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Ostholstein Kein Atemschutz für Männer mit Bart
Lokales Ostholstein Kein Atemschutz für Männer mit Bart
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18:25 14.01.2017
Martin Voigt (l.) und vier der geehrten Kameraden: Jan Baaß (r.) und Björn Aagard (Mitte) erhielten das Brandschutz-Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst. Die goldene Variante für 40 Jahre bekamen Peter Rüß (2. v. l.) und Horst Schulz. Quelle: Foto: Sebastian Rosenkötter
Oldenburg

Wehrführer Marco Kleinschmidt nutzte die Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oldenburg für einen Rundumschlag. In seinem Rückblick auf das Jahr 2016 sparte er nicht mit Kritik. Während der einwöchige Ausfall der Drehleiter aufgrund der Grundüberholung lediglich ärgerlich gewesen sei, hänge der fast zweimonatige Ausfall des Wasserwerfers auch mit der zeitintensiven Suche nach Ersatzteilen zusammen. „Wenn ein Fahrzeug 20 Jahre alt ist, wird die Ersatzteilbeschaffung schwer“, so Kleinschmidt. Für viel zusätzliche Arbeit hätten zudem die fünf Stromausfälle im vergangenen Jahr gesorgt. Er sprach von „einer umfangreichen zusätzlichen Belastung“ und forderte eine bessere Spannungsüberwachung.

Gleich Anfang 2016 habe sich eine lustig anmutende Diskussion ergeben. Einige Kameraden besuchten demnach einen Lehrgang für Atemschutzgeräteträger, erfuhren dort, dass sie diese Aufgabe nur glatt rasiert ausüben dürfen, um die Dichtigkeit der Masken zu gewährleisten. „Das war die Aussage der Kreisausbilder. Ich habe dann eine E-Mail verfasst und auf die Eigenverantwortung des Geräteträgers hingewiesen“, so Kleinschmidt. Die Lösung: „Zur Ausbildung geht es rasiert“, erläuterte er und schob hinterher, dass er bis heute nicht verstehe, wie ein Oberlippenbart stören könne.

Während der Barterlass im vollbesetzten Schützenhof für viele Lacher unter den Kameraden sowie Vertretern von Hilfsorganisationen, Polizei, Bundeswehr und Nachbarfeuerwehren sorgte, machten die von André Hasselmann, stellvertretender Wehrführer, verlesenden Einsatzzahlen deutlich, wie wichtig die Ehrenamtler für die Stadt sind. Die 74 Aktiven seien 2016 zu 169 Einsätzen gerufen worden. „Es war ein ruhiges Jahr. Es gab mehr Alarmierungen, aber weniger Brandwachen“, so Hasselmann. Dies habe mit der seit September 2015 gesperrten Aula des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums zu tun, in der normalerweise viele kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

Hasselmann erläuterte, dass es neben 29 Brandeinsätzen, darunter sechs Großbrände, 68 vielfältige Hilfeleistungen gegeben habe. Dazu zählt unter anderem die Rettung von Tieren, das Öffnen von Türen und die Hilfe bei Unfällen. Hinzu kamen 37 Fehlalarme.

Bürgermeister Martin Voigt (parteilos), der ebenso wie Bürgervorsteherin Susanne Knees (CDU) vertreten war, betonte, dass die Belastung der Kameraden weiterhin hoch sei. „Sie haben gezeigt, wie nötig wir Sie, die ehrenamtlichen Feuerwehrleute, benötigen.“ Deshalb solle auch in diesem Jahr in die Feuerwehr investiert werden. Geplant sei, die digitalen Funkgeräte zu beschaffen, Räume für die Jugendwehr zu realisieren und die Ausschreibung für eine neue Drehleiter anzuschieben. Und 2019 soll dann richtig gefeiert werden: Dann wird die Wehr 150 Jahre alt.

Wichtige Personalien

57 stimmberechtigte Mitglieder haben Hendrik Haußmann zum neuen Kassenwart gewählt. Er folgt auf Jochen Klupp. Ebenfalls neu im Vorstand sind Henning Meinecke (stellvertretender Kassenwart), Daniel Schönherr (Jugendwart) und Christoph Storm (Kassenprüfer).

Ehrungen für Zugehörigkeit zur Oldenburger Wehr: Jochen Klupp, Christian Richter (zehn Jahre), Ronny Fischer (20) sowie Marco Kleinschmidt und Horst Schulz (40).

Sebastian Rosenkötter

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