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Ostholstein Kiek an: Kinder helfen Kröten
Lokales Ostholstein Kiek an: Kinder helfen Kröten
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20:22 12.04.2018
Kellenhusens Interims-Bürgermeisterin Nicole Kohlert (l.) mit den Kindern und Betreuern des Kindergartens am Amphibien-Hinweisschild. Quelle: Foto: Billhardt
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Kellenhusen

Rund um die Wasserflächen am Neubaugebiet „Auf der Holtzkoppel“ hat Interims-Bürgermeisterin Nicole Kohlert (FWK) zuletzt wieder zahlreiche Kröten entdeckt, die die Strecke über die Straßen nicht mehr geschafft haben. Besonders im angrenzenden Rittbruchweg ereilte viele Tiere der Tod. Vor allem in den frühen Morgenstunden und in der Dämmerung sind Kröten, Frösche und Molche auf Wanderung. Für die gerade mal zehn Zentimeter großen Amphibien ist der Kampf gegen die Autos kaum zu gewinnen.

Zum Schutz wollte Nicole Kohlert jetzt Warnschilder aufstellen. Denn man sollte nicht schneller als Tempo 30 fahren, um die Tiere nicht unnötig zu gefährden. Entsprechende Hinweise wären sinnvoll, sagt sie. Wie auch der Nabu informiert, würden bei Geschwindigkeiten von über 30 Stundenkilometern selbst Amphibien, die am Straßenrand sitzen, durch den Strömungsdruck der Fahrzeuge getötet. „Ich habe bei der Verwaltung in Grömitz angerufen, doch es dauert rund sechs Wochen, bis Schilder geliefert werden können“, erklärt Kohlert.

So hatte sie kurzerhand die Idee, den Kindergarten um Mithilfe zu bitten. Am Freitag bekamen die Kinder des „Meerchenwaldes“ die Anfrage und schon am Montagmorgen haben sie ihre Froschbilder geliefert. „Alle Kinder haben mitgemacht. Das haben wir schnell zu einem Projekt der ganzen Einrichtung gemacht“, erläutert Kindergartenleiterin Antje Janik. „Wir haben dann Pappen in der Signalfarbe Rot gefertigt und schnell aufgestellt. Wir hoffen, das bringt mehr Achtsamkeit und rettet das eine oder andere Tier“, sagt Kohlert.

In der Vergangenheit sei das Problem gar nicht so sehr aufgefallen, so die Bürgermeisterin. Man habe sich eher an dem Froschquaken in lauen Sommernächten erfreut, das von der Holtzkoppel bis zum Nordstrand zu hören gewesen sei. Sechs Schilder habe sie bei der Verwaltung in Auftrag gegeben und auch mit Karl-Peter Horst vom Nabu Lensterstand Kontakt aufgenommen. So könnte im kommenden Jahr vielleicht auch ein Amphibien-Schutzzaun oder -Schutzwall errichtet werden. Dann brauche es aber auch Freiwillige, die die Kröten aufsammeln und über die Straße tragen. Vielleicht sei dies dann auch wieder ein gutes Projekt für die Kinder aus Kellenhusen.

 Von Markus Billhardt

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