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Ostholstein Jürgen Prochnow spielt den „Mann fürs Grobe“
Lokales Ostholstein Jürgen Prochnow spielt den „Mann fürs Grobe“
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20:22 26.11.2016
Jürgen Prochnow und Verena Wengler auf der Bühne des Neustädter Theaters: Im Stück geschieden, im wahren Leben seit 2015 verheiratet. FOTO: HOF

. Vor wenigen Wochen noch im Kieler Tatort als Staatsschützer zu sehen, in Hollywood bekannt als Kommandant aus „Das Boot“, war Jürgen Prochnow am Freitagabend in Neustadt zu Gast. Als Zugpferd der Komödie „Ein Mann fürs Grobe“ von Éric Assous verkörperte er Jean-Pierre, der nach einem Vierteljahrhundert Funkstille im Verlag seiner Ex- Frau Séverine (Verena Wengler) um Anstellung bittet. Übrigens: Im wahren Leben sind Prochnow und Wengler verheiratet.

Als sich der Vorhang öffnet, sehen die 450 Zuschauer im ausverkauften Saal der Lienau-Schule die Verlagschefin Séverine in einem ganz in weiß gehaltenen, opulent ausgestatteten, aber auch unterkühlt wirkenden Büro. Im Chefsessel sitzend, versucht sie mit Unterstützung ihrer Assistentin Célia (Clara Cüppers) sowie viel Sprachwitz und noch abstruseren Vorschlägen, den Autoren eines abstrusen Romans über eine nymphomanische Ziege abzuwimmeln. „Der Ziegenpeter hat aufgelegt“, sagt sie sichtlich erleichtert, ehe die Assistentin einen Gast in ihr Büro führt, der sich deutlich schwerer abspeisen lassen wird:

Von Szenenapplaus begleitet betritt Jürgen Prochnow als Ex-Mann Jean-Pierre die Bühne. Er war vor 25 Jahren mit einer Jüngeren durchgebrannt und muss nach einer Geschäftspleite nun um einen Job bei seiner Verflossenen betteln. Er entschuldigt sich, habe „Nachbars Obst“ in männlichem Übermut für süßer gehalten, wisse nun, dass „Victorias Kirschen sehr sauer“ seien. Wohl „im Unterschied zu ihren Melonen“, wie Wengler zurückgiftet.

Während sie im strengen Hosenanzug und mit feuerroten Haaren das Büro dominiert, wirkt Prochnow ergraut, trägt ein schlecht sitzendes Sakko und dazu eine löchrige Hose. Letztlich hat sein Bitten Erfolg, er bekommt einen Job, jedoch nicht, ohne sich eine weitere Demütigung einzufangen: Aus Jean-Pierre wird Raumpfleger „Auguste Baguett“, dem selbst das finale „e“ nicht vergönnt ist. Zum Mindestlohn soll er fortan 80 Stunden pro Woche für Sauberkeit sorgen.

So unbegabt sich „Auguste Baguett“ als Putzmann anstellt, spielt ihm doch das Glück in die Karten: Wenig später erwischt er Patrice (Rolf Komorr), den Lebensgefährten seiner Ex-Frau, wie er Assistentin Célia vernascht. Dazu verbrüdert er sich mit Bürobote Guillaume (Leenert Schrader), der sich als Sohn der Chefin ebenfalls inkognito im Unternehmen verdingt und ihm auf merkwürdige Weise ähnelt.

Eine Konstellation mit Sprengsatz, die sich – gekonnt gespielt – entzündet, als Jean-Pierres ehemalige Lebensgefährtin Victoria (Genoveva Mayer) ein Manuskript ihrer Liebes- und Leidensgeschichte just bei Séverins Verlag einreicht. Neustadts Publikum lauschte bis zum Schluss gespannt. hof

LN

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