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Ostholstein Keine Entscheidung zum Küstengymnasium
Lokales Ostholstein Keine Entscheidung zum Küstengymnasium
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11:00 01.10.2018
Küstengymnasium: Die Diskussion um Sanierung oder Neubau geht weiter. Quelle: SEBASTIAN ROSENKÖTTER
Neustadt

 Schulleitung, Lehrer, Schüler und Eltern müssen weiter darauf warten, was mit ihrem Küstengymnasium passiert. Sanierung, Neubau oder gar ein anderer Standort stehen in Neustadt weiter im Raum. Auf einer gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses mit dem Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten wurde nach einer dreistündigen Debatte erneut keine Entscheidung getroffen.

Im Rathaus wurde vor zahlreichen Besuchern, darunter viele direkt Betroffene, ein Gutachten vorgestellt. Näher beleuchtet wurden dabei die vor einem Jahr präsentierten Varianten, sprich Sanierung mit Erweiterungen sowie kompletter Neubau. Untersucht wurden der bauliche Standard, die Umsetzung eines Raumprogramms, die Auswirkung auf die Schule, die Kosten, die Bauzeiten und andere Kriterien wie die Identifikation mit der Schule.

Sanierung ist 5,5 Millionen Euro günstiger

„Im Laufe der Beratung kam auch ein Neubau auf einem anderen Grundstück zur Sprache. Dies haben wir aber nur anhand der Kosten begutachtet“, erläutert Bauamtsleiterin Antje Weise. Als Fazit wurde festgestellt, dass die Erhaltung und Sanierung des Bestands, ergänzt durch rund 30 Prozent an Erweiterungsneubauten, die vorteilhaftere Lösung sei. Für eine Sanierung werden derzeit rund 26,5 Millionen Euro prognostiziert, ein Neubau – auch an einem anderen Standort – läge voraussichtlich bei über 32 Millionen Euro.

Schulleiter Karsten Kilian. Quelle: LN

Auch die Schule steht hinter einer Sanierung. „650 Schüler warten darauf, dass es los geht. Es ist wichtig, dass die Zeitschiene eingehalten wird“, betonte Schulleiter Karsten Kilian. Man sei in die Gespräche um die zwei Hauptvarianten immer eingebunden gewesen. Doch er sei überrascht, dass auch über einen neuen Standort geredet werde. Da habe man die Schule nicht mit ins Boot geholt. „Wir sind dafür, dass die Sanierung kommt. Sie ist machbar“, stellte auch Elternbeirat Sven Schulz-Westensee fest.

Schülervertreter Matthias Bahr meldete sich in der Sitzung ebenfalls zu Wort: „Wir haben uns vorbereitet. Wir wissen, wie sich die Bauarbeiten auf uns Schüler auswirken werden und wollen jetzt nicht mehr länger warten.“ Dr. Michael Böckenhauer (Grüne) äußerte dagegen große Bedenken, was eine Sanierung während des laufenden Schulbetriebs betrifft und präsentierte Negativbeispiele von anderen Schulen. Kilian entgegnete, er könne eine Menge an Schulen nennen, bei denen es funktioniert habe und dies nicht groß in den Medien zu lesen war.

Antrag sorgt für Verwunderung

Grüne und CDU stellten nach gut zweieinhalb Stunden sogar einen Antrag, der nicht nur die Aufstellung eines Verkehrskonzepts, dabei sollte das Küstengymnasium mit einem neuen Standort verglichen werden, sondern auch eine Untersuchung auf Asbest vorsah. Vorausahnend hatte Kilian schon zuvor festgestellt: „Wenn es zur Entscheidung kommen soll, wird wieder ein neuer Prozess und noch ein Prozess angestoßen.“ Und Beatrix Spiegel (SPD) kritisierte: „Ich bin verwundert.“ Jetzt komme mit einem vorgefertigten Antrag „die Katze aus dem Sack“.

Bauamtsleiterin Weise hatte bereits im Laufe der Diskussion erläutert: „Eine Schadstoffuntersuchung muss generell gemacht werden, egal ob bei Sanierung oder Abriss bei einem Neubau.“ Im Vorwege koste dies nur Zeit, die man nicht habe, um einen kompletten Förderantrag bis zum 30. September 2019 zu stellen. Verständnis zeigte die Schulleitung dafür, dass die Selbstverwaltung eine gewichtige Entscheidung zu treffen habe. „Schließlich müssen wir diese auch verantworten“, so Erster Stadtrat Friedrich-Karl Kasten (CDU). Es gehe immerhin um rund 30 Millionen Euro.

Vorentscheidung auf den 25. Oktober vertagt

Ronny Richter von der BGN und „Neuling“ in der Politik nach der Kommunalwahl verdeutlichte: „Ich habe mir die Unterlagen angeschaut. Ich kann noch nicht zu einem Ergebnis kommen.“ Und der Bauausschuss-Vorsitzende Willy Heckel (Grüne) ergänzte: „Es braucht einfach mehr Zeit.“ Am Ende wurde mehrheitlich einem „salomonischen Antrag“, wie ihn Sebastian Schmidt (CDU) nannte, gefolgt, der eine Vertagung bis zur nächsten gemeinsamen Ausschusssitzung am Montag, 25. Oktober, beinhaltete.

Die Schule warte seit Jahren auf eine nötige Verbesserung der Situation und im Verlauf der Sitzung seien alte Argumente nochmal und nochmal wiederholt worden, äußerte sich FDP-Fraktionsvorsitzender Sebastian Kraatz hinterher und ergänzte: „Verzögerungsanträge werden gestellt und das, weshalb wir hier sitzen, wird nicht erfüllt: eine Entscheidung zu treffen.“ Mit der SPD stimmte die FDP gegen die Verschiebung des einzigen Tagesordnungspunktes.

Schulleiter Karsten Kilian betonte: „Wir akzeptieren, was im Rahmen des Standorts entschieden wird und bleiben weiter mit an Bord – aber nicht, wenn es um einen neuen Standort geht.“

Markus Billhardt

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