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Ostholstein Jugendliche in Ostholstein besonders trinkfreudig
Lokales Ostholstein Jugendliche in Ostholstein besonders trinkfreudig
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09:55 05.08.2016
Landesweit gingen die klinischen Behandlungsfälle Jugendlicher wegen übermäßigen Alkoholkonsums leicht zurück - nicht so in Ostholstein..

2015 wurden 55 Jugendliche unter 20 Jahren stationär behandelt, davon fünf unter 15 Jahren. Das geht aus aktuellen Daten des Statistikamtes Nord hervor, wie die Krankenkasse IKK classic mitteilt.

Anders als in Ostholstein gingen landesweit die klinischen Behandlungsfälle Jugendlicher wegen übermäßigen Alkoholkonsums leicht zurück. 2014 waren es 815 Schleswig-Holsteiner unter 20 Jahre, ein Minus von 20 Fällen im Vergleich zu 2013. Besorgniserregend allerdings: Die Zahl der unter 15-Jährigen mit Alkoholvergiftung kletterte landesweit von 61 Jugendlichen im Jahr 2013 auf 80 Jugendliche im Jahr 2014 .

Die Krankenkasse verweist darauf, dass Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nach dem Jugendschutzgesetz überhaupt keinen Alkohol trinken dürfen, es sei denn, sie sind in Begleitung einer erziehungsberechtigten Person. Dann sind Bier, Sekt und Wein schon für 14-Jährige erlaubt – jedenfalls nach dem Gesetz. Spirituosen und Mixgetränke mit Spirituosen, wie Alkopops, sind generell bis zum 18. Geburtstag verboten.

„Je früher Jugendliche anfangen Alkohol zu trinken, desto schwerwiegender können gesundheitliche und psychosoziale Folgen sein“, warnt Peter Rupprecht von der IKK classic. „Das liegt unter anderen daran, dass noch nicht vollständig ausgereifte Organe, wie etwa das Gehirn, viel anfälliger für die im Alkohol enthaltenden Giftstoffe sind.“ Eltern sollten deshalb darauf achten, ihren Kindern den verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu vermitteln und vorzuleben.

Die Kasse erinnert in dem Zusammenhang an die Jugendgesundheitsuntersuchung (J1), auf die Kinder zwischen zwölf und 14 Jahren Anspruch haben. Bei dieser Früherkennungsuntersuchung erläutert der Haus- oder Kinderarzt dem Jugendlichen unter anderem auch individuelle Gesundheitsrisiken wie Rauchen, Drogen-, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch und gesundheitsschädigendes Ernährungs- und Bewegungsverhalten. Diesen Termin sollten Jugendliche ohne Begleitung der Eltern wahrnehmen, außer sie bitten darum.

Grundsätzlich wirken offenbar frühe Aufklärung, Präventionsprogramme durch Krankenkassen und restriktiver Verkauf von alkoholischen Getränken. Denn bundesweit sinkt die Zahl der schwer alkoholisierten Jugendlichen seit einigen Jahren kontinuierlich.

Auch das Einstiegsalter verschiebt sich, wie eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ergab. Jugendliche sind heute im Schnitt 15 Jahre alt, wenn sie ihr erstes Glas Alkohol trinken. 2004 lag das Durchschnittsalter beim ersten Mal noch bei 14 Jahren. Und 33 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren haben noch nie Alkohol getrunken. 2001 waren es lediglich 13 Prozent.

LN

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