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Ostholstein Kampf gegen Plastiktüten im Biomüll
Lokales Ostholstein Kampf gegen Plastiktüten im Biomüll
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18:23 13.07.2018
„#wirfuerbio“-Aktion: Holger Kroll (ZVO, r.) informiert Margarete und Georg Skibba aus Quisdorf über Plastik im Biomüll und verschenkt Papiertüten.
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Sierksdorf

Der für Ostholstein zuständige Entsorger beteiligt sich an der Kampagne „#wirfuerbio – Biomüll kann mehr“. Zahlreiche Unternehmen aus dem Norden machen mit, werben gemeinsam für den Einsatz von Papiertüten. Schirmherr ist Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne).

Müll richtig zu trennen ist gar nicht so einfach. Denn kompostierbare Plastiktüten gehören nicht in die braune Tonne, sondern in den Restmüll. Warum? Erstens: Sortieranlagen halten sie für Plastik. Zweitens: Sie sind nicht 100-prozentig abbaubar. Die ZVO Entsorgung GmbH will aufklären.

183 Kilogramm Restabfall fielen pro Einwohner in Ostholstein 2017 an.

Hier informiert der ZVO

Das ZVO-Infomobil gastiert am 18. Juli in Heiligenhafen und am 20. Juli in Stockelsdorf. Vor den dortigen Famila-Filialen sollen Kunden über dem Umstieg von Plastik- auf Papiertüten informiert werden.

Infos online: www.zvo.com

Vor allem Plastiktüten würden den rein biologischen Kreislauf stören, „denn auch aus kompostierbaren Plastiktüten wird weder 100 Prozent Bioenergie noch Qualitätskompost“, heißt es in einer Mitteilung des ZVO. Zwar zerfielen die Tüten in Mikroplastik, könnten dann aber nicht mehr aus dem fertigen Rohkompost gesiebt werden. Die Folge: Mikroplastik gelangt auf Äcker, in Beete, ins Grundwasser und ins Meer und irgendwann wieder in die Nahrungskette.

Laut ZVO-Statistik gab es im Kreis Ostholstein im vergangenen Jahr 10251 Tonnen Bioabfall. Das entspricht in etwa dem Gewicht von 18 Flugzeugen des Typs Airbus A380. U

nternehmenssprecherin Nicole Buschermöhle teilt auf LN-Anfrage mit, dass sich die Menge des ermittelten Bioabfalls pro Einwohner von 2016 auf 2017 um zwei Kilogramm leicht auf nunmehr 51 Kilogramm erhöht habe. 2013 waren es noch 45 Kilogramm. „Das ist auf eine kontinuierlich vermehrte Nutzung der Biotonne zurückzuführen“, sagt Buschermöhle.

Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebs mit Sitz in Sierksdorf sind derzeit im Kreis unterwegs, um für einen Verzicht auf Plastiktüten zu werben. Stattdessen sollen Verbraucher auf Papiertüten zurückgreifen. Jeweils fünf Exemplare pro Kunde werden derzeit auf den Recyclinghöfen kostenfrei abgegeben (25 Stück können für drei Euro erworben werden). „Wir wollen unsere Kunden dafür sensibilisieren, warum Plastiktüten, selbst die sogenannten kompostierbaren, nichts im Bioabfall zu suchen haben“, betont Holger Kroll, Geschäftsbereichsleiter Kommunale Abfallwirtschaft beim ZVO.

Kroll und seine Kollegen erklären, dass die kompostierbaren Plastiktüten „die Euro-Norm erfüllen, wenn sich nach zwölf Wochen 90 Prozent der Tüte in Teile zersetzt haben, die kleiner als zwei Millimeter sind, und wenn nach sechs Monaten 90 Prozent der Tüte biologisch abgebaut sind“. Die Dauer würde die Produktionszeiten in den Anlagen zur Kompostierung und Gewinnung von Bioenergie deutlich überschreiten. Ein vollständiger Abbau bleibe aus. Wer keine Papiertüten kaufen möchte, kann seine Bioabfälle auch in Zeitungspapier packen – aber erst nach dem Lesen.

Sebastian Rosenkötter

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