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Ostholstein Kastration von Katzen: Oldenburg erwägt Zuschüsse
Lokales Ostholstein Kastration von Katzen: Oldenburg erwägt Zuschüsse
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18:13 02.09.2017

Kampf gegen das Katzenelend: Die Stadt Oldenburg erwägt, die Kastration von Tieren aus dem kommunalen Haushalt zu bezuschussen. Damit will die Verwaltung eine landesweite Aktion fortsetzen, mit der in den vergangenen Jahren die Vermehrung von Streunern eingedämmt werden sollte.

Stadtverwaltung empfiehlt eine kommunale Förderung. Auch andere Kommunen wollen darüber beraten.

„Mit Zuschüssen ließen sich Tierheim-Katzen leichter vermitteln.Dennis Pieper

Stadtverwaltung Oldenburg

Zuletzt hatte das Landwirtschaftsministerium im Herbst 2016 insgesamt 200000 Euro für die Kastration freilebender Katzen bereitgestellt; der Deutsche Tierschutzbund und der Landestierschutzverband unterstützten das Projekt noch einmal mit 20000 beziehungsweise 10000 Euro. Landesweit wurden im Rahmen der Aktion knapp 4800 Katzen kastriert. Tierschützer aus Ostholstein berichteten daraufhin von einem merklichen Rückgang von Fundkatzen (die LN berichteten).

Damit diese positive Wirkung nicht wieder verpufft, überlegt die Stadt Oldenburg nun, die Initiative auf eigene Faust fortzusetzen. Am Mittwoch will der Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten darüber beraten, ob zu diesem Zweck Gelder freigegeben werden (19 Uhr, Kulturzentrum). Die Verwaltung empfiehlt, Tierheim- Katzen vor der Vermittlung auf Kosten der Stadt zu kastrieren. Eine 30-prozentige Förderung für private Tierhalter ist ebenfalls im Gespräch.

„Freilebende Katzen leiden häufig unter Parasiten, chronischen Infektionen oder starkem Hunger“, erklärt Dennis Pieper von der Stadtverwaltung. Durch eine unkontrollierte Fortpflanzung der Tiere werde das Katzenelend immer weiter verschärft. Er plädiert deshalb dafür, der Empfehlung von Bundestierärztekammer und Tierschutzvereinen zu folgen und die Kastration frei laufender Katzen weiterhin finanziell zu unterstützen. Die Kosten für die Kastration einer Katze lägen bei etwa 120 Euro, bei einem Kater schlage der Eingriff mit etwa 76 Euro zu Buche. Pieper rechnet damit, dass durch eine entsprechende Förderung auch „die grundsätzlich schwierige Vermittlung von Katzen aus dem Tierheim gefördert“ werde.

Auch andere ostholsteinische Kommunen haben das Thema bereits auf dem Schirm. Auf Fehmarn etwa gebe es zwar noch keine konkreten Pläne, „wir werden aber in den politischen Gremien darüber beraten, inwiefern wir Schritte gegen das Katzenelend unternehmen können“, kündigt Bürgermeister Jörg Weber (SPD) an. Ähnliches berichtet Heiligenhafens Ordnungsamtsleiter Kuno Brandt: „Es ist gut möglich, dass wir uns im kommenden Jahr mit dem Thema befassen werden.“ Zurzeit sei die Lage aufgrund der landesweiten Aktion etwas entspannter, aktuell sei das Problem aber nach wie vor.

Generell sei es immer erfreulich, wenn sich Kommunen gegen das Katzenelend engagierten, sagt Anna Gomberg von der Tierhilfe Ostholstein. Den Oldenburger Ansatz sieht sie dennoch kritisch: „Besser wäre ein Gesetz nach Paderborner Vorbild“, erklärt sie. Dort sind die Einwohner verpflichtet, ihre Katzen kastrieren zu lassen, sofern sie ihre Tiere nach draußen lassen. Viele Gemeinden in ganz Deutschland hätten dieses Modell mittlerweile übernommen. Für Neustadt habe sie diese Variante ebenfalls angeregt – „bisher jedoch leider ohne Erfolg“, bedauert die Tierschützerin.

Jennifer Binder

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