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Ostholstein Sänger-Nachwuchs für die Festspiele
Lokales Ostholstein Sänger-Nachwuchs für die Festspiele
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15:51 26.11.2018
Die musikalische Leiterin Romely Pfund gibt am Piano den richtigen Takt vor, während die Casting-Kinder beim Singen und Gehen ihre Stimme und ihr Rhythmusgefühl unter Beweis stellen. Quelle: Dirk Schneider
Eutin

  Sieben Kinder stellen sich der dreiköpfigen Jury. Es ist das erste von zwei Auswahlverfahren für die Chorszenen von „Abu Hassan“. Neben Cole Porters Musical „Kiss me, Kate“ und Verdis Oper „Maskenball“ steht bei den Eutiner Festspielen im kommenden Jahr auch Carl Maria von Webers Singspiel auf dem Programm. Dirigentin Romely Pfund, Regisseurin Jennifer Toelstede und Intendantin Dominique Caron treten allerdings eher wie fürsorgliche Trainer denn als knallharte Punktrichter auf.

So versuchen die drei Erwachsenen in einer lockeren Gesprächsrunde zunächst die Motivation der Kinder zu ergründen, an dem langfristigen Vorhaben teilzunehmen. „Es ist uns wichtig, dass sich die Jugendlichen aus eigenem Interesse bei uns bewerben und nicht von Eltern dazu getrieben werden“, erläutert Toelstede. Und so lässt sie die Kinder erst einmal erzählen, warum sie gekommen sind, ob und welche Erfahrungen und Vorstellungen sie haben.

Casting-Kinder mit Musical-Erfahrung

Die neunjährige Blanka berichtete fröhlich, dass sie sehr gerne im Kinderchor der Michaeliskirche Eutin singe und noch lieber Theater spiele. „Ich habe dabei auch schon bei mehreren Musicals mitgemacht“, erzählt sie stolz. So sei sie bereits bei einer „Martin-Luther-Inszenierung“ und einigen „Aufführungen zu Jesus Leben“ dabei gewesen, die der Malenter Kirchenmusiker Henning Rasch inszeniert habe. „Aktuell proben wir für das nächste Krippenspiel“, erzählt Blanka.

Mit dabei ist auch Raphael, der sich schnell als alter Hase im Show-Business erweist. Der elfjährige Eutiner singt seit siebeneinhalb Jahren im Michaelischor. „Wir machen drei größere Aufführungen pro Jahr. Das sind also etwa 20 Projekte“, sagt er und fügt an: „Ich mag die Schauspielerei.“

Die zwölfjährige Lea, die eigentlich aus dem Ballett kommt, entdeckte ihre Liebe zur Bühne in der Zirkusmanege. Bei einem Integrationsprojekt in Malente habe sie einen Tüchertanz gezeigt, erzählt die Schülerin. Chany (8) und Lara (8) sind extra aus Lübeck angereist, um sich zu bewerben. Die beiden singen im Kinderchor der Knabenkantorei. „Im vergangenen Jahr habe ich bei Hänsel und Gretel mitgesungen, das hat echt Spaß gemacht“, sagt Chany und Lara ergänzt. „Theater spielen ist einfach.“

Eva Lotta (10) singt bislang vor allem alles, was so im Radio läuft oder was ihre Mutter zu Hause übt. Denn Stephanie Brandenburg gehörte einige Jahre zum Erwachsenenchor der Festspiele. Auch wenn die Mutter mangels Zeit nicht mehr auftritt, gehörten die Besuche von La Traviata, Vogelhändler und Zauberflöte – letztere in der Version von und für Kinder – zum beliebten Ausflugsprogramm der Familie. Und natürlich wurden die schönsten Lieder und Arien gemeinsam nachgesungen. Entsprechend gut vorbereitet präsentierte sich Eva Lotta: Sie habe die Inhaltsangabe von „Abu Hassan“ gelesen, in die Melodien im Netz reingehört und auch einige Szenen auf YouTube angeschaut. „Das hat mir alles super gefallen, darum möchte hier mitmachen“, schwärmt die Eutinerin.

Workshop offenbart viele Stärken

Nach der Kennenlernphase und ersten Aufwärmübungen initiiert Jennifer Toelstede dann einige Reaktionsspiele, um das Improvisationsvermögen der kleinen Schauspielschüler zu testen. Beim Vorlesen sollen die Kinder einen Text mal lustig, wütend, aufgeregt oder nachdenklich interpretieren, beim Bewegen durch den Raum müssen unsichtbare Hindernisse in der Gruppe umrundet, überklettert oder unterquert werden. Derart eingestimmt übernimmt dann die musikalische Leiterin Romely Pfund die Regie.

Gemeinsam, in kleinen Gruppen und allein üben und singen die Kinder die Liedzeile aus Abu Hassan „Glück ist dem Haus beschieden, dem der Kalif sich naht“. Schließlich marschiert der kleine Chor im Takt um das Klavier herum und wird mit ersten schauspielerischen Übungen beschäftigt. „Das sieht schon toll aus. Ihr habt alle super mitgemacht“, lobt Dominique Caron die fröhliche Runde.

Wer nun tatsächlich zu den Proben von Februar an eingeladen und im Sommer bei den vier Aufführungen dabei sein wird, entscheidet sich bis Ende des Jahres. Denn es gibt noch einen zweiten Auswahl-Workshop am Sonntag, 9. Dezember, in der Eutiner Opernscheune. Informationen und Anmeldungen bei hoffmann@eutiner-festspiele.de oder unter Telefon 045 21/ 800 10.

Dirk Schneider

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