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Ostholstein Jugendliche attackieren brütendes Seeadlerpärchen
Lokales Ostholstein Jugendliche attackieren brütendes Seeadlerpärchen
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16:15 02.04.2016
Knut Jacobs — hier mit einem Rotmilan — kümmert sich im Süden Ostholsteins auch um Seeadler.
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Gleschendorf

In einem Waldgebiet bei Gleschendorf in der Gemeinde Scharbeutz haben Jugendliche Anfang der Woche, eventuell auch schon am Sonntag, ein brütendes Seeadlerpärchen gestört. Die Polizei sucht Zeugen für die Tat.

Seeadler sind unter Schutz stehende Greifvögel. In Ostholstein leben 15 Paare. Quelle: Fotos: Ilka Mertz/christian Charisius

„Ich würde die Jugendlichen gerne belehren und ihnen die schöne

Natur zeigen.“Knut Jacobs, Vorortbetreuer der Seeadler

Am Donnerstag wandte sich der Grundeigentümer an Knut Jacobs in Groß Parin, Mitglied der „Projektgruppe Seeadlerschutz“ und so genannter Vorortbetreuer für Seeadler im südlichen Ostholstein, und berichtete ihm von den Beobachtungen einer Spaziergängerin mit Hund. Jacobs schaltete daraufhin die Polizei ein. Nach Angaben von Polizei-Pressesprecher Dierk Dürbrook ist der Zutritt zu dem Waldstück für die Öffentlichkeit gesperrt. Dies würde auch durch mehrere Hinweisschilder deutlich. Die Jugendlichen hätten den Seeadlerhorst offenbar so lange mit Stöckern traktiert, bis der unter Schutz stehende Greifvogel schließlich davon geflogen sei und seine Brut im Stich gelassen habe, so Dürbrook weiter. Jacobs ergänzte: „Die beiden Jugendlichen waren mit Angeln unterwegs und haben mit Ästen gegen den Horst geschlagen. Wir wissen nicht, ob das Männchen oder Weibchen davon geflogen ist.“ Auf jeden Fall seien die Eier danach ausgekühlt.

Volker Latendorf, Ansprechpartner für die Seeadlerbewachung in der Projektgruppe, gab auf LN-Anfrage erste Entwarnung: „Der Seeadler ist zurückgekehrt, und das Paar brütet wieder. Wenn die Tat folgenlos geblieben ist, können wir Mitte April mit dem Schlüpfen der Jungen rechnen. Sollten die Eier aber zu sehr ausgekühlt sein, dann sind die Embryonen abgestorben.“

Die Beamten der Polizeistation Scharbeutz ermitteln jetzt. Sie suchen vor allem die Zeugin, die den Vorgang beobachtet hat. Die Polizei weiß von Jacobs, dass die beiden Jungen von der Passantin angesprochen wurden. „Sie zeigten keinerlei Unrechtsbewusstsein, traten sogar in bedrohlicher Weise auf sie zu und bedrängten sie. Außerdem behaupteten sie zu Unrecht, den Bereich doch betreten zu dürfen“, berichtete Dürbrook. Die Polizei ermittelt wegen des Verstoßes gegen die Bundesartenschutzverordnung und gegen das Landeswaldgesetz.

In Ostholstein gibt es etwa 15 Seeadlerpaare, landesweit sind es um die 80, erläuterte Latendorf. Dass vorsätzlich versucht werde, Seeadler oder deren Horste zu schädigen, komme eher selten vor, so Latendorf und Jacobs übereinstimmend. „Es passiert schon, dass Spaziergänger unbeabsichtigt in ein abgesperrtes Stück Natur geraten. Die gehen dann aber auch ganz schnell wieder raus.“ Jacobs hofft, dass die beiden Jugendlichen in Gleschendorf bald ermittelt und bestraft werden. Er selber würde sie gerne belehren und ihnen „die schöne Natur zeigen“. Für die nächste Zeit kündigt er verstärkte Kontrollgänge rund um den Seeadlerhorst in Gleschendorf an, und: „Wir werden dort zu jeder Tageszeit unterwegs sein.“

Die Zeugin und weitere Personen, die Hinweise zur Aufklärung der Tat geben können, sollten sich mit der Polizei in Scharbeutz, Telefon 04503/35720, oder mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung setzen.

Von Christina Düvell-Veen

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