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Ostholstein Keine Notlösung für Malentes Baustellen
Lokales Ostholstein Keine Notlösung für Malentes Baustellen
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23:18 28.04.2016
Der aus Lärchenholz erbaute Holzbergturm ist vor allem im unteren Teil zu morsch, um ihn noch geöffnet zu lassen. Quelle: Fotos: Peyronnet

Malentes Kommunalpolitiker wollten auf Anregung des CDU-Fraktionsvorsitzenden und CDU-Bürgermeisterkandidaten Hans-Werner Salomon den Gordischen Knoten durchschlagen. Doch am Ende der gestrigen Sitzung des Planungsausschusses mussten sie erkennen, dass es für die beiden bekanntesten Malenter Baustellen keine schnellen Lösungen gibt: Holzbergturm und Schwentinebrücke.

Nur noch die Enten können sich gefahrlos auf die im Unterbau marode Schwentinebrücke begeben. Im Notfall können sie davonfliegen.

Beim Holzbergturm soll Gutachter Joachim Scheele zunächst ein Angebot für weitere Untersuchungen vorlegen. Der Finanzausschuss könne damit demnächst darüber beraten, ob die Gemeinde dem durch den maroden Turm gebeutelten Verschönerungsverein Neversfelde diese Kosten von der Hand halten kann oder will. Bei der Schwentinebrücke soll nun der Neubau einer reinen Fußgänger- und Radfahrerbrücke geplant werden. Kosten etwa 333000 Euro, Fertigstellung voraussichtlich Frühjahr 2017. Die von Salomon angestrebten Behelfslösungen für beide touristisch wichtigen Bauwerke erwiesen sich schnell als unmöglich und/oder zu teuer.

Der Holzbergturm ist vom Pilz befallen und instabil. Das Problem sind die Eckverstrebungen, in denen das Wasser stehen bleibt. Drei von vier dieser Eckpunkte müssten ausgetauscht werden. „Im Augenblick ist es so, dass der Turm stehen bleiben kann, er fällt nicht um. Aber öffnen kann man ihn ohne vorherige Sanierung nicht“, definierte Scheele den Ist-Zustand. Da könne nur sogenannter „konstruktiver Holzschutz“ helfen, etwa in Form von kleinen Vordächern, die die Konstruktion vor Regenwasser schützen. Auch eine Verstärkung durch Stahl sei denkbar, müsse aber erst untersucht werden.

Vor allem aber wurde deutlich, dass ein kleiner Verein wie der Verschönerungsverein mit dem Turm überfordert ist. „Ich sehe es so, dass er von der Gemeinde übernommen wird, wenn wir ihn erhalten wollen“, sagt Jan Krützfeld (Freie Wähler). Dem, so Vorstandsmitglied Petra Griep, würde sie sofort zustimmen. Der Verschönerungsverein habe bisher bereits 6000 Euro in die Gutachten gesteckt.

Was Landschaftsarchitekt Arne Siller und Projektplaner Dennis Mowwe dem Ausschuss über die Schwentinebrücke zu erzählen hatten, klang noch viel schlimmer als die Nachrichten zum Holzbergturm. Mowwe hatte in Wathosen unter der Brücke gestanden und versucht zu ergründen, auf was sie ruht und wie stabil sie noch ist. Fazit der beiden Fachleute: Die Brücken-Widerlager, auf Plänen aus den 1970er-Jahren zu sehen, sind gar nicht da. Im Unterbau klaffen Lücken, die es rätselhaft erscheinen lassen, dass das Bauwerk noch steht. „Die Brücke hält nicht über Fundamente, sie liegt am Ende auf dem Erdboden auf“, lautete die Diagnose von Mowwe.

Vorschlag von Siller: eine Stahlkonstruktion bauen mit Bohlen und Geländer. So etwas kostet für eine befahrbare Brücke etwa 388000 Euro, für eine Fußgängerbrücke 333000 Euro. Eine von einem Malenter vorgeschlagene Behelfsbrücke für diesen Sommer würde etwa 23000 Euro für sechs Monate kosten. Eine „gigantische Summe“, wie Karlheinz Spindler von der Bauverwaltung feststellte. Also ein Neubau. Die Ausschussmitglieder versuchten die Ansprüche daran herunterzuhandeln, bis Bürgermeister Michael Koch (CDU) der Kragen platzte: „Es geht um eine Brücke nach den Regeln der Technik, denn wir haften alle dafür. Wenn nicht bald eine Entscheidung fällt, werde ich die Schwentine sperren.“ Nicht dass noch einem Kanufahrer die Brücke auf den Kopf fällt.

Bis zu 500 Besucher

Der Bismarckturm wurde 1908 auf dem 88 Meter hohen Neversfelder Holzberg errichtet. Nach nur zehn Jahren wurde er schon wieder abgerissen.

Ein großer Anziehungspunkt wurde schon bald der 1908 erbaute neue Aussichtsturm. Bis zu 500 Menschen stiegen an schönen Sonntagen die 140 Stufen zur 24 Meter hohen Aussichtsplatzform empor. Von dort kann man weit ins Land sehen.

Von Susanne Peyronnet

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