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Ostholstein Kindergarten mit Kuhstall
Lokales Ostholstein Kindergarten mit Kuhstall
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09:14 08.01.2013
Idee, Erfahrung, Förder- und Bauantrag: Nicole und Frank Frohberg arbeiten sich Schritt für Schritt zum Ziel vor.

Im Stall ist es ruhig. Die etwa 50 Rinder haben gerade Futter bekommen, dampfend kauen sie und schauen mit großen Augen auf, ohne sich stören zu lassen.

Normalerweise verteilen montags kleine Hände das Heu, denn dieser Tag ist im Eutiner „Regenbogen“-Kindergarten zum festen Termin für einen Besuch auf dem Frohbergschen Bauernhof geworden — ein Hof, den die Kleinen bald ganz in Beschlag nehmen wollen. Hier soll ein Bauernhof-Kindergarten entstehen.

Etwa eine halbe Stunde dauert der Fußmarsch von der Kita in der Weidestraße bis zum Dosenredder, dorthin, wo die Stadt zu Ende ist und mit dem angrenzenden Lindenbruch die Natur beginnt. An diesem vorweihnachtlichen Vormittag aber sind die Tiere schon von Nicole Frohberg versorgt worden, denn bei den Eseln und Pferden soll „Weihnacht im Stall“ gefeiert werden. Vor sechs Jahren, erinnert sie sich, hat mit einem ersten Besuch der Kinder begonnen, was 2013 mit dem Bau eines Kindergartens auf dem Hofgelände in feste Mauern gebracht werden soll: Thies, der älteste Sohn der drei Frohberg-Kinder und heute zehn Jahre alt, war damals Kindergartenkind, und angesichts eines großen Rundballenhaufens baten seine Eltern die „Regenbogen“-Kinder zum Toben auf den Hof. Ein Apfelfest und ein Lichterfest folgten, die Kinder waren begeistert, und aus den einzelnen Höhepunkten wurde der Bauernhof-Montag.

Die Erfahrung zeigte, wie gut die Nähe zu den Tieren und die Erledigung kleinerer Aufgaben den Kindern tat: „Diesen Montag lieben wir, das ist der schönste Tag in der Woche“, sagt Regina Soltau, sozialpädagogische Assistentin in der kleinen Einrichtung. So schlug die Frage „Kann da mehr draus werden?“ Wurzeln. Informationen wurden gesammelt, Kindergartenleiterin Sabine Nippa und die Frohbergs ließen sich von den Erfahrungen des Bauernhofkindergartens „Wurzelkinder“ in Krummbek (Kreis Plön) berichten und entschieden sich schließlich für den Bau eines eigenen. Platz für 20 Kinder soll er bieten, und im Kindergartenalltag mit Basteln, Spielen und Singen wird ein Anteil bauernhofbezogener Aktivitäten und Projekte fester Bestandteil sein.

In Fütterungsgruppen, im Umgang mit den Tieren und bei der Pflege eigener Beete soll der Samen gelegt werden für Verständnis, Verantwortungsbewusstsein, einen achtsamen Umgang mit Tieren und Natur. Dieses Konzept hat die Mitglieder des Eutiner Entwicklungsausschusses überzeugt, der B-Plan soll noch im Dezember ausgelegt werden. „Wir peilen Juni oder Juli für den Beginn der Bauarbeiten an. Unsere interne Planung steht, nun hoffen wir, dass es möglichst schnell geht, bis wir grünes Licht vom Kreis haben“, sagt Frank Frohberg, der die Rinderhaltung im Nebenerwerb betreibt. Er ist im Dosenredder aufgewachsen, seine Eltern haben hier eine Gärtnerei geführt, bevor der Agrar- Ingenieur nach seinem Studium eine neue Richtung einschlug. Außer den 50 Rindern halten die Frohbergs Pferde, Esel, Ziegen, Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen. Nicole Frohberg hat eine Qualifikation für Bauernhofpädagogik und betreut regelmäßig auch eine Hofspielgruppe, die Krippenkinder der Familienbildungsstätte und Kinder aus der Tagesklinik der Vorwerker Diakonie, die im Rahmen einer tiergestützten Therapie kommen. Und wenn alles planmäßig läuft, werden die „Regenbogenkinder“ in etwa einem Jahr ihren neuen Kindergarten direkt neben dem Kuhstall beziehen können.

Gesamtkosten betragen 300 000 Euro

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Für den Bau des Gebäudes sind 300 000 Euro veranschlagt. Im Rahmen des Programms zur „Diversifizierung der Landwirtschaft zur Erschließung neuer Einkommensquellen“ sind vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume 69 500 Euro an Fördermitteln bewilligt worden. Für den Restbetrag wird ein Finanzierungskonzept erarbeitet.

Unterstützung ist willkommen. Der Kindergarten „Regenbogen“ wird von einem von einer Elterninitiative gegründeten Verein betrieben und ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband.

Astrid Jabs

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