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Ostholstein Kaffeesatz auf der Blumenwiese
Lokales Ostholstein Kaffeesatz auf der Blumenwiese
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20:24 20.06.2016
Auf etwa 100 Quadratmeter erstreckt sich das Labyrinth, das Atif Gülücü aus Kaffeefilter-Blumen und Satzfetzen gestaltet hat. Quelle: Fotos: S. Latzel

„Mal etwas Anderes sehen“ mag auch unter kulturinteressierten Menschen ein häufig geäußerter Wunsch sein, und diesbezüglich empfiehlt sich jetzt ein Besuch des Ostholstein-Museums in Eutin. Dort ist am Sonntag die Ausstellung „Literarische Blumenwiese“ eröffnet worden. In ihrem Zentrum steht eine gewaltige Installation des Künstlers Atif Gülücü – spannend, vielschichtig, ungewöhnlich und schön zugleich.

Eine spannende Installation des Künstlers Atif Gülücü zeigt jetzt das Ostholstein-Museum.

Bis Ende August im Dachgeschoss

Zu sehen ist die „Literarische Blumenwiese“ von Atif Gülücü bis zum 28. August dieses Jahre im Dachgeschoss des Ostholstein-Museums in Eutin. Es ist montags bis donnerstags von 11 bis 18 Uhr sowie freitags, sonntags und feiertags von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

Der Eintritt kostet acht Euro, ermäßigt vier Euro, Kinder frei.

Gülücü hat seine Blumen aus Styropor, Draht und benutzten Kaffeefiltern gebaut und 200 dieser Gebilde auf 100 Quadratmetern in einem Labyrinth aus Wörtern und Satzfetzen arrangiert. „Genau wie ich“, „Es ist ganz egal“, „Unter dem blauen Himmel“, „Woher weißt du das“ und vieles mehr ist im Dachgeschoss des Museums zu lesen. „Es gibt diese Assoziation zwischen Kaffeesatz und Bodensatz“, erklärte Ellen Markgraf, Kunsthistorikerin aus Kassel, dazu in ihrer Einführung. Abgebildet seien auch Fragen, Gedanken und Plattitüden, die „zum Bodensatz der Gesellschaft“ führten. Zudem bewegten sich die Menschen heute „im Labyrinth der Informationen“.

Zwei Jahre hat Gülücü an seiner Installation gearbeitet. Der 1953 im türkischen Antakya geborene Künstler lebt seit 1980 in Preetz. Der Aufbau seines Kunstwerkes im Ostholstein-Museum habe eine Woche gedauert, berichtete Museumsleiterin Julia Hümme, „und jetzt haben wir hier ein wahres Blumenmeer“ – passend zum „botanischen Leitthema“, dem das Museum in diesem Jahr anlässlich der Landesgartenschau folge. In der Dauerausstellung findet sich eine weitere Installation von Gülücü: „Seerosen“ aus bearbeiteten Zementsäcken, Acrylfarbe und Plexiglas.

„Ich fühle mich wie ein kleiner Regentropfen – und doch gebe ich dem Fluss Energie“, schilderte der Künstler seine Sicht auf sich selbst. Liebe ist ein beherrschendes Thema in seinen Werken, was mit der musikalischen Untermalung der Vernissage gewürdigt wurde: Die Sängerin Angelika Remlinger und Judit Simandi auf der Violine brachten Liebeslieder zu Gehör.

Gülücüs Kunst sei ein wichtiger Beitrag zum kulturellen Austausch zwischen Deutschland und der Türkei, hob Sahabettin Atli von der deutsch-türkischen Gesellschaft Kiel in seinem Grußwort hervor.

Mehmet Fatih Ak, türkischer Generalkonsul in Hamburg, betonte, welche Bereicherung die kulturelle Landschaft durch Migranten erfahre. Mit Blick auf Gülücüs zentrales Material, die Kaffeefilter, erklärte Ak: „Unterhaltung und Konversation sind wichtig, und Kaffee ist dafür eine Art Instrument.“ Und anhand von Gülücüs Installation können sich gewiss eine Menge Konversationen entwickeln – einfach mal hingehen und etwas Anderes sehen.

latz

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