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Ostholstein Kapitän „Rückgrat“ Schwandt kommt nach Heiligenhafen
Lokales Ostholstein Kapitän „Rückgrat“ Schwandt kommt nach Heiligenhafen
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13:20 18.08.2016
Charakterkopf mit klarem Blick auf die Welt: Kapitän Jürgen Schwandt. Quelle: hfr
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Heiligenhafen

Der Mann redet Klartext. Und das in einer Zeit, wo sich das kaum jemand mehr traut. In Hamburg genießt er absoluten Kultstatus, mittlerweile hat er aber auch deutschlandweit eine große Fangemeinde – es ist die Rede von Kapitän Jürgen Schwandt.

Kult-Kapitän liest im Meereszeiten aus seiner „Sturmwarnung“ – Er erzählt von Huren und Glücksdrachen sowie S-Bahnfahren mit der Generation „Dicke Eier“.

Lesungen

Im Hotel „Meereszeiten“ geben sich die Star-Autoren die Klinke in die Hand. Bereits am 30. September liest TV-Richterin Barbara Salesch aus ihrem Buch „Ich liebe die Anfänge“.

Am 13. Oktober kommt er nach Heiligenhafen, liest ab 19.30 Uhr im Hotel „Meereszeiten“ zusammen mit Stefan Krücken aus ihrem gemeinsamen Buch „Sturmwarnung“ (erhältlich auch in der LN- Geschäftsstelle in Oldenburg).

Das 190-Seiten-Werk ist eine turbulente Biografie voller Weisheiten und Zigaretten. Und eine Anleitung, wie man inmitten der größten Krise Mensch bleibt. Er erzählt darin von Piraten auf der Elbe, von Huren und Glücksdrachen. „Auf meinen Reisen habe ich überall auf der Welt gute Menschen kennengelernt. Und auch ein paar Arschgeigen. Das hat nichts mit Hautfarbe, Pass oder Religion zu tun.“

Bei seinem kritischen Blick auf die Welt behält er stets seinen trockenen, nordischen Humor. „Ein Seemann muss nicht stark sein, er muss nur stark tätowiert sein“, lautet ein Motto Schwandts. Seinen Unterarm ziert der besagte Glücksdrache. Der Hüter sozialer Werte geht mit der Zeit, ist ein Social-Media-Star geworden. 137000 Gefällt-Mir-Angaben sind ihm bei Facebook ins Netz gegangen.

Schwandt spielt diese Karte gekonnt, gewährt seinen Fans persönliche Einblicke, postet etwa ein Bild von seinem Frühstück – bestehend aus Zigarette und Espresso. Er schreibt dort auch, dass er täglich zwei Schachteln rauche und der Keks zum Espresso „komplett überflüssig“ sei.

Der 80-Jährige bezeichnet sich selbst aufgrund seiner Lebenserfahrung im Ausland als Kosmopolit. „An meinem Fahnenmast ist die Europaflagge gehisst.“ Eine Botschaft zum Brexit, den EU-Austritt Großbritanniens. Schwandt glaubt weiter an ein geeintes Europa. Der Käptn’ hat aber nicht nur das Große im Blick. Er beobachtet seine Umwelt im Alltag, beschreibt auch mal eine S-Bahnfahrt in Hamburg mit der Generation „Dicke Eier“ und fragt, wo die Manieren der Menschen geblieben seien.

Der Spiegel ehrte ihn als „Kapitän Rückgrat“, als aufrechten Mahner und spannenden Erzähler. Heiligenhafen müsste nach dem Geschmack Schwandts sein. Denn er sagt, seine „Sturmwarnung“, sie gehöre in den Hafen. Da ist es gut, dass das Hotel „Meereszeiten“ neben dem Fischereihafen liegt. Ahoi, Kapitän Schwandt.

 Peter Mantik

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