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Ostholstein Ausstellung über die Kinder von Auschwitz
Lokales Ostholstein Ausstellung über die Kinder von Auschwitz
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16:53 29.11.2018
Danny Seidel (v. l.), Dr. Frank Wilschewski und Mano Salokat werben für die Ausstellung „Vergesst uns nicht – Die Kinder von Auschwitz“. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Neustadt

Babys, Kinder, Jugendliche – auf ihren Körpern die Häftlingsnummer eintätowiert. Zigtausende Juden, Sinti und Roma wurden während des Zweiten Weltkriegs in das Konzentrationslager Auschwitz gebracht. Einige von ihnen haben dem Autoren Alwin Meyer ihre Geschichte erzählt.

Passend dazu wurde die Ausstellung „Vergesst uns nicht! Die Kinder von Auschwitz“ entwickelt. Vom 12. bis zum 20. Dezember werden 15 zwei Meter große Schautafeln über je ein Kind im Neustädter Zeittor-Museum sowie in der Projektwerkstatt des Vereins Kinder- und Jugend-Netzwerk Neustadt, Brückstraße 20, gezeigt.

Familien sollen ins Gespräch kommen

Einer der Organisatoren ist Danny Seidel. Er arbeitet als Jugendcoach, engagiert sich seit Jahren in Projekten, die Toleranz und Vielfalt fördern und Rassismus und Ausgrenzung verhindern sollen. Er hofft, dass die Besucher der Ausstellung miteinander ins Gespräch kommen, dass Menschen unterschiedlichen Alters sich austauschen, Familien über Vergangenes reden. „Mich ärgert, dass ich nie mit meinem Opa über die Zeit gesprochen habe“, sagt Seidel, der Alwin Meyer im Februar dieses Jahres anlässlich einer Lesung in Neustadt kennengelernt hat. „Er hat Überlebende ausfindig gemacht und ein Buch geschrieben. Wir hatten die Chance, die dazugehörige Ausstellung nach Neustadt zu holen.“

Die „Cap Arcona“ war Luxusdampfer, Kulisse eines „Titanic“-Films, Wohnquartier für U-Boot-Fahrer und endete als Massengrab. Quelle: Archiv

Knapp zehn Monate später ist es so weit. Das Kinder- und Jugend-Netzwerk setzt den eingeschlagenen Weg fort. Nach dem schulartenübergreifenden Cap-Arcona-Projekt, bei dem ein Film entstanden ist, steht nun erneut eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte im Fokus. „Für uns ist es total sinnig, das immer wieder in Erinnerung zu haben. Es geht auch darum, etwas gegen Ausgrenzung zu machen“, sagt Mano Salokat, Vorsitzender des Netzwerks. Sein Mitstreiter Thomas Schiekiera-Litzka ergänzt: „Es geht darum, Jugendliche zu erreichen. Es geht um Toleranz. Es geht um Gefahren für die Freiheit unserer Demokratie.“ Die Ausstellung könne Emotionen erzeugen.

Die heutige Kindheit ist ganz anders

Eben dies erwartet auch Museumsleiter Dr. Frank Wilschewski. „Die Kinder von Auschwitz sind ein großer Kontrast zu heute. Denen fehlte es an allem. Heute wünschen sich Kinder zu Weihnachten ein Handy“, erläutert er. Die heutige Weihnachtszeit sei für Kinder keinesfalls selbstverständlich. Deshalb gehe es auch um das Wecken von Betroffenheit.

Die Ausstellung, die mit Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ finanziert wird, ist für das Kinder- und Jugend-Netzwerk nur einer von vielen Bausteinen. Im kommenden Jahr soll es erneut ein Projekt über die Cap-Arcona-Katastrophe geben. Bei dieser starben am 3. Mai 1945 Tausende KZ-Häftlinge vor Neustadt. Angedacht ist, dass zwölf Schüler (von Förderschule, Lienau-Schule und Küstengymnasium) gemeinsam arbeiten. Ein Gedenkstein soll entstehen. Zusätzlich könnten Infotafeln für die Stadt entwickelt werden.

Auftaktveranstaltung und Öffnungszeiten

Die Auftaktveranstaltung steigt am 11. Dezember. Los geht es um 18 Uhr im Neustädter Kinocenter. Dort wird der Film „Der Untergang der Cap Arcona“ gezeigt. Ab 19.15 Uhr folgt eine Lesung aus dem Buch „Vergiss deinen Namen nicht – Die Kinder von Auschwitz“ in der Projektwerkstatt, Brückstraße 20.

Die Ausstellung kann vom 12. bis 20. Dezember täglich zwischen 14 und 17 Uhr besucht werden. Die Exponate befinden sich sowohl im Zeittor-Museum als auch in der Projektwerkstatt. Der Eintritt ist frei. Am 13. und 14. Dezember kann die Ausstellung auch zwischen 9 und 12 Uhr angeschaut werden.

Sebastian Rosenkötter

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