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Ostholstein Kinder sollen Fremde nicht an sich heranlassen
Lokales Ostholstein Kinder sollen Fremde nicht an sich heranlassen
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22:28 07.11.2013
Eltern, Lehrer, Schüler, Kindergartenkinder und Axa-Vertreter schauten genau auf Hannah und den Sicherheitstrainer Holger Schumacher. Quelle: Christina Düvell-Veen

Etwas Gemeineres kann sich Holger Schumacher (49) nicht vorstellen: Da kommt ein Mensch — nicht unbedingt ein Mann — auf die kleine Hannah zu und spricht mit ihr: „Deine Mutter hatte einen Unfall. Sie liegt im Krankenhaus. Ich soll dich zu ihr bringen. Komm mit mir.“ Wird die Sechsjährige ihm folgen? Schumacher hofft es nicht.

Der Sicherheitstrainer aus Großensee besucht seit 21 Jahren auch Kindergärten und Schulen, um Kinder sowie Eltern vor den Gefahren zu warnen, die auf Schulwegen lauern. Zwei Vormittage lang war er in Pansdorf zu Gast, bei Kindern aus der Kita „Kleine Raupe“ sowie bei Erst- und Zweitklässlern aus Techau und Pansdorf mit ihren Eltern.

Schumacher, ehemaliger Angehöriger der Polizei-Spezialeinheit MEK/SEK beim Landeskriminalamt Hamburg sowie achtfacher Deutscher Meister im Karate/Jujutsu-Wettkampf, hatte ebenso viele Tipps für die Eltern wie für die Kinder dabei. Den Erwachsenen riet er, ihre Sprösslinge „auch einmal ziehen zu lassen“. Nur dann bekämen sie Selbstbewusstsein. Schumacher: „Fahren Sie Ihre Kinder nicht in die Aula hinein. Wenn das gewünscht wäre, hätte jede Schule ein Drive-In.“

Von Unbekannten würden Kinder grundsätzlich nicht mit Gewalt mitgenommen, da sich die Täter dann auf der Straße verdächtig machen würden. „Die Kinder werden meistens ,mitgesprochen‘“, so Schumacher.

Um dem vorzubeugen, sollten beispielsweise die Namen der Kinder nicht außen auf den Schulranzen stehen, denn die könnte der Täter lesen und eine vermeintliche Vertrautheit vorgaukeln. Gemeinsam mit ihrem Kind sollten die Eltern unbedingt eine Liste der Personen zusammenstellen, zu denen das Kind ins Auto steigen darf. „Da kann die Mutter einer Schulfreundin draufstehen, es sollte aber nicht die Oma in München genannt werden“, drängte Schumacher auf eine knappe Aufzählung. Sobald das Kind angesprochen werde, könne es in Gedanken seine Liste abhaken und dementsprechend einsteigen oder nicht.

Den Jungen und Mädchen zeigte Schumacher, wie sie sich mit Worten und Gesten wehren können. So sollten sie auf Aufforderungen wie: „Da hinten habe ich zwei Katzenbabys gefunden. Die müssen von dir gerettet werden“, antworten mit: „Bitte fragen Sie einen Erwachsenen.“

Mit 1000 Euro finanziert wurden die Veranstaltungen von Timo Klöfkorn und Florian Karow vom Ratekauer Axa-Center.

„Fahren Sie Ihre Kinder nicht in die Aula. Wenn das gewünscht wäre, hätte jede Schule ein Drive-In.“
Trainer Holger Schumacher

Christina Düvell-Veen

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