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Ostholstein Kiki-Bar in Schutt und Asche – Neubau mit Ferienwohnungen
Lokales Ostholstein Kiki-Bar in Schutt und Asche – Neubau mit Ferienwohnungen
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21:06 27.07.2017
Gestern machte der Bagger die berühmte Heiligenhafener Kiki-Bar platt. An der Stelle wird ein Appartementhaus gebaut. Quelle: Foto: Peter Mantik

Der Ort der Sünden wurde nach 48 Jahren im November 2015 geschlossen. Betreiberin Hanna Hinrichs hatte damals gegenüber den LN gesagt: „Die Heizung ist defekt, deswegen musste ich den Laden zumachen.

Heiligenhafen: Bagger reißen ein Stück Ortsgeschichte ab.

Die Mädels hätten sonst im Kalten gesessen.“ Die jungen Damen mussten sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Denn auf weitere Investitionen und Sanierungen hatte Hanna Hinrichs nach all den Jahren keine Lust mehr. Insgeheim bedauern viele Ostholsteiner den Verlust dieser besonderen Institution. Ein Bürgermeister aus der Region hatte – ganz geheim – im LN-Gespräch preisgegeben: „Ach, wir waren da mal mit einer ganzen Clique, haben Bier getrunken und uns amüsiert.“ Ganz harmlos aber, selbstverständlich.

Heiligenhafens Verwaltungschef Heiko Müller sagt: „,Kiki’ war eine Attraktion, war eine Institution. ,Kiki’ war weit über Heiligenhafen hinaus auf Fehmarn und im Oldenburger Land bekannt.“ Ein Anlaufpunkt auch für die Touristen, bis in die Morgenstunden. Müller: „Wer hatte da sonst noch auf?“ Der Bürgermeister habe bei der Inventar-Auktion mitgeboten und sich ein Stück Kiki-Geschichte ersteigert. „Einen Barhocker“, sagt Müller, auch wenn er nie Gast gewesen sei. Beim Inventar seien ihm auch alte Betten, verstärkt mit massiven Küchenarbeitsplatten, aufgefallen.

Müller erinnert sich aus seiner Amtszeit, dass es in oder vor der Kiki-Bar nie zu Ärger gekommen sei. Alles sei immer unauffällig und friedlich vonstatten gegangen. Die Hochzeiten der Rotlicht- Bar liegen aber weiter zurück. In den 1960er und 1970er Jahren, es waren die Zeiten eines Willy Freter. Das ist nun endgültig alles vorbei, die Kiki-Bar ist ein für alle Mal weg. Nach dem Gill-Hus verliert die Warderstadt ein weiteres Stück Geschichte aus einer Zeit, als der Butterfahrten-Tourismus boomte und an Erlebnisseebrücke, Fünf-Sterne-Marina oder auch Bretterbuden-Hotel noch nicht zu denken war.

Bünning-Immobilien schaffen an gleicher Stelle übrigens hochwertige Ferienwohnungen mit Binnenseeblick auf der einen und Strandnähe auf der anderen Seite. Die Moderne hat den Steinwarder erreicht, ersetzt die Nostalgie.

 Peter Mantik

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