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Ostholstein Junge Nachrücker im WVE-Vorstand
Lokales Ostholstein Junge Nachrücker im WVE-Vorstand
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23:18 30.05.2018
„Die Lichterstadt hat null Allein stellungs- merkmal mehr.“ Stefan Knorr (Weingeist)
Eutin

Anne Grüter wurde in Abwesenheit gewählt. Sie ist Unternehmensberaterin und Foodbloggerin, und WVE-Vorsitzender Hans-Wilhelm Hagen geht davon aus, dass ihre Marketingkenntnisse der Kaufmannschaft zugutekommen werden. Tim Phillip Dreyer ist Inhaber eines Geschäftes für Herrenmode (Piconaja men), selbstständig seit 2009, und legt Wert darauf, „dass mal Junge nachkommen. Das bringt frischen Wind.“ Darin ist er sich mit Stefan Dose (Geschäftsführer der Firma Cobobes) einig, der es zudem für wichtig hält, dass die Grüne Wiese in der WVE vertreten ist und Berücksichtigung findet.

Die Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE) stellt sich auf für die Zukunft: Auf der Jahresversammlung wurde mit Anne Grüter (46) erstmals eine Frau in den Vorstand gewählt. Dieser hat sich außerdem mit der Wahl von Tim Phillip Dreyer (30) und Stefan Dose (36) verjüngt.

Wiedergewählt wurden Rechtsanwalt Karsten Hinz und Manfred Reinhardt (Klärtechnik Reinhardt). Joachim Bogs (57, Druckerei Bogs) verabschiedete sich nach sieben Jahren aus dem Vorstand. Er begrüßte die Neuerungen: „Es ist gut, dass Kaufleute wie Tim Phillip Dreyer nachrücken.“

Extra-Termin für Beratung über Einzelhandelskonzept

Der Überarbeitung des Einzelhandelskonzeptes, möglichen Folgen und der Teilhabe der Wirtschaft an der Weiterschreibung wolle die WVE nach der Sommerpause eine eigene Sitzung widmen, sagte Hans-Wilhelm Hagen. Mit der Lichterstadt („da brauchen wir personell und inhaltlich Neuerungen“) und den verkaufsoffenen Sonntagen („wie professionell können sie weiter ausgerichtet werden?“) sprach der WVE-Vorsitzende Themen an, die einem Teil der Mitglieder auf den Nägeln brennen.

„Es gab Jahre, in denen wurden wir von anderen Städten um unsere offenen Sonntage beneidet. Doch die Frequenz hat nachgelassen“, sagte Jan Hoffmann (Buchhandlung Hoffmann). „Wir haben acht WVE-Sonntage, aber zusätzlich noch andere, die auch im Radio beworben werden. Dann kommen die Kunden her und finden nur einen Teil der Geschäfte offen vor. Das können die Leute nicht auseinanderhalten.“ Detlef Zinn (Pistor) plädierte ebenfalls dafür, sich auf acht verkaufsoffene Sonntage in der Innenstadt zu konzentrieren. Er machte noch auf ein anderes Problem aufmerksam: „Wir haben die längsten Sonntags-Öffnungszeiten in der Region, von 13 bis 18 Uhr. Wenn kein Zulauf ist, dann machen die ersten aber schon um 15 Uhr zu, weitere folgen. Das geht so nicht.“

Die Wirtschaftsvereinigung Eutin gebe „immenses Geld für die Lichterstadt“ aus, sagte Stefan Knorr (Weingeist). Laut Abrechnung für 2017 waren es über 52000 Euro, hinzu kommen Kosten für Radiowerbung (2017: 19000 Euro). Als Eutin die Lichterstadt ins Leben gerufen habe, sei sie noch eine Attraktion gewesen, „mittlerweile hat sie null Alleinstellungsmerkmal mehr“, so Knorr. Er plädierte dafür, zu einer Beleuchtung „wie früher zurückzukehren, etwas lieblicher, etwas hyggeliger. Damit könnten wir uns absetzen.“ Das eingesparte Geld werde frei für viele andere Aktivitäten, sagte er. Mit Blick auf das Jahresergebnis der WVE für 2017 (ein Minus von rund 35000 Euro, das zustandegekommen ist durch Nachzahlungen für 2016 und Vorauszahlungen für Radiowerbung im laufenden Jahr) bemerkte Stefan Knorr: „Wenn die Bilanz schlecht ausfällt, muss man überlegen, an welchen Stellschrauben man drehen kann.“

In die Kritik zur Lichterstadt stimmte auch Detlef Zinn ein: „ Das Schloss war hundsmiserabel beleuchtet. Die Farbzusammensetzung war im letzten Winter ohnehin eine Katastrophe. Die Leute wollen zu dieser Zeit Atmosphäre!“ Ob zur Lichterstadt 2018 schon Änderungen vorgenommen werden können, ist fraglich. Es gibt jedenfalls viel zu tun für den neu zusammengesetzten WVE-Vorstand. Hans-Wilhelm Hagen sicherte zu, die heißen Eisen in den nächsten Sitzungen anzugehen.

 Von Ulrike Benthien

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