Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Jetzt droht in Grömitz die Pflichtwehr
Lokales Ostholstein Jetzt droht in Grömitz die Pflichtwehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:35 03.08.2017
Damit die Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr auch in Zukunft besetzt sind, werden in Grömitz neue Kräfte benötigt. Quelle: Fotos: Billhardt

Die Situation bei der Feuerwehr Grömitz spitzt sich zu: Die Gemeinde benötigt dringend Verstärkung für die Ortswehr. Statt der geforderten 63 Einsatzkräfte gibt es aktuell nur 36 Aktive. Bürgermeister Mark Burmeister (parteilos) ließ 500 Bürger anschreiben. Die Resonanz ist gleich null.

Laut Burmeister habe man sich bei der Aktion insbesondere um 18- bis 25-Jährige bemüht. „400 der Angeschriebenen gehören der Altersgruppe an. Weitere 100 Personen sind älter. Wir haben gedacht, dass es Menschen sind, wo wir vielleicht eine Antwort bekommen“, sagt Burmeister. Doch statt positiver Rückmeldungen habe es lediglich Absagen gegeben. „Einige haben sich gemeldet, gesagt, dass sie aufgrund von Krankheiten oder anderen Beeinträchtigungen nicht könnten“, so Burmeister.

Gemeindewehrführer Björn Sachau hatte bereits während der Jahresversammlung im März vor der dramatischen Situation in der Ortswehr gewarnt. Seitdem hat sich wenig geändert. Die Zahl der Aktiven wurde lediglich um zwei Feuerwehrleute gesteigert. „Das ist immer noch deutlich zu wenig. Wir brauchen dringen neue Kräfte. Es ist derzeit keine Entspannung zu sehen“, sagt Björn Sachau.

Zugleich meint er, dass es noch ausreichend Kräfte gebe, um Einsätze zu bewältigen. Hinzu komme, dass andere Ortswehren der Gemeinde stets bereit seien, zu helfen.

Schwierigkeiten bei der Mitgliedergewinnung sind nicht neu. Zahlreiche Vereine klagen über den Verlust von Ehrenamtlern und Unterstützern. Dennoch ist die Lage bei der Feuerwehr eine andere.

„Wir können nicht einfach den Verein auflösen, wir wollen und müssen den Brandschutz sicherstellen“, verdeutlicht Sachau die Situation. Wenn sich nicht bald etwas ändere, müsse Mark Burmeister weitere Schritte einleiten.

„Im Herbst muss man mal entscheiden, worauf das hinausläuft. Sonst muss der Bürgermeister ernsthaft über eine Pflichtfeuerwehr nachdenken“, sagt der Gemeindewehrführer. Dann könnte jeder für den Dienst verpflichtet werden, der geeignet sei.

Ob es letztlich so weit kommt, hängt auch von Mark Burmeister ab. Nach seinem Urlaub will er in wenigen Wochen einen erneuten Anlauf unternehmen. „Ich werde Ende August versuchen, mit persönlichen Gesprächen und Telefonaten neue Mitglieder anzuwerben“, sagt er. Es ist vielleicht die letzte Chance, die Einrichtung einer Zwangswehr abzuwenden.

Sebastian Rosenkötter

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein 57-jähriger Mann aus Heiligenhafen ist laut Polizei am vergangenen Sonnabend gegen 18 Uhr bei einer Tour um den Binnensee von zwei Männern auf der Seebrückenpromenade ...

03.08.2017

Erst waren es vier, dann von Kreis und Land bestätigt neun, nach Neubewertung der Anwälte jetzt offensichtlich nur noch zwei von elf Gemeindevertretern, die in Kellenhusen ...

03.08.2017

Stadt stellt Fundsachen künftig ins Internet – So soll Betroffenen die Suche erleichtert werden.

03.08.2017
Anzeige