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Ostholstein Kein Telefon, kein Internet: Leitungsdefekt in Wangels
Lokales Ostholstein Kein Telefon, kein Internet: Leitungsdefekt in Wangels
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00:15 11.01.2017
Ins Telekomkabel soll Wasser eingedrungen sein. Die Folge: Die Kommunikation in Teilen von Wangels wurde lahmgelegt. Quelle: Mb
Wangels

„Gerade haben mich die Techniker angerufen, dass sie jetzt definitiv loslegen, um den Schaden zu beheben“, sagte Wangels Bürgermeister Eckhard Klodt gestern den LN. Seit fast einer Woche ist in vielen Teilen der Ortschaft keine Kommunikation über Festnetz und Internet möglich. Der Grund soll ein Kabelschaden an der Straße „Am Steinberg“ sein. Die Wangelser sind vor allem über die Kommunikation der Telekom sauer und dass sich die Reparaturarbeiten bisher so lange hinziehen.

Großteil des Ortes tagelang von der Außenwelt abgeschnitten.

„Wir fliegen ins All, aber kriegen so was nicht in kurzer Zeit geregelt“, sagt Dieter Mill. Gemerkt hätten sie es in der vergangenen Woche am Notrufsystem seiner Mutter. „Das hat sofort, als keine Verbindung mehr bestand, angefangen aufzuheulen“, erläutert Antje Mill. Gerade in so einem Fall sei es schwierig. „Wir haben dann ein Mobiltelefon mit Notrufknopf besorgt“, ergänzt ihr Mann. In der Zwischenzeit hätten sie erfahren, dass das halbe Dorf betroffen ist. „Es ist schon immer zu Aussetzern an der Straße gekommen, nun ging plötzlich nichts mehr“, so Mill.

Auch einige Hundert Meter entfernt fiel die Störung auf. „Es lief kein Internet, dann habe ich versucht zu faxen, heraus- und hereinzutelefonieren, doch ich bekam keine Verbindung“, berichtet

Stephan Schoeneich. Erst dachte er, es läge an der Fernleitung, doch dann habe auch er gehört, dass etwa 30 Häuser in Wangels betroffen seien. Auf die Telekom ist er gar nicht gut zu sprechen.

„Es ist frustrierend, wenn man die Servicenummer anruft. Man wird vertröstet, es kommt kein Rückruf von Technikern oder dem Unternehmen, mancher wird sogar pampig am Telefon.“ Der Konzern habe in seinen Augen ein dickes Fell, dies sei Krisenmanagement der übelsten Sorte.

Schoeneich habe dann die Fernmeldetechnikfirma „KFM“ aus Schwentinental angerufen. Sie hatte am vergangenen Freitag den Schadensbereich aufgebuddelt, doch dann war nach Beobachtung der Anwohner bis gestern nichts mehr passiert. „Die Firma hat mir gesagt, es würde ein Spezialkabel benötigt, das die Telekom erst noch liefern müsse“, so Schoeneich. „Andere Unternehmen sind da fixer. Wir hatten mal einen Erdkabelschaden, da wollte die Netz AG das noch in der Nacht reparieren.“

Auch ein weiterer Anwohner, der nicht genannt werden will, schimpft über die Telekom: „Es ist ein Unding. Man wird mit standardisierten Störungs- und Service- SMS auf dem Handy bombardiert, macht erst noch Termine mit Technikern, dann kommt keiner und es wird auch nicht abgesagt. Es kann doch jetzt nicht an einem kleinen Stück Kabel scheitern!“

Für Bürgermeister Klodt eine sehr unschöne Situation: „Als Gemeinde konnten wir nur am Ball bleiben und weiter fordern, dass endlich das Problem beseitigt wird. Glücklicherweise haben viele ein Handy, aber auch nicht alle. Vor allem ältere Bürger konnten keine wichtigen Anrufe tätigen.“

Grund sei Wasser gewesen, das in ein Hauptkabel eingedrungen ist, so die Telekom gestern gegenüber den LN. Es hätten Teile des Kabels aufwendig ausgetauscht werden müssen und die Tiefbauarbeiten gingen aufgrund des Frost nicht so schnell voran wie gewünscht. Allerdings sollte der Schaden zum heutigen Tag behoben sein. So hofft man in Wangels, nun wieder auf allen Kommunikationswegen erreichbar zu sein.

 Markus Billhardt

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