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Ostholstein Kiel will Kite-Verbot in Schutzgebieten
Lokales Ostholstein Kiel will Kite-Verbot in Schutzgebieten
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10:49 17.02.2016
Kiten und Naturschutz auf Fehmarn: Geht das am „Grünen Brink“ weiter zusammen? Quelle: Gerd Schwennsen

In Vogelschutzgebieten soll es zu freiwilligen Vereinbarungen mit den Kitern kommen, so der Wunsch.

Das sagt der Touristiker

Oliver Behncke, Tourismusleiter auf Fehmarn: „ Wir stehen in Kontakt mit den hiesigen Kiteschulen. Auch die Surfer haben Interesse daran, dass Schutzgebiete geschützt werden.“ Surfen habe generell einen hohen Stellenwert.

Habeck hat die bereits 2011 von seiner Vorgängerin Dr. Juliane Rumpf (CDU) beantragte Befahrensregelung erneut an den Bund geschickt. Ministeriums-Sprecherin Nicola Kabel erläutert: „Wir wissen nicht, ob und wann sich der Bund mit dem Antrag befassen wird und auch nicht, zu welchem Ergebnis er kommen wird.“ Auf Wunsch des Ministeriums betroffen sind die Naturschutzgebiete „Grüner Brink“ und „Krummsteert-Sulsdorfer Wiek/Fehmarn“ sowie Teile des Naturschutzgebietes Graswarder in Heiligenhafen. An der Ostseeküste gebe es neben den drei genannten in Ostholstein noch weitere sechs kleine Naturschutzgebiete in westlicher Richtung bis nach Flensburg.

Innerhalb dieser könnten Kites und andere Wassersportfahrzeuge an bestimmten Orten je nach Schutzzweck ganzjährig oder nur im Sommer beziehungsweise nur im Winter durch eine Befahrensverordnung des Bundesverkehrsministers ausgeschlossen werden sollen. Kabel sagt dazu: „Dabei handelt es sich um 0,27 Prozent der Wasserfläche.“ Robert Habeck kommt wegen dieses brisanten Themas am 15. März nach Heiligenhafen, um sich vor Ort mit Tourismusvertretern auszutauschen.

Sicher wird er dann auch über die EU-Vogelschutzgebiete sprechen. In Teilen dieser Vogelschutzgebiete sammeln sich im Winter die Wasservögel aus dem gesamten Ostseeraum, um hier den Winter zu überstehen. Wegen dieser Gebiete läuft derzeit gegen Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren. Dies dürfte sich bis nach Ostholstein auswirken. Kabel erläutert hierzu:

„Aktuell müssen die Managementpläne erarbeitet werden, damit hier die EU-Vorgaben besser eingehalten werden können.“

Die Vorgabe der EU ist klar: Es soll mehr für den Schutz der Gebiete getan werden. Kabel erläutert: „Deshalb soll hier mit Kitesurfern nach Möglichkeit eine freiwillige Lösung gefunden werden, damit in eng begrenzten Teilen dieser Gebiete in den für Rastvögel sensiblen Wintermonaten aufs Kiten verzichtet werden kann — ähnlich wie bei der freiwilligen Vereinbarung für den Schutz von Schweinswalen und Tauchenten.“ Hier könnte es zu Konflikten kommen. Denn die Wintermonate werden aufgrund der Windverhältnisse von Surfern gern genutzt. Und weite Teile der fehmarnschen Westküste wären von der Vogelschutz- Thematik betroffen. Einschnitte für den Wassersporttouristen scheinen unumgänglich — wenn es zu einer neuen Befahrensverordnung durch den Bund sowie zu freiwilligen Vereinbarungen mit Habeck kommt.

Die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) deutete bereits an, dass sie mit den Planungen des Umweltministeriums nicht in Gänze einverstanden sei.

Peter Mantik

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