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Ostholstein Jubiläum wird zum Europafest
Lokales Ostholstein Jubiläum wird zum Europafest
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21:15 15.07.2016
Auch beim Ahrensböker Heimatfest 2010 waren Gäste aus St. Savinien vertreten. Quelle: Fotos: S. Latzel, A. Meyer

Gewiss, es ist durchaus ein Jubiläum, das am Freitag, 22. Juli, im Herrenhaus am Steindamm in Ahrensbök gefeiert wird. Aber im Grunde steigt dort ein Europa-Fest – denn zum 25-jährigen Bestehen des Partnerschaftsvereins St. Savinien/Ahrensbök kommen nicht nur Vertreter der südfranzösischen Partnerstadt, sondern auch Freunde der Gemeinde aus Polen und Dänemark. „Die Reden werden auf jeden Fall ins Französische und ins Polnische übersetzt“, sagt Sandra BoeckWilcken, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, die das Treffen von etwa 110 Gästen organisiert.

Ahrensbök feiert mit Franzosen, Polen, Dänen und Norddeutschen 25 Jahre Partnerschaftsverein St. Savinien.

Im Oktober 1991 ist die „Charte de Jumelage“, die Partnerschaftsurkunde, im 1500 Kilometer entfernten St. Savinien unterzeichnet worden – das ist der Anlass für die Feier.

Seither haben die Menschen aus St. Savinien und Ahrensbök zahlreiche schöne gemeinsame Erfahrungen gemacht. „Meine Eltern, Lisa und Johann Weiß, waren von Anfang an dabei“, so Sandra BoeckWilcken, „ich bin damit quasi aufgewachsen, wir sind sehr oft nach Frankreich gefahren.“

Die Partnerschaft hat sich aus einem Schüleraustausch entwickelt, es folgten gegenseitige Besuche, eine Zusammenkunft von Chören und ein „Sport-Austausch“. Der Platz vor dem Rathaus in St.

Savinien heißt „Place Ahrensbök“, in Ahrensbök wiederum gibt es den Saint-Savinien-Weg, und im Ahrensböker Rathaus findet sich das Kunstwerk „Jumelage“, eine Plastik aus schräg verbogenem Metall und einem Buch aus Sandstein – ein Geschenk aus St. Savinien.

Auch Ahrensböks Bürgervorsteher Hans-Joachim Dockweiler ist ein Fan der Stadt, die unweit der Atlantikküste liegt, und Gründungsmitglied des Partnerschaftsvereins. „Wir sind oft hingefahren – eine herrliche Gegend, nette Leute, fantastische Begegnungen“, schwärmt er. „Vor 25 Jahren war es noch sehr aufregend und zunächst etwas fremd. Südfranzösische und norddeutsche Menschen mussten sich ja erst einmal kennenlernen.“ Das ist gelungen. Aus den Besuchen seien zahlreiche Freundschaften entstanden, erzählt Sandra Boeck-Wilcken, und sogar eine französisch-deutsche Ehe. Zur Jubiläumsfeier werden 19 Gäste aus St. Savinien erwartet, die am kommenden Donnerstag eintreffen sollen, eine Woche bleiben und ein buntes Programm vor sich haben – Hansemuseum in Lübeck, „Carmen“ bei den Eutiner Festspielen, Hansapark, Landesgartenschau und Picknick auf der „Amtswiese“ in Ahrensbök.

„Unsere Gemeinde ist eben weltoffen und überall hin gut vernetzt“, meint der Bürgervorsteher. In diesem Sinne gibt es einen weiteren Partnerschaftsverein: AhrensbökGramenz/Grzmiaca. „Deshalb haben wir auch 20 Gäste aus Polen zur Feier eingeladen“, erklärt Sandra Boeck-Wilcken, „um dem europäischen Gedanken Rechnung zu tragen.“ Außerdem existierte eine Partnerschaft zur dänischen Kommune Nørre-Alslev, die allerdings vor zehn Jahren endete, als diese Gemeinde in der Guldborgsund-Kommune aufging. „Trotzdem kommen auch vier Dänen aus Nørre-Alslev“, berichtet Sandra Boeck-Wilcken, und ein weiterer Gast aus der nordwestmecklenburgischen Partnerstadt Grevesmühlen wird am Freitagabend ebenfalls erwartet.

Es wird also voll und international im Herrenhaus, und das „handgemachte“ Buffet soll der Gäste-Mischung Rechnung tragen. „Heute sind die Länder in Europa näher aneinander gerückt“, so Hans-Joachim Dockweiler, „und dazu haben wir unseren Teil beigetragen.“

Schweigeminute geplant

670 Kilometer Luftlinie liegen zwischen St. Savinien an der Atlantikküste und der Stadt Nizza am Mittelmeer, wo am Donnerstagabend ein Attentäter über 80 Menschen während der Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag tötete. „Es ist weit weg – aber doch näher gerückt“, sagt Sandra Boeck-Wilcken mit Blick auf den bevorstehenden Besuch der Franzosen. „Wir werden vor dem Empfang am Freitag gewiss eine Schweigeminute einlegen und vorher auch noch einmal unsere Reden überarbeiten“, sagt sie. Die Reise werde aber sicher wie geplant stattfinden. Die Franzosen werden von Bordeaux nach Hamburg fliegen.

Sabine Latzel

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