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Ostholstein Interview. „Erhalt der Bäderbahn muss in die Planfeststellung“
Lokales Ostholstein Interview. „Erhalt der Bäderbahn muss in die Planfeststellung“
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20:33 19.01.2016
„Die Haltestelle Neustadt- West ist nur für den Hansa-Park sinnvoll.“ Joachim Langbehn

Joachim Langbehn (WuB), bürgerliches Mitglied im Ausschuss für Bauen, Energie und Umwelt in Timmendorfer Strand, beschäftigt sich seit vier Jahren intensiv mit der Schienenanbindung der Bahn im Zuge der festen Fehmarnbeltquerung. Der 54-Jährige sieht dringenden Handlungsbedarf für Kreis und Kommunen im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens.

LN: Bei den aktuellen Planungen von Land, Kreis und Kommunen taucht kein Bahnhaltepunkt Timmendorfer Strand auf. Wie bewerten Sie dies?

Joachim Langbehn: Im Vorentwurf für die Planfeststellung ist ein Haltepunkt für Timmendorfer Strand an der A 1 vorgesehen.

LN: Dem entgegen steht eine Planung, wonach Timmendorf über die Haltestelle Ratekau versorgt werden soll.

Langbehn: Ob das eine Planung ist, würde ich bezweifeln. Das kann nur eine Überlegung sein. Gerade dieser Punkt ist in der Gemeindevertretung von der Tagesordnung genommen worden, da hier noch Abstimmungsbedarf herrscht. Aus Timmendorfer Sicht ist die Anbindung über Ratekau eine denkbar schlechte Variante, da in der Saison und zu Großveranstaltungen die Landesstraße 181 über Hemmelsdorf oftmals aufgrund von Staus kaum zu befahren ist.

LN: Sie fordern weiter die Bäderbahn?

Langbehn: Einerseits primär die Bäderbahn. Der Ort benötigt dringend eine Anbindung der Bahn. Sollte es nicht gelingen, diese Bäderbahn zu erhalten, wäre die zweitbeste Option eben die Haltestelle bei Groß Timmendorf direkt an der A 1. Dort gibt es keine Staus und sie ist auch ortsnäher.

LN: Was fordern Sie von Kreis und Land?

Langbehn: Wir befinden uns im Augenblick in der Vorbereitung zur Planfeststellung der Hinterlandanbindung. Ich habe ein Konzept ausgearbeitet und Kreis sowie Bahn zugestellt. In diesem ist die Berücksichtigung der Bestandstrasse von zentraler Bedeutung.

LN: Was sind die wichtigsten Punkte Ihres Konzeptes?

Langbehn: Für den Erhalt der Bäderbahn benötigen wir erstens im Bereich Haffkrug: Das Bestandsgleis muss als drittes Gleis direkt neben die Neubaustrecke gelegt werden. Dadurch kann die Trasse mit ihren drei Bahnübergängen im Bereich Haffkrug entfernt werden. Zweitens: In Timmendorfer Strand muss eine Lösung für den Bahnübergang am Schwedenweg gefunden werden. Hier können augenblicklich lange Lkw nicht fahren. Die Lösung könnte eine Unterführung sein, die direkt zur B 76 geführt wird. Drittens: Im Bereich Ratekau muss vom Neubaugleis eine Abzweigung auf die Bestandstrasse gelegt werden. Dies alles ist augenblicklich nicht Gegenstand der Vorplanung des Planfeststellungsverfahrens.

LN: Und sollte all dies nicht geschehen?

Langbehn: Dann müsste dringend eine Haltestelle bei Groß Timmendorf realisiert werden. Alles andere macht für Timmendorf keinen Sinn.

LN: Was sagen Sie denn zur Haltestelle Neustadt-West?

Langbehn: Für den Hansa-Park ist dieser Haltepunkt sinnhaft. Für mich ist das auch legitim. Ich würde ihn Sierksdorf-West nennen.

LN: Und für die Neustädter?

Langbehn: Macht die südliche Anbindung keinen Sinn, wenn man Richtung Puttgarden fahren möchte.

LN: Die Anbindung Bäderbahn/Neustadt nach Neustadt-West an der A 1 ist keine optimale Lösung, oder?

Langbehn: Auf dem Weg in Richtung Norden ist momentan eine Shuttlelösung in der Überlegung. Allerdings führt dieser ja in die falsche Richtung. Hasselburg wäre sicher die bessere Variante. Deshalb nochmals: Neustadt-West ist nur für den Hansa-Park sinnvoll.

Gespräch: Peter Mantik

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