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Kaum neue Windkraft in Ostholstein

Ostholstein Kaum neue Windkraft in Ostholstein

Das Land will Ende des Jahres die neuen Regionalpläne vorstellen – Doch schon jetzt macht ein Planungszwischenstand die Runde, der viele Windmüller beunruhigen dürfte.

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Malerisches Bild im Sonnenuntergang: Dieser Windpark bei Bliesdorf bleibt laut aktuellem Planungsstand bestehen.

Quelle: Louis Gäbler

Oldenburg. Ostholsteins Windmüller hängen weiter in der Warteschleife. Sämtliche Repowering- oder Windparkplanungen ruhen – denn das Land Schleswig-Holstein wird die neuen Regionalpläne wohl doch erst frühestens zum Jahresende veröffentlichen.

 

LN-Bild
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„Am Planungsstand kann sich viel ändern, es spricht nur wenig dafür.“ Holger Diedrich, Riepsdorf

Quelle:
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Im Wirtschaftsausschuss des Landtages aber wurde der aktuelle Planungsstand erörtert. Dieser ist Basis für alle weiteren Abwägungen der Landesplanung. Ein Blick auf das aktuelle Kartenmaterial zeigt, dass nach gegenwärtigem Stand nur Flächen auf Fehmarn sowie im Raum Schashagen, Bliesdorf, Schlamin und bei Schönwalde als Windeignungs-Vorrangflächen noch in Frage kämen. Alle anderen nicht.

Geplante Windparks und Repoweringvorhaben wie in Neuratjensdorf, Göhl, Wangels, Sipsdorf, Kabelhorst oder auch Riepsdorf – sie alle wären damit für die Zukunft hinfällig. Der Riepsdorfer Gemeindevertreter und Windkraftexperte Holger Diedrich (BuG) hat die Sitzung im Wirtschaftsausschuss verfolgt und war auch zur Landesplanung nach Kiel geladen. Er sagt: „Es kann sich noch alles ändern bis Januar, aber es deutet augenblicklich wenig darauf hin.“

Ein Sprecher der Landesplanung erklärte auf LN-Anfrage: „Die Landesregierung arbeitet mit Hochdruck an den Abwägungsentscheidungen zu den zukünftigen Vorranggebieten.“ Dabei würden auch die Stellungnahmen von Gemeinden berücksichtigt. Die Kulisse ändere sich ständig. Daher habe es laut Land keinen Sinn, zu irgendwelchen Zwischenständen Stellung zu nehmen. „Mit der geplanten Veröffentlichung der Entwürfe der Wind- Regionalpläne Ende des Jahres beginnt die öffentliche Debatte auf fachlich fundierter Grundlage.“

Laut Diedrich würde sich auf die aktuellen Planungen auch das Drehfunkfeuer bei Heringsdorf auswirken. Denn derzeit scheint die Deutsche Flugsicherung (DFS), die im Radius von 15 Kilometern alle Windkraftvorhaben untersagt (LN berichteten), alle Trümpfe in der Hand zu haben. Noch in diesem Herbst wird ein Gerichtsurteil in dieser Frage erwartet. Sollte sich das Land als Kläger doch noch durchsetzen, könnte neue Bewegung in die Planungen kommen. Allerdings scheint für einen geplanten Windpark nach jetzigem Stand so oder so das Aus nahe: den Windpark bei Sipsdorf. Denn dieser befindet sich in einem geschützten Landschaftsraum.

Die aktuellen Karten aus Kiel sind für Ostholsteins Windmüller ein Fingerzeig. Der neue Regionalplan wird im Dezember/Januar öffentlich vorgestellt, danach wird er vier Monate lang ausgelegt für Einwendungen, die dann ab April ausgewertet werden sollen. In diese Phase fällt dann noch die Landtagswahl, so dass sich die politischen Verhältnisse im Land nochmals verändern könnten.

Sollte sich dann der Windkraftkurs erneut verändern, wäre dies ein weiterer zeitlicher Aufschub, der weitere Kosten verursachen würde. Zumal nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG), das 2017 in Kraft tritt, die Windmüller für ihre Planungen landesweite Ausschreibungen vornehmen müssten. Ein Windmüller, der ungenannt bleiben möchte, sagt: „Das EEG verlangt, dass Windmüller ihren Strom anbieten müssen und die mit den besten, also niedrigsten Preisen, den Zuschlag für ihre Vorhaben erhalten.“ Dies sei ein Schritt dahin, dass Großanbieter gegenüber regionalen und kleinen Anbietern im Vorteil seien. Der Windmüller fragt daher: „Ist das womöglich Kalkül des Landes?“ Würde das Land die Regionalpläne früher vorlegen, könnten Projekte der Kleinanbieter vor Eintritt des neuen Gesetzes zu festen Preisen realisiert werden. Er fordert daher: „Die Landesplanung soll doch bitte zügig ihre Arbeit machen.“

Alles andere sei aus seiner Sicht ein „Unding“.

Peter Mantik

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