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Ostholstein Kassauer schießen um Meistertitel
Lokales Ostholstein Kassauer schießen um Meistertitel
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21:25 23.08.2017
Schützen, Betreuer und Trainer – sie alle trafen sich Dienstagabend vor der Abfahrt nach München zum Gruppenbild. Quelle: Fotos: Sebastian Rosenkötter
Dorfverein schickt gleich zwölf Teilnehmer zur Deutschen Meisterschaft in München – Bis 3. September treten 4000 Athleten an – LN treffen Reisegruppe kurz vor der nächtlichen Abfahrt.

Reisetaschen, Zelte, Snacks, Schlafsäcke, Planen, ein Kühlschrank und natürlich Waffen sowie Munition sind gepackt. Es ist Dienstagabend. Vor dem Schießstand am Plunkauer Weg posieren zwölf Kassauer für ein letztes Bild vor der Abfahrt nach Bayern. Die Ostholsteiner sind seit 1978 ununterbrochen am Start, wenn in München-Hochbrück um Medaillen geschossen wird. Den größten Triumph feierten sie 2013, als Jens Path Deutscher Meister wurde.

„Wir hatten oft nur ein oder zwei Starter“, sagt der erste Jugendleiter Rüdiger Witt. Dieser Umstand gehört aber längst der Vergangenheit an. Denn die Kassauer machen eine erfolgreiche Jugendarbeit.

Jüngster in München ist Hannes Dohm. Der Elfjährige ist wie sein Vater Stephan Dohm begeisterter Sportschütze. Gemeinsam wagen sie das Abenteuer Deutsche Meisterschaft. „Es ist etwas Besonderes – aber noch bin ich nicht aufgeregt“, sagt Hannes. Antreten wird er mit seinem Luftgewehr: 20 Schuss stehend.

Die Kassauer Sportschützen reisen stets mit vielen Unterstützern an. In diesem Jahr sind bringen sie es auf 35 Leute, zusammen kommen sie auf 330 Übernachtungen in München. Geschlafen wird in Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen. „Hotels wären zu teuer. Wir müssen die Kosten gering halten. Aber das Technische Hilfswerk unterstützt uns“, erklärt Uwe Weede, zweiter Jugendleiter.

Doch ganz auf Luxus verzichten wollen die Sportler nicht. Während sie früher noch mit Hilfe eines Spatens ein Loch graben mussten, um Getränke zu kühlen, transportieren sie heute einen Kühlschrank bis ans südliche Ende Deutschlands. Tischen und Bänke leihen sie sich vor Ort aus und dann gibt es ja noch das Bier einer Neustädter Brauerei, was sich zumindest die Betreuer schmecken lassen dürfen.

Die Deutsche Meisterschaft ist für den SSV Kassau der Höhepunkt des Jahres. „Da haben wir drauf hingearbeitet“, sagt Weede. Rüdiger Witt ergänzt, dass es im Gegensatz zu anderen Sportarten nicht ausreiche, Landesmeister zu werden. „Es kann sein, dass dieser nicht qualifiziert ist. Man muss zu den besten Deutschen gehören, die Resultate werden verglichen“, erklärt Witt.

Dass Schießen viel Konzentration erfordert, ist bekannt. Deshalb freuen sich die Kassauer, dass die Wettkämpfe auch erst ab 10 Uhr laufen. Schließlich müsse man schon etwa drei Stunden vorher aufstehen, sich gezielt auf die mentalen und körperlichen Anforderungen vorbereiten. „Jeder wird aufgepusht sein. Die Anlage in München ist toll. Da gibt es 100 Stände nebeneinander“, so Uwe Weede.

Er sagt auch: „Wenn’s gut läuft, ist alles möglich.“ Doch selbst wenn nur einer unter die Top 10 käme, wären alle glücklich. „Wir wissen, jeder gibt sein Bestes. Das ist genug“, sagt Witt.

 Sebastian Rosenkötter

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