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Ostholstein Kaffeetrinken im Hof: Kreisverwaltung probte „Streiken für Anfänger“
Lokales Ostholstein Kaffeetrinken im Hof: Kreisverwaltung probte „Streiken für Anfänger“
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21:17 07.04.2016
Mitarbeiter der Kreisverwaltung Eutin beim Warnstreik im Hof. Zu der Aktion hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen. Quelle: Petersen

Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung Ostholstein zählen nicht zur Speerspitze der Gewerkschaft Verdi, wenn es gilt, Tarifforderungen im öffentlichen Dienst durchzusetzen. An einen Arbeitskampf kann sich hier jedenfalls niemand so recht erinnern.

„Streiken für Anfänger(innen)“ hatte Verdi denn auch die einstündige Aktion gestern Vormittag im Innenhof des Eutiner Kreishauses überschrieben. Um der Forderung nach sechs Prozent mehr Geld und dem Erhalt der Zusatzversorgung Nachdruck zu verleihen, sollten auch die Kreis-Angestellten im aktuellen Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes ein Zeichen setzen. Die Resonanz war zögerlich.

„Eine Massenveranstaltung war nicht geplant“, erläuterte Gewerkschaftssekretärin Barbara Kammer vom Verdi-Bezirk Lübeck-Ostholstein. Die Mitarbeiter — beim Kreis stehen 400 tariflich Beschäftigte und 130 Beamte auf der Gehaltsliste — waren aufgerufen, zwischen 11 und 12 Uhr den Arbeitsplatz zu verlassen und zum Gespräch auf eine Tasse Kaffee in den Hof zu kommen. Als ersten Schritt und Nadelstich gegen die Arbeitgeber bezeichnete die Gewerkschaft die einstündige Aktion.

Auch die Verwaltung müsse mal ran und für eine bessere Bezahlung im öffentlichen Dienst kämpfen. „Ihr könnt euch nicht darauf verlassen, dass andere es machen“, rief Kammer aus dem Hof per Megafon den Beschäftigten in den Büros zu. „Es tut nicht weh. Kommt raus und zeigt, dass ihr nicht alles mit euch machen lasst.“ Etwa 30 bis 40 Beschäftigte folgten im Laufe der Stunde der Aufforderung. „Ein positiver Auftakt“, bilanzierte die Gewerkschafterin. Rund zehn Prozent der Belegschaft hätten sich beteiligt. „Wir bleiben dran“, verkündete Kammer.

Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt, sehen aber Handlungsbedarf bei der kommunalen Zusatzversorgung für das Alter. Verdi lehnt das entschieden ab. Die Gewerkschaft fordert zudem eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro und die unbefristete Übernahme der Auszubildenden.

Landrat Reinhard Sager (CDU) hat als Präsident des Deutschen Landkreistages die Forderungen der Gewerkschaften als „weit überzogen“ zurückgewiesen. Für Städte, Landkreise und Gemeinden liefen sie auf Mehrkosten von rund 2,8 Milliarden Euro hinaus. „Eine derartige Steigerung ist durch die aktuellen Lebenshaltungskosten, die Energiepreis- und Zinsentwicklung nicht zu rechtfertigen“, erklärte Sager bereits im Februar. pet

LN

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