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Junge Dichter zieht es nach Ahrensbök

Ahrensbök Junge Dichter zieht es nach Ahrensbök

Premiere in Ahrensbök: Am Sonnabend, 21. Oktober, steigt dort der erste Poetry-Slam. Organisiert wird der moderne Dichter-Wettstreit von einem „Jungen aus dem Dorf“: Jakob Rühl, heute 23 Jahre alt, der häufig unter dem Namen „Moewenseele“ als Slammer auftritt.

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Jakob Rühl (23) ist in Ahrensbök aufgewachsen und mittlerweile als Poetry-Slammer unterwegs.

Quelle: latz

Ahrensbök. Sein erster Auftritt ist noch nicht lange her und war offenbar ein recht brutaler Einstieg ins Poetry-Slammen. Er habe im Sommer 2016 auf Sylt Eis verkauft, berichtet Jakob Rühl, und sei bei einem dortigen Slam für jemanden eingesprungen, der abgesagt hatte. „Vor Ort war die Slam-Elite“, sagt er. „Ich habe zum ersten Mal meine Texte öffentlich vorgetragen – und bin gnadenlos untergegangen.“

Aber: Ihm sei versichert worden, dass er Talent hat, und so ging der heute 23 Jahre alte Student ein paar Monate später erneut an den Start. Seither ist Jakob Rühl begeisterter Slammer, trägt den Künstlernamen „Moewenseele“ und hat um die 70 Auftritte im gesamten Bundesgebiet absolviert – in Köln, Berlin, Dinslaken, Ludwigshafen, Kassel und Hamburg.

Er stammt aus dem Norden, aus Ostholstein. „Ich bin in Eutin geboren, habe dort von der fünften bis zur neunten Klasse die Voß-Schule besucht, bin aber auf dem Kastanienhof in Ahrensbök aufgewachsen.“ Und dorthin möchte Jakob Rühl, der inzwischen in Hamburg auf Lehramt studiert, den Poetry-Slam bringen. Deshalb hat er mit seiner Familie für den kommenden Sonnabend einen Slam organisiert. „Ich habe die Ahrensböker immer als kulturinteressiert und aufgeschlossen erlebt“, sagt er. „Deswegen möchte ich sehen, ob Poetry-Slams in meinem Heimatdorf funktionieren.“

Wie erklärt „Moewenseele“ jemandem, der von dieser Kunstform bislang vielleicht nur am Rande gehört hat, das Poetry-Slammen? „Es ist ein moderner Dichter-Wettstreit mit Publikumsbeteiligung“, sagt er. Acht Slammer werden auftreten, darunter auch Lokalmatador Dieter Langbehn, „weil er in der Laien-Theatergruppe seine Texte so schön liest“, findet Jakob Rühl. Jeder Slammer hat fünf Minuten auf der Bühne, in denen er selbstgeschriebene Texte ohne Requisiten vortragen darf. Das müssen keine Gedichte sein – erlaubt ist alles, mit Textblatt oder im freien Vortrag. „Beim Poetry-Slam gibt es sowohl Lyrik als auch Comedy oder Nachdenkliches“, sagt Rühl.

Das Publikum vergibt Punkte, und in einem kleinen Finale treten die beiden Punktbesten sowie ein gesondert gewählter Publikumsliebling gegeneinander an. Dabei können die Ahrensböker neben Dieter Langbehn junge Slammer erleben, die sich in ihrer Szene bereits einen Namen gemacht haben, etwa William Laing und Tom Hoffmann. „Sie kommen mir zuliebe nach Ahrensbök“, erklärt Jakob Rühl.

Als Lohn gibt es die Fahrtkosten und eine Übernachtungsmöglichkeit, „außerdem habe ich mit einem Ausflug an die Ostsee gelockt“. Er selbst habe zwar schon mal eine Gage bekommen, „aber oft beschränkt sich die Bezahlung eben auf einen Platz auf der Couch und ein Sechser-Pack Bier“.

Jakob Rühl wird den Abend auch moderieren, und wenn der erste Ahrensböker Poetry-Slam gut angenommen wird, sollen weitere Slams im Heimatort folgen: „Ich möchte dem Dorf etwas zurückgeben“, sagt der Künstler.

Ein Video mit Jakob Rühl finden Sie unter www.LN-Online.de/Ahrensboek

Zum Auftakt ein Glas Sekt

Der erste Ahrensböker Poetry-Slam beginnt am Sonnabend, 21. Oktober, um 19 Uhr mit einem kleinen Sektempfang im Veranstaltungszentrum in der ehemaligen katholischen Kirche (Lindenstraße

15). Der Eintritt kostet sechs Euro (inklusive eines Glases Sekt), die Karten gibt es bei Lotto-Dahlmann (Plöner Straße 1) oder an der Abendkasse.

Eröffnet wird der Abend mit einem „Opferlamm-Text“ von Moderator Jakob Rühl. Das ist seinen Angaben zufolge ein Text außerhalb der Wertung, mit dem das Publikum eingestimmt werden soll, bevor es anfängt, die Punkte zu vergeben.

 Sabine Latzel

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