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Ostholstein Performance mit Elektro-Klängen und Lichtshow: Ein DJ auf der Kanzel
Lokales Ostholstein Performance mit Elektro-Klängen und Lichtshow: Ein DJ auf der Kanzel
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22:25 31.07.2018
Auftragsarbeit für Kirchner-Verein: Komponist Jens-Uwe Beyer inszenierte in der Nikolaikirche in Burg neue Stücke. Quelle: Schwennsen
Burg a. F

Ungewöhnlich schon der Auftakt am späten Sonntagabend. Draußen und im Kirchenfoyer serviert der Kirchner-Verein Fehmarn vorab Wein, Wasser und Brezeln, drinnen ist der Mittelgang für die Lichteffekte bereits ganz gesperrt. Dann öffnet sich der Eingang. Die ersten, noch sehr verhalteten Elektromusik-Effekte und Visualisierungen stimmen das Publikum auf diesen denkwürdigen Uraufführungs-Abend ein.

Es war mehr als nur ein ungewöhnlicher Konzertabend: „Island of Fehmarn“, eine musikalische Performance an St.-Nikolai. Komponist Jens-Uwe Beyer und Installationskünstler Frank Horwitz verwandelten die Burger Kirche in eine spannungsgeladenen, pulsierende Kunststätte.

Kunst & Kulinarik

Der Kirchner-Verein lädt für Sonnabend, 4. August, um 18 Uhr im Garten des „Senator- Thomsen-Hauses“ zur Veranstaltung „Kunst & Kulinarik“ ein. Unter anderem gibt es eine Bier-Verkostung.

Außerdem werden ab 19.30 Uhr Repros und Kunstdrucke von Kirchner versteigert. Eintritt 16 Euro, Anmeldungen: Telefon 04371/1222 oder Mail an info@kirchnervereinfehmarn.de.

Fast unbemerkt besteigt Beyer die Kanzel, bedient von dort aus sein Mischpult. Unten gegenüber dem Altarraum inszeniert Franz Horwitz von „Traumwiese“ seine Visuals. Mehr und mehr ergreifen die elektronischen Klänge den ganzen Kirchenraum. Zeitgleich zaubern Horwitz und seine Mitstreiter ihre mal schwarzweißen, mal grellbunten Lichteffekte.

Die Zuschauer werden eingangs von Imke Ehlers (Kirchner-Verein) ermuntert, zwischendurch den Platz zu wechseln, um die Performance aus verschiedenen Perspektiven zu erleben. Viele machen davon Gebrauch. Sie sehen, wie sich der Altarraum – passend zum Musikstück „Heiligenschein“ – in eine farbenprächtige Fantasiewelt verwandelt, um dann wieder ganz auf das zarte Kerzenlicht reduziert zu werden.

Unentwegt flimmert es an der Decke der Kirche. Im rückwärtigen Bereich verschwimmen immer wieder die Konturen der Kleuker-Orgel im abstrakten Lichtspiel. Oft nur in Bruchteilen von Sekunden werden die Engel angestrahlt und verschwinden dann wieder im Dunkeln.

Es ist ein Konzertabend, der polarisiert. Viele sind neugierig auf den Komponisten von ihrer Insel und seine Musik. Doch nicht jedem gelingt es, sich auf diesen dominierenden Sound, der zwischendurch auch ein kurzes Gitarrenspiel von Beyer oder zum Ausklang ein Glockengeläut integriert, und die oft rasanten Lichtspiele einzulassen.

Einige suchen einen Ruhepunkt an den Außenwänden und betrachten die Porträts von Burger Pastoren sowie Boxern und Außenseitern der Gesellschaft, die der Künstler Lars Käker dort ausstellt. Um 22.22 Uhr setzt Beyer den „Schlusspunkt“. Dieser Abend wird noch lange für Gesprächsstoff sorgen.

Gerd-J. Schwennsen

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