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Kellenhusen erfindet sich neu: 50 Millionen Euro für Bauprojekte

Kellenhusen Kellenhusen erfindet sich neu: 50 Millionen Euro für Bauprojekte

Die Gemeinde Kellenhusen wird auf Links gedreht und für die Zukunft fit gemacht. Es entstehen ein Gästezentrum, 600 Betten auf der Nordkoppel, Ferienwohnungen und bezahlbarer Wohnraum.

Bezahlbarer Wohnraum in Kellenhusen: So sehen die beiden Komplexe mit jeweils zehn Wohnungen aus. GRAFIK: ROBEO (HFR)

Kellenhusen. Insgesamt 50 Millionen Euro fließen in den kommenden Jahren in die Infrastruktur: acht bis zwölf Millionen Euro in das neue Gästezentrum, bis zu 30 Millionen Euro für Ferienhäuser und ein Hotel auf der Nordkoppel, außerdem 50 private Ferienwohnungen verteilt auf drei Projekte im Ortszentrum, dazu vier Gewerbeeinheiten im Ortskern sowie das kommunale Projekt „Bezahlbarer Wohnraum“ mit einem Volumen von 2,7 Millionen Euro.

„Es sind spannende Zeiten“, sagt Bürgermeister Carsten Nebel (CDU). Vor allem auch, weil diese Projekte einander bedingen und keines ohne das andere funktionieren würde. Etwa seit zehn Jahren beschäftigt sich die Gemeindevertretung mit dem neuen Gästezentrum. Ausgewertet wurde nun ein Ideenwettbewerb. Interims-Tourismusleiter Martin Riedel erläutert: „Das sind architektonisch interessante Bauten, die aber schwer zu realisieren und finanzieren sind.“ Der Gemeinde käme es vielmehr auf die inhaltliche Gestaltung an. Hierfür werde sie mit Land, Naturschutzbehörde und Landesbetrieb Küstenschutz (LKN) in die Diskussion gehen, um die Machbarkeit und Genehmigungsfähigkeit zu erläutern. Anschließend folge die Ausschreibung.

Die politische Entscheidung soll vor dem Sommer fallen, Baubeginn wird frühestens im Herbst 2018 sein, eher Frühjahr 2019. Enthalten sein sollen: Veranstaltungsraum, Tourist-Point, Schwimmangebot und Wellness. Die Tourismusverwaltung wird ausgegliedert. Nebel sagt: „Die Auflagen des Landes sind streng und wir wussten nicht, ob wir all unsere Wünsche auch räumlich auf dem begrenzt bebaubaren Grundstück untergebracht kriegen.“ Seit dem Ideenwettbewerb ist klar: es funktioniert.

Das Gästezentrum sei aber nicht wie im Namen verankert nur für Touristen, sondern auch für Einheimische zur Nutzung gedacht. Die Investitionshöhe dürfte zwischen acht und zwölf Millionen Euro liegen.

Die Gemeinde hofft auf eine Kosten-Bezuschussung des Landes. Finanziert werden könne das Gästezentrum laut Riedel nicht ohne das zweite Großprojekt auf der Nordkoppel. Dieses soll viele neue Gäste – vor allem in der Vor- und Nachsaison – in den Ort bringen und Gewerbesteuereinnahmen in die Gemeindekasse spülen. Dort sollen ein Hotel sowie eine Ferienhaussiedlung nach skandinavischem Vorbild entstehen. Nebel spricht von insgesamt 600 Betten – nicht wie von Kritikern vorgeworfen 1000. Nebel dazu: „Der Landschaftsschutz gibt hier vor, dass nur die Hälfte des Grundstückes bebaubar ist.“ Dieses Projekt wird zwischen 20 und 30 Millionen Euro verschlingen. Hier seien noch zwei potenzielle Investoren/Betreiber im Boot. Eine politische Entscheidung soll ebenfalls bis Sommer fallen. Eine Visualisierung für die Öffentlichkeit sei noch nicht freigegeben worden.

Bereits in diesem Jahr soll Baustart für das kommunale Projekt „Bezahlbarer Wohnraum“ sein. In zwei Gebäudekomplexen sollen je zehn Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern zwischen 60 und 100 Quadratmetern entstehen. Gebaut wird auf einem Grundstück hinter dem Kaufhaus Stolz. Die Bauzeit beträgt zwölf Monate. „Dieses Projekt hat eine enorme Bedeutung, weil wir günstigen Wohnraum für unsere Bürger schaffen.“ Familien aus dem Ort hätten im Auswahlverfahren Vorrang, aber auch die Mitarbeiter aus den neuen touristischen Betrieben sollen hierdurch Wohnraum im Ort vorfinden.

Neben diesen Großmaßnahmen gibt es in Kellenhusen drei weitere private Ferienwohnungs-Projekte im Zentrum. Eines befindet sich bereits in der Bauphase, außerdem sollen auch vier Gewerbeeinheiten im Ortskern entstehen. Welche Geschäfte das sein werden, sei noch unklar. Carsten Nebel glaubt: „Wir sind optimistisch, nach der Realisierung dieser Meilensteine für die Zukunft gerüstet zu sein.“ Das Ende eines langen Weges wird sichtbar.

 Peter Mantik

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