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Ostholstein Käsekuchen, Jugendradio und Graffitiwand
Lokales Ostholstein Käsekuchen, Jugendradio und Graffitiwand
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22:38 19.02.2016
Josef Meyer (CDU, links) leitete damals die Sitzung — und in dieser Woche auch den Ausschuss. Quelle: Schwennsen
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Fehmarn

Fünf Monate liegt ihr großer Auftritt zurück. Mehr als 100 Mädchen und Jungen der achten Klassen an der Inselschule beteiligten sich im September am preisgekrönten Planspiel „Pimp my Island“. Im Klartext bedeutet das: Statt „Null Bock“ das „Aufmotzen der Insel“ — aber ohne motzen.

„Die Ideen der Schüler sollen in den Ausschüssen gezielt aufgegriffen werden.“

Josef Meyer, stv. Bürgervorsteher

In einer fiktiven Stadtvertretersitzung wurden zahllose Anträge debattiert und mehrheitsfähige Beschlüsse gefasst. Die Leitung hatte damals Josef Meyer (CDU), in der echten Kommunalpolitik stellvertretender Bürgervorsteher. Und damit die meisten Ideen nicht gleich wieder von den Stadtvertretern als unrealistisch einkassiert werden, gab es den Auftrag an die Fraktionen, gezielt einzelne Beschlüsse voranzutreiben.

In dieser Woche wurde das Versprechen im Ausschuss für Kultur, Schule, Sport und Soziales erstmals eingelöst — auch diesmal unter dem Vorsitz von Meyer. Und siehe da: Mit ein bisschen Anlauf kam die Debatte doch noch in Schwung.

Den Anfang machte Andreas Hansen (FWV) mit einem nur auf den ersten Blick vermeintlichen „Spaßantrag“. Denn der zuerst von einigen belächelte „zehn Meter lange Käsekuchen“ ist eine pfiffige Idee für ein Willkommenfest für Flüchtlinge im Stadtpark. Einstimmig segnete der Ausschuss den Vorstoß ab. Die Integrationsbeauftragte Monika Vahlenkamp soll ihn jetzt umsetzen.

Auch der Jugend-Radiosender, den sich das fiktive Parlament wünschte, ist nicht in der Schublade verschwunden. Ohne Abstimmung ging er als Empfehlung an den anwesenden Jugendpfleger Michael Likus weiter. Er wurde darum gebeten, auf der nächsten Sitzung über das mögliche Projekt zu berichten.

Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD) schmunzelte: „Und in der übernächsten Sitzung gibt‘s dann schon eine öffentliche Übertragung.“

Marianne Unger (SPD) griff die Idee einer Pfandmülltonne auf, für die auf Fehmarn wohl am ehesten der Burger Marktplatz in Frage käme. Zumindest ein Versuch soll gestartet werden, erging ein klarer Auftrag an die Verwaltung, die Umsetzung zu prüfen.

Bereits im Gespräch sei man, so Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Schimpf, über eine Graffiti-Wand an der Inselschule. Die Forderung nach besseren und vor allem sauberen Toiletten könne er zwar nachvollziehen: „Doch das liegt an denen, die sie benutzen.“

Auf Fehmarn sei das ein leidiges Problem, ergänzte Bürgermeister Weber. „Öffentliche WCs werden auf Fehmarn regelmäßig zerstört“, bedauert er. Jüngstes Beispiel: In der Burger Großsporthalle haben Unbekannte einen Kohleanzünder am Handtuchspender angebracht. Weber nachdrücklich: „Vor der Kreisfeuerwehrversammlung musste erst einmal zwei Stunden gelüftet werden. Das hätte aber auch ganz anders ausgehen können.“

Gerd-J. Schwennsen

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