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Ostholstein Kampfansage an Gänse-Hasser
Lokales Ostholstein Kampfansage an Gänse-Hasser
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12:20 27.02.2016
Dem VSG-Vorsitzenden gelang auf der Insel dieses Foto von zwei Kanadagänsen und ihrem Gelege — bevor Unbekannte es plünderten.

 Nachdem im vergangenen Jahr sämtliche Gelege der dort heimischen Gänse-Arten zerstört worden sind, wollen die Aktiven von der VSG das Naturschutzgebiet künftig technisch überwachen. Außerdem setzen sie eine Belohnung von 1000 Euro für die Überführung der Übeltäter aus.

Von einem „kriminellen Eingriff in das Brutgeschäft“ spricht der VSG-Vorsitzende Holger Jürgensen. In 2015 seien etwa 20 Gelege von Graugänsen sowie Kanada- und Nilgänsen zerstört worden. Was konkret bedeutet, dass der oder die Täter offenbar zur Insel hinüber gerudert sind und sich dort gezielt die Nester der Gänse vorgenommen haben. Jürgensen und seine Mitstreiter von der VSG haben Anzeige bei der Polizei erstattet und bieten jetzt auch genannte Belohnung von 1000 Euro. „Diese Summe stammt ausschließlich aus Spenden, die gezielt zu diesem Zweck der VSG zur Verfügung gestellt wurden“, so Jürgensen.

„Gänse werden nicht von allen geliebt“, weiß Ingo Ludwichowski, Geschäftsführer des Naturschutzbundes (Nabu) in Schleswig-Holstein. Die Vögel versorgen sich gern mit dem frischen Grün auf den Feldern. „Deshalb gibt es gerade in der Landwirtschaft Leute, die Probleme mit diesen Tieren haben.“ In Nordfriesland seien häufiger Gelege von Gänsen zerstört worden. „Aus Ostholstein habe ich bisher nicht davon gehört“, so Ludwichowski. Er widerspricht der Annahme, die Gänse würden die Felder kahl fressen: „Schäden entstehen nur, wenn sich die Vögel auf wenigen Flächen konzentrieren.“

Ansonsten könne sich der Verbiss sogar „positiv auf die Blattanlage“ auswirken.

Grau- und Kanadagänse sind auch in Norddeutschland stark verbreitet. Die aus Afrika stammenden Nilgänse gehören hingegen zu den Neozoen, also zu „gebietsfremden Tieren“, die in diesem Fall aus der Gefangenschaft geflohen sind und sich erfolgreich angesiedelt haben. „Alle Arten fallen unter die Vogelschutz-Richtlinie“, erklärt der Nabu-Geschäftsführer. „Das heißt, dass die Brut- beziehungsweise Niststätten nicht beeinträchtigt werden dürfen.“

Allein das Betreten der Möweninsel sei bereits eine Ordnungswidrigkeit, weil damit gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen werde, betont Polizei-Sprecher Stefan Muhtz. „Nach diesem Gesetz sind zudem die Gelege per se schützenswürdig“, so Muhtz. Das Entnehmen der Eier erfülle sogar den Straftatbestand der Jagdwilderei. Das Vorgehen der VSG können die Ordnungshüter deshalb gut nachvollziehen. „Nach den Vorfällen im vergangenen Jahr unterstützt die Polizei den präventiven Gedanken“, erklärt Muhtz.

Der VSG-Vorsitzende hofft, das mit Hilfe des Umweltschutzdienstes der Polizei „eine Wiederholung des Naturfrevels verhindert“ werden kann. Ein Bewegungsmelder könne auf der Möweninsel wegen der „lebhaften Flugtätigkeit“ der Vögel nicht aufgebaut werden, so Jürgensen. „Es wird aber eine erfolgversprechende technische Abwehrmaßnahme installiert“, sagt er — über deren Details sollen nur wenige Eingeweihte Bescheid wissen. Wer rund um oder auf der Möweninsel Ungewöhnliches beobachtet, möge sich bei der Polizei unter Telefon 04524/70770 oder bei der VSG unter Telefon 0171/ 81

56920 melden.

Mäh-Aktion: Übersetzen mit dem THW

Die jährliche Mäh-Aktion auf der

Möweninsel findet am Sonnabend, 5. März, statt. Die VSG bittet alle „geländegängigen Naturfreunde“, zu Mäh-Werkzeugen, Sensen, Spaten und Forken zu greifen, um die Vorjahresvegetation zu entfernen, damit die Brutvögel die Insel wieder annehmen.

Treffpunkt für den Einsatz ist um 10 Uhr die alte Badestelle an der Straße „Im Felde“. Das Technische Hilfswerk setzt die Aktiven per Boot zur Insel über, und gegen Mittag gibt es einen Imbiss. Anmeldungen werden von der VSG-Geschäftsstelle unter Telefon 04521/4143 angenommen.

Sabine Latzel

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