 1,6 abgeschlossen. „Jetzt bin ich auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz zum Elektrotechniker oder Mechatroniker“, berichtet Lattouf, der inzwischen so gut integriert ist, dass er keine Unterstützung mehr benötigt. „Die Dinge haben sich gedreht. Jetzt hilft er uns als Übersetzer“, erklärt Elke Mazylis.

Wohnraum-Situation bleibt angespannt

Der IB bietet laut Regionalleiter Reiner Christ auch eine Reihe von Veranstaltungen an, um den Geflüchteten das Einleben zu erleichtern und die hiesige Lebensart nebst Regeln zu erklären und näherzubringen. Ob der Größe Ratekaus gehe da keiner verloren. „Hier kennt jeder fast jeden und die Beziehungspunkte erleichtern die Integration“, sagt Christ. Ein Pfund für die Integrationsarbeit in Ratekau sei laut Hagedorn auch das Familienzentrum, das mitten im Ort liegt und Anlaufstelle für viele niedrigschwellige Angebote ist.

Natürlich läuft auch in Ratekau nicht alles optimal. „Die Wohnraum-Situation ist nach wie vor sehr angespannt“, berichtet Bürgervorsteherin Gabriele Spiller. Sie wünscht sich, dass in der Bundespolitik der soziale Wohnungsbau wieder eine größere Rolle spielt. „Wir sind zwar nicht Berlin, Hamburg oder Lübeck. Doch der Wohnraum ist auch bei uns knapp“, so Spiller. Deshalb seien einige Geflüchtete, die natürlich alle auf ihre eigenen vier Wände hoffen, weiterhin in Wohngemeinschaften untergebracht.

Sebastian Prey

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