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Ostholstein „Keine 380-kV-Leitung? Ein Rückfall in die Steinzeit!“
Lokales Ostholstein „Keine 380-kV-Leitung? Ein Rückfall in die Steinzeit!“
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20:57 20.09.2017
Tennet war gestern mit einem Infomarkt in Lensahn. Quelle: Foto: Mantik
Lensahn/Fehmarn

Während Landrat Reinhard Sager (CDU) gemeinsam mit Kommunen ein Gutachten in Auftrag geben möchte, um auch Alternativen zu einer 380-Kilovolt-Leitung zu beleuchten, positionieren sich die Windmüller eindeutig. „Wir brauchen die 380-kV-Leitung, um nicht restlos abgehängt zu werden“, sagt Karl Detlef, Windmüller von Fehmarn. Burkhard Naß, Geschäftsführer des geplanten Windparks bei Sipsdorf, pflichtet Detlef bei, sagt: „Die neue Leitung ist absolut sinnvoll.“ Er betrachtet die Stromleitung im Kontext mit der festen Beltquerung und der Nord- Süd-Verbindung in Europa. „Erneuerbare Energien sind unsere Zukunft. Dafür benötigen wir die leistungsstarke Leitung.“

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Beschreibung

Aus dem Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur geht nur eine 13-prozentige Auslastung der 380-kV-Trasse hervor. Hierzu sagt Karl Detlef: „In dem Moment, wo wir unsere alten Windparks repowern und durch das 2022 wegfallende Drehfunkfeuer bei Heringsdorf weitere Vorhaben realisiert werden können, ist die Auslastung doch eine andere.“ Er spricht damit Windparks wie in Neuratjensdorf und Riepsdorf an. Oder auch Planungen in Sipsdorf und in Heiligenhafen, die sich momentan alle wegen des Drehfunkfeuers in der Warteschleife befinden. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) muss bis Ende 2021 den Drehfunkfeuer-Standort geräumt haben. Der Pachtvertrag läuft aus. Bis dahin sind alle Windkraftplanungen im Umkreis von 15 Kilometern auf Eis gelegt.

Laut Detlef müsse man mittel- und langfristig planen. „Überall in Schleswig-Holstein gibt es neue Strom-Leitungen. Ein Stop des Projektes würde uns in die Steinzeit zurückversetzen.“ Doch es gibt Hoffnung für Detlef & Co.: Aus dem Netzentwicklungsplan geht hervor, dass das Projekt bestätigungsfähig sei, weil es wirtschaftlicher sei als eine neue 110- oder 220-kV- Leitung zu bauen.

Landesregierung und Netzbetreiber Tennet gehen weiterhin von der Realisierung aus.

Tennet war daher auch gestern mit einem Infomarkt in Lensahn, informierte die Bürger im Haus der Begegnung über den aktuellen Planungsstand. Projektleiter Till Klages berichtete dort, dass der Zeitplan etwas in Verzug sei. „Wir gehen Mitte 2018 in die Planfeststellung, der erste Spatenstich ist 2019.“ Im Nordkreis im Bereich Göhl und Lensahn, wo es auch eine Teilerdverkabelung geben soll, sogar erst ab 2020. Die Trasse soll bis 2022/23 fertiggestellt sein. Man halte auch Kontakt zur Bahn wegen der Schienenanbindung zur Beltquerung, stimme sich ab. Klages glaubt: „Wir sind fertig, ehe die Bahn in Lensahn ankommt.“

Die Gesprächsatmosphäre mit den Bürgern sei sachlich. Klages: „Keiner möchte einen Mast auf seinem Land haben. Aber fast alle verstehen, dass die Leitung Sinn macht.“ Viele Bürger, vor allem auch Landwirte, nutzten gestern die Chance, neuestes Kartenmaterial einzusehen und sich mit den Tennet-Planern zu unterhalten.

Peter Mantik

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