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Ostholstein Kampfmittel-Verordnung sorgt für Ärger
Lokales Ostholstein Kampfmittel-Verordnung sorgt für Ärger
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09:59 09.12.2015
„Die Pille müssen wir schlucken, aber wir bleiben am Ball.“ Jens Reise, Bürgermeister

Weihnachtssitzung der Gemeindevertretung Großenbrode inklusive geschmückter Tanne im Sportlerheim. Dazu passte, dass Monika Klein (SPD) zum Abschluss der Sitzung ein kleines besinnliches Weihnachtsgedicht vortrug.

Aber es gab auch Inhaltliches. Bürgermeister Jens Reise (CDU) teilte mit, dass die Gemeinde wachse. 2138 Männer, Frauen und Kinder sind es im Augenblick, 70 Einwohner mehr als im Vorjahr. Der Verwaltungschef erklärte weiter, die Integration der Asylbewerber sei bisher gelungen. „Einige arbeiten im Bauhof, viele spielen Fußball.“ Man nehme die Menschen mit offenen Armen auf.

Im Zuge der Schienenanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung liegen Planungen der Agentur Bahnstadt zum Haltepunkt Großenbrode vor. Dieser könnte somit hinter dem Friedhof liegen, ist aber mit der Deutschen Bahn noch nicht abgestimmt.

Großenbrode gehört nun auch zu den 91 Gemeinden Schleswig- Holsteins, die von der KampfmittelVerordnung betroffen sind. Es geht hierbei auch um Bombenabwürfe im Zweiten Weltkrieg. Allerdings ist noch nicht klar, ob es Abwürfe auf dem Gemeindegebiet gab. Daher findet es die Gemeindevertretung überzogen, wenn vor jeder Baumaßnahme die betroffenen Grundstücke auf Kampfmittel zu überprüfen seien. Es ist die Rede von Luftbildauswertungen und Archivrecherchen — die Bearbeitungszeit könne bis zu zehn Wochen dauern, die Kosten bei bis 250 Euro liegen. Jens Reise: „Wenn eine Familie ein Haus bauen möchte ist dieser Aufwand eine Frechheit. Die Pille müssen wir jetzt schlucken, aber wir bleiben da am Ball, werden Kontakt zum Land aufnehmen.“

Positiv ist dagegen, dass in der Grundschule 20 Neuanmeldungen vorliegen. Jens Reise lobte: „Das zeigt die gute Arbeit vor Ort. Die Zukunft ist hier gesichert.“ Die Einrichtung beteiligt sich auch am Projekt „Schulhof der Zukunft“ und hofft hierfür auf Fördermittel.

Zunächst vom Tisch ist nach anwaltlicher Prüfung die Gründung einer Grundstücksentwicklungsgesellschaft Großenbrode. Diese habe bei der Kommunalaufsicht des Kreises wenig Chancen auf Genehmigung. Die Gemeindevertretung wird den Haushalt 2016 nicht mehr in diesem Jahr verabschieden.

Dafür soll aber bis zur neuen Tourismus-Saison ein Dünenminigolfplatz sowie eine Parkfläche am Kai entstehen. Alles gut also in Großenbrode? Die Antwort lautet ja. Sogar Klaus Reise (Freie Wähler), der sich gern inhaltlich mit CDU, FDP und SPD reibt, sagte angesichts weltpolitischer Krisenherde: „Es kommen noch große Veränderungen auf unser Land und Europa zu. Ihnen allen ein gesegnetes Fest.“

pm

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