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Ostholstein Kämpfende Slawen in Oldenburg
Lokales Ostholstein Kämpfende Slawen in Oldenburg
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13:36 24.07.2017
Mit einem Wildschweinkopf werden hungrige Kunden angelockt.
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Oldenburg

Wenn brutales Gemetzel für Gelächter sorgt, mit Handys gefilmt und von lauten „Odin“-Rufen der Zuschauer begleitet wird, steigen in Oldenburg die Slawentage.

Bis heute Abend können Besucher auf dem Gelände des Wallmuseums in die Vergangenheit reisen.

Dutzende Freizeitkrieger, Händler, Handwerker und Musiker tauchen bis heute Abend ins Mittelalter ab. Der Besuch des Wallmusem-Geländes ist wie eine Zeitreise ins neunte und zehnte Jahrhundert.

Menschen in altertümlichen Gewändern, nicht wenige barfuß, leben für drei Tage in weißen Zelten. Sie schlafen auf Fellen und kochen über Feuerstellen. Es ist ein Leben fast ohne Plastik.

Doch was ist das? Vor einem der mittelalterlichen Häuser sitzt eine Wikingerfrau. Es ist Angela Michutta. „Ich bin ein Gast aus Stuttgart und passe eigentlich nicht so den Slawen. Aber ich wurde von Sönke Schnoor eingeladen. Ihm gehört die Keramik, die hier neben mir steht und angeboten wird“, sagt die Frau, die zum ersten Mal in Ostholstein dabei ist. Ihr Eindruck ist äußerst positiv. „Das Dorf ist toll gemacht und Markttage sind immer super“, schwärmt sie. Besonders beeindruckt sie die Authentizität der Slawentage. „Alles hier hat einen realen Hintergrund. Es gibt Belege für die dargestellte Lebensweise der Teilnehmer“, sagt Michutta.

Einer, der zeigt, wie die Menschen vor 1000 Jahren gelebt haben, ist Sönke Schnoor. Aus Lehm stellt er Gefäße her. Besonders spannend ist der Brennprozess. In einer ausgehobenen Grube lodert ein kleines Feuer. Die Erde soll aushärten. Es ist die Vorbereitung für eine zehnstündigen Arbeit. „Ich packe Granit in die Grube. Dieser dient als Wärmespeicher. Anschließend wird immer mehr Holz hinzugefügt“, erläutert Schnoor. Wichtig sei, dass die Temperatur einmal 574 Grad Celsius erreiche. „Ab da ist der Ton wasserbeständig.“

Doch gestern kann Schnoor die Theorie nicht in die Praxis umsetzen: Gegen Mittag verdunkelt sich der Himmel, es beginnt zu regnen. Die Gefahr, dass die getöpferten Gefäße durch die Feuchtigkeit beschädigt werden, ist zu groß. Andere Händler müssen ihre Felle wegräumen, Arbeiten werden unter schützende Zeltplanen verlegt. Erste Gäste flüchten zu ihren Autos, ziehen wasserabweisende Jacken an und spannen Regenschirme auf. Plötzlich ist das Mittelalter ganz weit weg.

Doch die Slawentage gehen auch bei schlechtem Wetter weiter. Zu den Höhepunkten gehört für viele Besucher die Schlacht um Starigard. Dutzende Krieger stürmen dabei in einer Art Arena aufeinander zu, erschlagen und erstechen sich zum Schein. „Verwunderte“ und „Tote“ werden an den Rand getragen. Ein Spektakel, dass heute wiederholt werden soll und das gleich zweimal (11.30 und 16.30 Uhr).

Eine Bildergalerie gibt es auf www.LN-online.de/Ostholstein.

Sebastian Rosenkötter

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