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Ostholstein Kinder finden Knochen beim Buddeln am Strand
Lokales Ostholstein Kinder finden Knochen beim Buddeln am Strand
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18:56 08.09.2017
Der Strand von Kellenhusen heute Morgen: Dort, wo Kinder beim Buddeln einen Knochen gefunden haben, sucht die Polizei derzeit nach weiteren Knochen. Quelle: Peter Mantik
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Kellenhusen

Die Kinder stießen beim Buddeln vor zwei Wochen auf einen Knochen. Die Eltern meldeten den Fund. Womöglich handelt es sich hierbei um einen menschlichen Knochen. Am Freitagmorgen rückte die Kripo Neustadt mit einem Team an, um nach weiteren Knochen zu suchen. Am Nachmittag wurde die Suche vorerst abgeschlossen. 

Die Beamten rückten aufgrund von Urlaubsengpässen erst jetzt an. Die Fundstelle der Kinder war jedoch markiert worden. Die Beamten hatten einen Spezial-Unimog mitgebracht, um die Suche zu vereinfachen. 

„Als ich informiert wurde, hieß es, ein menschlicher Knochen sei gefunden worden." Carsten NebelBürgermeister

Teleskopkran-Ausleger sowie eine mechanische Schaufel kamen aber nicht zum Einsatz, da das Fahrzeug im weichen Sand keinen festen Stand fand. Es musste mit einem Trecker vom Strand gezogen werden – und die Beamten daher selbst zur Schaufel greifen und den Sand mühselig sieben. Eine langwierige Prozedur. Es wurden tatsächlich bis Mittag weitere knochenähnliche Kleinstteile sichergestellt, die jedoch laut Polizeipressestelle näher definiert werden müssen. Die Kripo hatte erst am Morgen den Knochenfund der Kinder an die Rechtsmedizinerin übergeben. Diese war bei den Polizeiausgrabungen selbst vor Ort. Nähere Angaben zu den Knochenfunden werden erst im Laufe der kommenden Tage und Wochen erwartet.

Beobachter der Szene war neben den Passanten auch Bürgermeister Carsten Nebel (CDU). Dieser sagte: „Ich habe von dem Fund erst diesen Montag erfahren.“ Ihm sei gesagt worden, es handle sich womöglich um einen menschlichen Oberschenkelknochen. Kinder von Urlaubern hätten in einer Tiefe von circa 1,20 Meter den Knochen gefunden. Nebel ist skeptisch, ob der Knochen angespült wurde. „Die Fundstelle liegt zu hoch.“ Auch würde in diesem Bereich in der Regel kein Sandaustausch vorgenommen werden.

Spaziergänger blieben gestern immer wieder stehen und schauten den Polizisten bei ihrer Arbeit zu. Viele fragten, was dort vor sich ginge und machten große Augen, wenn sie die Antwort hörten. Nebel:

„Ein solches Polizeiaufgebot haben wir in Kellenhusen ja nicht alle Tage.“ Der Bürgermeister hofft jetzt, dass der Fund der Kinder nicht in Zusammenhang mit einer Straftat steht.

An der Ostsee käme es laut eines Polizeibeamten immer wieder zu Knochenfunden – besonders in der Region Neustadt. Dort wurde 1945 die „Cap Arcona“ versenkt. Bei dem Angriff durch britische Flieger kamen 4600 KZ-Häftlinge ums Leben. Viele Leichen wurden an den Stränden angespült. Kellenhusen sei jedoch als Fundort unrealistisch, zumal dieser Knochen gut 30 Meter von der Wasserkante tief im Sand entdeckt wurde. Polizeisprecher Dierk Dürbrook: „Wenn es sich um einen menschlichen Knochen handelt, wird in alle Richtungen ermittelt.“ Eine Straftat sei dann nicht ausgeschlossen.

 Peter Mantik

 

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