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Ostholstein Jagdhorn, Fuchs und Zapfenwerfen
Lokales Ostholstein Jagdhorn, Fuchs und Zapfenwerfen
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20:19 12.09.2013
Gar nicht einfach: Luca (9) versucht, dem Jagdhorn einige Töne zu entlocken — zur Freude seiner Mitschüler von der Ostsee-Grundschule Scharbeutz. Am Walderlebnistag nahmen 22 Schulen aus dem südlichen Ostholstein teil. Quelle: Fotos: S. Latzel

Von einem echten „Halali“ sind die Töne noch weit entfernt, die Luca mühevoll dem Jagdhorn entlockt. Und dass er gerade ein in B gestimmtes Fürst-PlessHorn in den Händen hält, weiß der Neunjährige von der Ostsee-Grundschule Scharbeutz auch nicht. Das ist aber nicht weiter schlimm — denn Luca und seine Klassenkameradinnen und -kameraden sollen in der Scharbeutzer Heide ja erst einmal einen allgemeinen Eindruck bekommen von allem, was rund um den Wald wichtig ist, und dazu war der gestrige Walderlebnistag für Viertklässler natürlich eine gute Gelegenheit.

Fast 1000 Kinder aus 22 Schulen sind an diesem Donnerstagvormittag angemeldet und somit in Malente, im Dodauer Forst, in Ahrensbök und am Riesebusch in Bad Schwartau unterwegs — und eben in der Scharbeutzer Heide. „Schlau werden wie ein Fuchs“ lautet das diesjährige Motto, und einen Fuchs zum Anfassen entdecken die Mädchen und Jungen aus der 4a der Sereetzer Achim-Bröger-Schule auch gleich an der ersten Station, „Raubwild“. Der Fuchs ist natürlich „nur“ ausgestopft, hat weiches Fell, und „ja, die Zähne sind echt“, erklären die beiden Süseler Jäger Jürgen Dencker und Martin Schrörs.

Sie sagen, dass es sehr viele Füchse gebe, „deshalb werden einige herausgenommen, damit der Hühnerstall voll bleibt“. Neben dem Fuchs steht ein ausgestopfter Marder, der kommt auch gut an und ist ein Baummarder, kein Steinmarder, wie die Kinder lernen, weil er einen bräunlich-gelben Fleck auf der Brust hat.

Einen Teil der neuen Informationen müssen die Viertklässler auf den Fragebögen notieren, denn ganz ohne Lerneffekt soll es nicht zugehen beim Walderlebnistag, den die Kreisjägerschaft Eutin zusammen mit den Landesforsten und verschiedenen Umweltorganisationen bereits zum neunten Mal organisiert hat. Die Natur zu erkunden ist dabei erwartungsgemäß das Hauptziel, und das funktioniert an Stationen wie „Zapfenwerfen“ oder „Bestimmung von Bäumen“. Bei Jäger Christian Duve und Jägerin Katharina Hanssen geht es hingegen ums „Verhalten im Wald“. „Kein Holz hacken ohne Erlaubnis vom Förster“, gibt ein Junge eine wichtige Regel preis. „Wild nicht aufscheuchen“, meint ein Mädchen, und auch das stimmt. „Hunde dürfen nicht unangeleint durch den Wald laufen“, erklärt Katharina Hanssen. „Weiß

jemand, warum?“ Die Schüler kommen schnell drauf: Ein Reh bekommt Angst und rennt weg, auf die Straße, und dann gibt‘s einen Unfall — das will keiner.

Hunde erfreuen sich großer Beliebtheit, dem Andrang nach zu urteilen, der herrscht, als die Kinder einen Dackel und einen DeutschKurzhaar streicheln dürfen. Diese Tiere hätten sie gern mitgenommen, stattdessen erhält aber jede Klasse zwei eingetopfte Bäume, Wildäpfel, deren Entwicklung beobachtet werden soll, und das ist doch auch eine schöne Erinnerung an einen Tag im Wald mit Jagdhorn, Fuchs und Zapfenwerfen.

„Wir hoffen, damit den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in natürliche Abläufe zu geben.“
Heiner Schlie, Kreisjägerschaft Eutin

Sabine Latzel

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