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Ostholstein Kardiologie: Neues Therapieverfahren an der Sana Klinik
Lokales Ostholstein Kardiologie: Neues Therapieverfahren an der Sana Klinik
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21:25 13.10.2016
Kardiologie-Chefarzt Prof. Dr. Frank Bode und seine Kollegin Kathleen Gnewuch demonstrieren, wie die neue Anlage funktioniert. Quelle: Binder

Das bringe vor allem Vorteile für Patienten aus dem nördlichen Ostholstein: Für vergleichbare Angebote hätten sie bisher bis nach Lübeck fahren müssen.

 

Zerlegt in viele Einzelteile, wurde die Anlage zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen angeliefert. Fotos (2): Hesse/Sana (hfr)

„Jetzt ist die Kardiologie ein zusätzlicher Schwerpunkt.“André Stoschus, Sana

Mit der neuen Therapie könnten Herzrhythmusstörungen langfristig beseitigt werden, berichtet Kardiologie-Chefarzt Professor Dr. Frank Bode. Bei der „Elektrophysiologischen Untersuchung“, kurz EPU, werden künstlich Impulse gegeben, um zu testen, wann eine Herzrhythmusstörung ausgelöst wird. Mit einem speziellen Katheter können die Erregungsherde an den betreffenden Stellen dann verödet werden.

Seit Anfang des Monats steht die Anlage in Oldenburg, die erste Patientin wurde bereits behandelt. Zum sogenannten Linksherzkatheter-Messplatz gehört neben dem eigentlichen Behandlungs- auch ein Kontrollraum, in dem die Untersuchung auf diversen Monitoren verfolgt werden kann. Der behandelnde Arzt bekommt die Bilder der untersuchten Gefäße ebenfalls direkt auf Bildschirme über der Patientenliege projiziert.

Neben dem Behandlungslabor selbst gehören zu dem neuen Riesengerät auch diverse Notstromaggregate, damit für den Fall eines Stromausfalls vorgesorgt ist. Einige Einzelteile der Anlage sind so massiv, dass sie mit einem Kran über das Dach der Klinik an ihren Platz gehievt werden mussten.

Herzrhythmusstörungen seien in der Regel nicht lebensbedrohlich, könnten die Lebensqualität jedoch stark einschränken, erklärt Chefarzt Bode. Zum Teil seien Betroffene nicht mehr in der Lage, ihre Arbeit zu bewältigen, oder trauten sich nicht mehr, weite Strecken in den Urlaub zu fahren. Gemeint seien dabei keine „Ausnahme-Stolperer“. Wer jedoch häufiger ohne ersichtlichen Grund Herzrasen bekomme, solle sich von einem Spezialisten untersuchen lassen. Weitere Anzeichen könnten regelmäßige Schwindelgefühle oder Beinahe-Ohnmachten sein.

Neben Herzrhythmusstörungen können aber auch akute Herzinfarkte mit der neuen Anlage behandelt werden. „Damit sind wir auch bei Notfällen, bei denen jede Minute zählt, künftig noch besser aufgestellt“, betont Sana-Geschäftsführer Stoschus. Weil die Klinik nun über zwei Herzkatheter-Labore verfüge, könnten Betroffene gleichzeitig behandelt werden.

„Der Standort Oldenburg wird gestärkt“, so Stoschus. Mit dem Rettungsdienst werde er nun besprechen, wie die verbesserte Ausstattung der Klinik in das Notfallkonzept integriert werden könne, kündigt er an.

 jen

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