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Ostholstein „Jachen Flünk“ ohne Flügel: Segelwindmühle wird saniert
Lokales Ostholstein „Jachen Flünk“ ohne Flügel: Segelwindmühle wird saniert
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21:24 26.07.2017
Der entscheidende Moment: Die Flügelwelle hat gerade die Mühle verlassen. Dafür musste die Kappe extra angehoben werden. <QM> Quelle: Uwe Erich
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Lemkenhafen a. F

Trotzdem bleibt das Mühlen- und Landwirtschaftsmuseum geöffnet. Aber mit einem Wermutstropfen: „In dieser Saison wird sich die Segelwindmühle nicht mehr drehen“, so Uwe Erich. Vorsitzender vom Heimatverein Fehmarn.

Eine Attraktion war jetzt die Demontage der eichernen Flügel. Viele Zuschauer verfolgten die Aktion. Noch spektakulärer war es, als tags darauf ein Kranwagen, der bis zu 30 Tonnen heben kann, und ein Hubwagen einer Kieler Firma die mächtige, etwa 23 Tonnen schwere Kappe anhoben, um die Flügelwelle herauszuziehen und danach auf dem Mühlengelände zwischenzulagern.

Auch die 30 Jahre alte Flügelwelle ist kein Leichtgewicht, sondern rund 6,50 Meter lang und wiegt etwa 2,5 Tonnen. Weil diese Aktion frühzeitiger als geplant lief, haben sie nur wenige Insulaner mitbekommen. Die LN zeigen auf dem Foto links eine Momentaufnahme der Aktion, nachdem die Welle gerade die Mühle verlassen hat.

Inzwischen ist sie nach Eggstedt (Dithmarschen) transportiert worden. Dort wollen Mühlenbauer Ronny Beckmann und sein Sohn Dennis die neue Flügelwelle 1:1 nach dem Vorbild des Vorgängers anfertigen.

Dies dauert voraussichtlich bis Ende August. Beckmann rechnet damit, die neue Welle Mitte September wieder in Lemkenhafen einsetzen zu können – in einer ähnlichen Aktion. Sie dürfte etwa drei Tonnen wiegen, ist auf Grund des bestehenden Feuchtigkeitsanteils naturgemäß schwerer als die alte Welle.

Über 35 000 Euro kostet der Ersatz der Flügelwelle, ein Großteil ist bereits durch Spenden gesichert (die LN berichteten). Laut Beckmann steht hier die einzige Windmühle Schleswig-Holsteins mit einer Flügelwelle aus massivem Eichenholz. Alle anderen Mühlen sind mit gusseisernen Wellen. Erich: „Das ist zwar billiger, sie halten auch länger, sind aber nicht wie ,Jachen Flünk’ möglichst nahe am Original. Und darüber freut sich mit uns die Denkmalpflege.“

 Gerd-J. Schwennsen

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