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Ostholstein Kinderarmut im Kreis steigt weiter an
Lokales Ostholstein Kinderarmut im Kreis steigt weiter an
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21:11 28.12.2017
„Das beste Mittel gegen Armut sind gute Arbeit für alle und Löhne, von denen Eltern ihre Kinder ernähren können.“ Bernd Friedrichs
Fehmarn

„Die jährlichen Spendenaktionen zu Weihnachten sind zwar schön und gut, aber in einem reichen Land wie Deutschland dürfen Kinder nicht auf Almosen angewiesen sein. Sie haben das Recht, nicht in Armut aufwachsen zu müssen“, fordert Bernd Friedrichs (Puttgarden), Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Ostholstein.

Dabei seien die vergangenen drei Jahre von Erfolgsmeldungen aus der Wirtschaft und vom Arbeitsmarkt geprägt gewesen. In der gleichen Zeit sei aber die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die im Kreis Ostholstein in Bedarfsgemeinschaften leben, kontinuierlich um gut neun Prozent auf mehr als 3100 angestiegen (Stand: August 2017).

Als arm gelten außerdem Mädchen und Jungen, die Anspruch auf Leistungen aus dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket haben. Dazu gehören Kinder, für die der Kinderzuschlag gezahlt wird und die Wohngeld, Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. Friedrichs: „In Schleswig-Holstein ist damit etwa jedes vierte Kind arm.“

Große Gefahr für Kinder von Alleinerziehenden

Vor allem Kinder von Alleinerziehenden seien oft von Armut betroffen. In Schleswig-Holstein sind laut Statistischem Bundesamt knapp 40 Prozent der Alleinerziehenden und ihre Kinder von Armut bedroht.

Friedrichs: „Die steigende Kinderarmut in wirtschaftlich starken Zeiten ist skandalös. Wir fordern seit langem ein wirksames Aktionsprogramm gegen Kinderarmut.“ Auch sei das Bildungs- und Teilhabepaket unzureichend und zu bürokratisch. Benötigt würden niedrigschwellige Angebote und Maßnahmen für Kinder und ihre Eltern. Der Gewerkschafter kritisiert damit auch, dass die Jobcenter in immer größerem Maße finanzielle Mittel in den Verwaltungsetat umschichten, die eigentlich für die Qualifizierung der Leistungsberechtigten und ihre Eingliederung in Arbeit gedacht seien. Friedrichs:

„Das beste Mittel gegen Armut sind gute Arbeit für alle und Löhne, von denen Eltern ihre Kinder ernähren können.“

Hilfe im Advent

Die LN-Aktion „Hilfe im Advent“ kommt dieses Mal dem Kinderschutzbund Ostholstein zugute. Bislang wurden bereits mehr als 40000 Euro gespendet. Das Spendenkonto ist noch immer geöffnet:

Inhaber: Kinderschutzbund OH

IBAN: DE08 2135 2240 0081479719

BIC: NOLADE21HOL

Verwendungszweck: Bitte geben Sie das Stichwort „Hilfe im Advent“ an. Wir veröffentlichen Auszüge aus der Spenderliste. Wenn Sie keine Namensnennung in den LN wünschen, vermerken Sie hier auch „bitte anonym“.

 gjs

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