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Ostholstein Kandidaten für den Kreistag: Viele bekannte Gesichter
Lokales Ostholstein Kandidaten für den Kreistag: Viele bekannte Gesichter
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12:13 12.01.2018
Tritt nicht wieder an: Kreispräsident Ulrich Rüder (68) zieht sich ins Privatleben zurück.

Der oberste Repräsentant Ostholsteins kandidiert nicht mehr. Kreispräsident Ulrich Rüder (CDU) zieht sich aus der Politik zurück. „Es ist eine ganz persönliche Entscheidung“, sagt er. „Ich will für mich und meine Frau mein Leben künftig gestalten, ohne dass immer ein Kalender daneben liegt.“

In vier Monaten wählen die Ostholsteiner ihre Stadt- und Gemeindevertretungen sowie einen neuen Kreistag. Viele Kommunalpolitiker sind wieder dabei, andere treten nicht mehr an. Unter denen, die sich zurückziehen, sind einige, die jahre- und jahrzehntelang aktiv waren.

Am Tag nach der Kommunalwahl feiert Rüder seinen 69. Geburtstag. Für ihn auch ein Grund, nicht mehr anzutreten. Zwölf Jahre hauptamtliche Kommunalpolitik (als Bürgermeister von Scharbeutz) und 15 Jahre ehrenamtliche im Kreistag, davon vier Jahre als stellvertretender Landrat und sieben Jahre als CDU-Fraktionschef, seien genug. Rüders Bilanz fällt positiv aus. „Das Amt hat mir Freude gemacht, es ist auch eine Ehre, es übertragen zu bekommen.“ Die Zusammenarbeit mit Landrat Reinhard Sager (CDU), mit dem er befreundet ist, sei hervorragend gewesen, ebenso die mit der Verwaltung. Aber: „Nach fünf weiteren Jahren wäre ich 74.“

Ein Alter, das FDP-Fraktionschef Manfred Breiter längst hinter sich gelassen hat. Er wird noch vor der Kommunalwahl 78. „Ich bin alt genug, um langsam aufzuhören“, sagt Breiter, der ebenfalls nicht mehr antritt. 15 Jahre saß er im Kreistag, und mit etwas Abstand davor schon einmal vier Jahre. „Es hat überwiegend Spaß gemacht, es ist auch sehr lehrreich, man erfährt viel und kann sich an vielen Dingen beteiligen. Das werde ich vermissen.“

SPD- und CDU-Chefs wieder dabei

„Ja, ich trete wieder an“, sagt der CDU-Fraktionschef und stellvertretende Landrat Timo Gaarz (40). Er ist seit 1998 dabei. Ob er wieder Fraktionschef und stellvertretender Landrat werde, überlasse er der neuen Fraktion. Ein klares Ja – „ohne Wenn und Aber“ – zu einer weiteren Kandidatur kommt ebenfalls von SPD-Fraktionschef Burkhard Klinke (65). „Es macht mir viel Spaß.“ Auch wieder im Rennen ist Monika Obieray (65), die Fraktionsvorsitzende der Grünen. Allerdings werde es ihre letzte Wahlperiode „in der ersten Reihe“ sein. Sie habe überlegt, schon jetzt aufzuhören. „Man muss ja auch mal die Jungen ranlassen.“ Einmal kandidiere sie noch, aber auf jeden Fall werde das ihre letzte Wahlperiode sein. Obieray sitzt seit 1994 im Kreistag und genießt es gerade richtig: „Es ist ein Privileg, nicht mehr arbeiten zu müssen und sich voll für die Politik einsetzen zu können.“ Auch Malte Tech (75), der Fraktionschef der Freien Wähler, will erneut dabei sein. „Trotz meines Alters trete ich wieder an.“

In beinahe jeder Fraktion gibt es Kreistagsmitglieder, die keine erneute Kandidatur anstreben. Bei der SPD haben dies bereits Karlheinz Jepp (Eutin) und Hilbert Neumann (Ahrensbök-Gießelrade) signalisiert. Auch Peter Baldus (Fehmarn) wird nicht mehr kandidieren. „Das bedauere ich sehr“, sagt sein Fraktionschef Klinke, „er war der ruhende Pol in der Fraktion.“

Der neue Kreistag wird also eine Reihe neuer Mitglieder aufweisen. An Kandidaten mangelt es den Parteien nicht, versichern sie. Die SPD hat so viele, dass es bei deren Kür am 10. Februar laut Voraussage von Klinke in einzelnen Wahlkreisen darum geht, wer antreten darf. „Es kommen viele neue Gesichter, das finden wir unheimlich toll“, sagt Klinke.

Großes Interesse

bei Jüngeren

„Wir haben genügend Bewerber und können sogar genug Frauen in Position bringen“, versichert Gaarz. „Das ist wichtig für eine Volkspartei.“ Davon könne die Politik gerade auf kommunaler Ebene enorm profitieren. Gaarz beobachtet bei den um die 30-Jährigen zurzeit ein großes Interesse an der Kommunalpolitik. Ihre Kreisliste haben die Grünen bereits fertig. Nach Angaben von Obieray gab es genug Bewerber. Das sei gerade auf Kreisebene kein Problem, weil der Kreis groß sei. „Entscheidend ist, eine gute Mannschaft zusammenzubekommen.“ Obieray gibt aber auch zu: „Die rennen einem nicht die Bude ein.“

Über Bewerbermangel kann auch die FDP nicht klagen. „Wir haben genug, für den Kreistag allemal“, sagt Breiter. Die Bundespolitik habe den Freien Demokraten in den vergangenen Monaten ganz erheblichen Zulauf verschafft. Einen Kandidatenmangel sieht auch Tech nicht. Die Freien Wähler verdankten ihren Zulauf der Bürgerinitiative gegen den Abriss des Haus des Gastes in Eutin.

Wahlberechtigt ab 16

169000 Ostholsteiner sind am 6. Mai aufgerufen, neue Kommunalvertretungen zu wählen. Die genaue Zahl wird erst am 17. April an den Kreis gemeldet. Wahlberechtigt sind alle Ostholsteiner ab 16 Jahre. Die genannte Zahl orientiert sich an den genau 169403 Wahlberechtigten der vergangenen Landtagswahl, als ebenfalls ein Wahlalter ab 16 galt.

36 Stadt- und Gemeindevertretungen müssen gewählt werden, außerdem der Kreistag.

 Susanne Peyronnet

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