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Ostholstein Kein Konsens beim Angelverbot
Lokales Ostholstein Kein Konsens beim Angelverbot
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14:37 25.07.2016
Sollte das Freizeitangelverbot in Kraft treten, dürften Kutterfahrten wie diese wirtschaftlich nicht mehr rentabel sein. Denn die attraktiven Fischbestände befinden sich exakt dort, wo das Angelverbot geplant ist. Archivfoto: Jelonnek

Nach wie vor herrscht kein Konsens bezüglich des geplanten Angelverbotes im Belt (LN berichteten). Auch der überarbeitete Entwurf des Bundesumweltministeriums findet bei der Allianz gegen das Angelverbot keine positive Resonanz. In dieser neuen Variante sind vom betroffenen Naturschutzgebiet zwar nur noch 30 Prozent der ursprünglich angedachten Fläche vom Angelverbot betroffen. Allerdings jene 30 Prozent, die für die Freizeitfischerei einzig relevant seien. Es geht hierbei um massive wirtschaftliche wie touristische Interessen der Region mit weitreichenden und negativen Folgen, sollte das Verbot beschlossen werden. Daher handle es sich hier auch nicht um einen „gelungenen Kompromiss“, wie es die ostholsteinische Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn (SPD) verkündete.

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Die Allianz gegen ein Freizeitangelverbot im Belt ist auch mit dem überarbeiteten Entwurf des Bundesumweltministeriums nicht einverstanden – Forderung der Allianz: Überhaupt kein Verbot.

„Es geht Berlin hierbei nicht um wissensbasierte Erkenntnisse.“ Willi Lüdtke, Fischer

In der Mitteilung der Allianz heißt es: Jochen Flasbarth (Staatsekretär im Ministerium) – der mit Bettina Hagedorn in Heiligenhafen war – streue angeblich in Berlin die Behauptung, der Deutsche Anglerfischer Verband (DAFV) habe den Verordnungsentwürfen zugestimmt. Dem widerspricht Robert Vollborn, Geschäftsführer des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein, der bei den Gesprächen zwischen Ministerium und Verband anwesend war vehement. Er sagt: „Wir haben in allen Gesprächen Kompromissbereitschaft gezeigt, aber eine Einigung kann es mit diesen Entwürfen noch nicht geben.“

Laut Allianz wäre eine Lösung deutlich schneller und sachgerechter mit freiwilligen Vereinbarungen anstelle ordnungsrechtlicher Verbote zu erreichen – so wie es auch die EU befürworte und wie es der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck (Grüne/Bündnis 90) auch in anderen Bereichen der Fischerei umgesetzt habe.

Das Bundesumweltministerium ist gewillt, die Vorgaben der EU zu erfüllen. Doch die Allianz zieht ihrerseits die EU zu Rate und argumentiert: „Die EU macht sinnvolle Vorgaben zum Erhalt der Natur und hat ein Verschlechterungsverbot erlassen.“ Der Zustand der Lebensräume und Habitate dürfe sich durch die Aktivitäten im Gebiet nicht negativ verändern. Dem Schutzgebiet Fehmarnbelt werden jedoch aktuell „konstante und gute Umweltbedingungen“ bescheinigt. „Forscher entdecken jüngst in allen Großgruppen Arten, die Jahre oder Jahrzehnte nicht mehr in der Ostsee festgestellt worden“. Fazit der Allianz: „Ziel erreicht.

Daher fragt sie mit Blickrichtung nach Berlin: „Wo sieht das Bundesumweltministerium heute eine Verschlechterung, die zusätzliche Schutzmaßnahmen notwendig macht, wo es doch selbst die Verbesserung feststellt?“

Daher erklärt das Heiligenhafener Urgestein Willi Lüdtke, der auch 1. Verbandsvorsitzender der Hochseeangel- und Bäderschiffe ist: „Wir haben immer mehr den Eindruck, dass die Entscheidungen beim Bundesumweltministerium nicht auf wissensbasierten Erkenntnissen beruhen, sondern nur ideologischen Vorstellungen der Naturschutzverbände von Null- Nutzungs-Zonen folgt.“

Jens Meyer von der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein kündigt derweil an, dass die Allianz die Sommerpause nutze, sich in dieser Frage weiter zu positionieren.

Peter Mantik

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