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Ostholstein Katholiken im Norden: Zeichen stehen auf Veränderung
Lokales Ostholstein Katholiken im Norden: Zeichen stehen auf Veränderung
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20:47 27.12.2017
Ostholstein

Um für die Zukunft gewappnet zu sein, stellt sich das Erzbistum Hamburg neu auf. Die bisher 90 Pfarreien im Bistum, das Schleswig-Holstein, Hamburg und große Teile Mecklenburg-Vorpommerns umfasst, sollen in 30 sogenannte Pastorale Räume umgestaltet werden. Zu einem Pastoralen Raum gehören alle Orte kirchlichen Lebens – sprich Einrichtungen, Dienste, Institutionen und Pfarreien. Aus dem Gebiet der vier Pfarreien Oldenburg, Eutin, Neustadt und Plön wird mit der Errichtungsfeier am 11. Februar in Eutin der Pastorale Raum Ostsee-Holstein.

„Es ändert sich einiges in der Betreuung der Gemeinden. Bernhard Focke Heiligenhafen
„Es wird die Verwaltung, aber nicht die Seelsorge zentralisiert. Pfarrer Bernd Wichert Eutin

Im Kreissüden

Der Pastorale Raum Lübeck (Pfarrei Zu den Lübecker Märtyrern) wurde im Juni errichtet. Die Maria-Königin-Gemeinde Bad Schwartau mit der Paulus-Kirche Timmendorfer Strand zählt auch dazu.

Oldenburg und Neustadt als Gemeindestandorte

Über vier Jahre wurde unter der Leitung von Pfarrer Dr. Bernd Wichert aus Eutin der Pastorale Raum aufgebaut. Künftig gibt es neben Eutin als Hauptsitz weitere vier Gemeindestandorte (Oldenburg, Neustadt, Plön und Preetz) sowie zusätzliche Gottesdienst-Standorte in Burg auf Fehmarn, Heiligenhafen, Grömitz, Dahme, Malente, Ahrensbök und Lütjenburg. Aus bisher vier Kirchenvorständen wird in Zukunft ein Gesamtkirchenvorstand.

„Es gab in der Entstehungsphase vielfach die Frage: Wird uns was weggenommen? Auch wurden Ängste formuliert, dass es in der großen Einheit anonymer wird“, sagt Pfarrer Wichert. Es werde zwar die Verwaltung in Eutin zentralisiert, aber nicht die Seelsorge. Ein Ansprechpartner müsse vor Ort bleiben.

Doch da hat Bernhard Focke, mehr als 50 Jahre Gemeindemitglied in Heiligenhafen und Vorsitzender des Fördervereins der Ansgar-Kirche in Heiligenhafen, seine Bedenken. „Unser Pastor Jérôme Agbemaple muss schon jetzt viele Fahrtstrecken zurücklegen zwischen Oldenburg, Heiligenhafen und Burg“, sagt Focke. „Wie wird es dann ab 2018 werden? Können zum Beispiel die Gottesdienste so noch stattfinden oder wird es Wortgottesdienste geben, die auch Laien halten können?“ Vieles werde erst einmal so bleiben, wie es war, sagt Wichert. Als leitender Pfarrer des Raumes habe er vier Geistliche an seiner Seite: So sind dies weiterhin die Pastoren Andreas Hasse in Neustadt, Dr. Jérôme Agbemaple in Oldenburg sowie Stanislaw Serafin und Andreas Bock in Eutin.

Hinzu kommen noch pastorale Mitarbeiter. „Außerdem sollen an den Gemeindestandorten Teams die Kirche nach außen repräsentieren“, erläutert Bernd Wichert. „Das hat zur Folge, dass man Gemeindemitglieder finden muss, die Verantwortung übernehmen wollen“, sagt Focke. Dies werde nicht immer ganz einfach werden.

In Heiligenhafen habe man früh einen Förderverein gegründet, um das Gemeindeleben zu aktivieren. Ob es ausreiche, den Standort mit vielen katholischen Touristen im Sommer wie bisher aufrechtzuhalten, sei fraglich. Wie aber in anderen Küstenorten bleibe in Heiligenhafen die Hoffnung, dass Seelsorger, die dort im Sommer ihren Urlaub verbringen, gleichzeitig Gottesdienste übernehmen. Es sei ein kleiner Stamm an Leuten, der in Heiligenhafen noch aktiv ist. „Ich versuche sie zusammenzuhalten, damit es nicht auseinanderbricht“, erzählt Focke. 23 Jahre war er mit seiner Frau als Betreuerfamilie tätig und lange Zeit für die Finanzen in der Kirche zuständig. Anfang des Jahres werde er 80 Jahre alt und könne nicht für immer an vorderster Front mitwirken.

Stellenabbau künftig nicht ausgeschlossen

„Und was passiert, wenn doch irgendwann was geschlossen werden muss?“, fragt Focke und verweist auf den wachsenden Schuldenberg des relativ jungen Erzbistums Hamburg (gegründet 1995) von derzeit 80 Millionen Euro. Auf lange Sicht befürchtet auch Pfarrer Wichert, dass „wohl Arbeitsbereiche neu beschrieben und Stellen abgebaut werden“.

Der Prozess sei auf Veränderung angelegt und als Chance zu sehen, beschreibt das Generalvikariat des Erzbistums den Umbau auf Pastorale Räume. Am 28. Januar wird der Pastorale Raum Ostsee-Holstein rechtlich festgeschnürt. Zwei Wochen später folgt der Festakt in Eutin mit Gottesdienst und Feier in den Schlossterrassen.

Markus Billhardt

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