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Ostholstein Intermar-Versteigerung: Bieter aus Hamburg sprang kurzfristig ab
Lokales Ostholstein Intermar-Versteigerung: Bieter aus Hamburg sprang kurzfristig ab
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23:43 22.08.2016
Vom ehemaligen Glanz ist rein gar nichts geblieben: Das Intermar am Malenter Dieksee macht nichts mehr her. Quelle: sas

Mitte der 1970er-Jahre war es der Stolz der Holsteinischen Schweiz – das direkt am Diekseeufer gelegene Hotel Intermar in Malente. Heute sehen die meisten Einheimischen den schmutzig-grauen Betonriesen als typische Bausünde jener Zeit und würden am liebsten den Abrissbagger schicken. Doch sie werden mit dem Klotz weiter leben müssen. Die gestern beim Eutiner Amtsgericht angesetzte Versteigerung von 25 Teileinheiten geriet zum Desaster: Der angekündigte Bieter aus Hamburg für das besagte Wohnungspaket erschien nicht.

Er hatte das Gericht am Freitag nach Dienstschluss per Fax wissen lassen, dass er am Versteigerungstermin nicht teilnehmen werde. „Sehr bedauerlich“, erklärte Rechtspflegerin Marianne Schnepel, „im Vorfeld haben viele andere Interessenten gedacht, sie kämen mit ihrem Gebot für eine einzelne Wohnung sowieso gar nicht erst zum Zuge.“ Warum Ahmad Djabarri-Hagh aus Hamburg abgesprungen ist, wurde gestern nicht mitgeteilt. Der die Gläubiger vertretende Anwalt Dr. Thomas Peppersack sagte den LN: „Hierzu möchten wir jetzt in der Öffentlichkeit nichts sagen; wir stehen mit dem Investor weiter in Verhandlungen. Welche zivilrechtlichen Folgen das für ihn haben kann, bleibt noch zu prüfen.“

Nur eine einzelne Teilnehmerin am Gerichtstermin sicherte sich den Zugriff auf eine seeseitige Wohnung durch ihr Gebot. Der Zuschlag soll in den nächsten Tagen erfolgen. Ein weiterer Bieter signalisierte Interesse an gleich mehreren Wohnungen, wenn auch nicht am ganzen angebotenen Paket. Doch auf die Schnelle wolle er sich nicht festlegen. Die Gläubiger haben seit gestern nun sechs Monate Zeit, einen weiteren Versteigerungstermin zu beantragen – dann ja vielleicht mit mehr Erfolg. Die unendliche Geschichte um die Zukunft des Intermar geht weiter. Wie sagte einer der zahlreich erschienenen Zuschauer: „Blankensee und Hahn lassen grüßen . . .“

 Eckhard Meier

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