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Kinderschutzbund plant mit Rekordhaushalt

Neustadt Kinderschutzbund plant mit Rekordhaushalt

Verein bewegt 2017 mehr als 15 Millionen Euro – Zahl der Mitarbeiter wächst – Viele Aufgaben können nur mit Ehrenamtlern und Spendern bewältigt werden.

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Die Vorsitzende Mechtild Piechulla (v. l.) wird von Monika Rieth-Reichert, Henning Reimann, Martin Liegmann und Ulrike Kohlmorgen unterstützt.

Quelle: Foto: Ser

Neustadt. Der Kinderschutzbund Ostholstein plant das Haushaltsjahr 2017 mit einem Volumen von mehr als 15,1 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2013 betrug der Haushalt 9,3 Millionen Euro. Was 1973 als ehrenamtliche Initiative begann, ist längst ein großes Unternehmen mit derzeit 373 hauptamtlichen Mitarbeitern und 67 Projekten an 24 Standorten. Hinzu kommen 319 Ehrenamtler.

So wurde beim Kinderschutzbund gewählt

Bei der Jahresversammlung am Mittwochabend wurde Mechtild Piechulla erneut zur ersten Vorsitzende gewählt. Sie hat das Amt bereits seit neun Jahren inne. Ulrike Kohlmorgen bleibt zweite Vorsitzende. Ebenso wiedergewählt wurde Beisitzerin Marianne Danzeglocke. Neu dabei ist Kassenprüfer Klaus Steffen. Alle Genannten wurden einstimmig in ihre Ämter gewählt.

Geschäftsführer Henning Reimann wies am Mittwochabend anlässlich der Jahreshauptversammlung auf das rasante Wachstum hin. „Wir stellen fest, dass Vereine ehrenamtliche Projekte nicht mehr schaffen.

Uns bitten sie dann um Hilfe.“ Dies, die hohe Zahl an bedürftigen Kindern und Familien sowie zuletzt der Zuzug von Flüchtlingen, führe zu immer mehr Arbeit. Reimann schätzt, dass etwa 4000 Kinder im Kreis an der Armutsgrenze leben. Hinzu kämen 1300 Alleinerziehende, die Hartz IV beziehen. „Das sind nicht die Sonnenseiten“, so Reimann.

Die Menge an Aufgaben und Mitarbeitern ist es auch, die Mechtild Piechulla beschäftigt. Die Grömitzerin ist erste Vorsitzende des Kinderschutzbundes Ostholstein. „Ich habe gedacht, dass 2016 ein Jahr der Konsolidierung und der Festigung bestehender Bereiche wird. Stattdessen gab es erneut Wachstum, zwei offene Ganztagsschulen sind hinzugekommen“, schilderte Piechulla. In diesem Zusammenhang betonte die Vorsitzende, dass man 32 Schulsozialarbeiter an 24 Schulen habe.

Beherrschendes Thema sei jedoch die Situation der Geflüchteten. „Es war und ist wichtig, die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. Deshalb haben wir Sprach- und Integrationskurse eingerichtet“, erläuterte Piechulla den anwesenden Mitgliedern. Sie betonte aber auch, dass man beachten müsse, wer eine Bleibeperspektive habe. „Wir wollen niemanden hintenrunter fallen lassen“, so Mechtild Piechulla. Mit Unterstützung von Ehrenamtlern sei es gelungen, Kurse für diejenigen anzubieten, die ansonsten nicht vom Staat versorgt würden.

Martin Liegmann, der zusammen mit Henning Reimann die Geschäftsführung inne hat, griff die Worte von Mechtild Piechulla auf. „Konsolidierung heißt für mich, dass wir in Ostholstein tätig werden, wo arme Kinder Unterstützung benötigen und es kein anderer macht.“ Der Kinderschutzbund wolle ausreichend Hilfestellungen geben. Reimann ergänzte, dass der demografische Wandel und auch die Auswirkungen des Fachkräftemangels, die Themen des Vereins zuletzt noch stärker in den Fokus der Allgemeinheit gerückt hätten. „Wir müssen jedes Kind auf den Weg bringen“, betonte er. Eine Folge sei die Entstehung eines engen Netzwerkes aus Schulen, Kommunen und Unternehmen.

Doch all die Arbeit ist nicht selten nur aufgrund von Spendengeldern möglich. Rund 80 Prozent der 15,1 Millionen Euro gehen für den Bereich Personalkosten drauf. Während es 2015 noch 176158 Euro gab, ging die Summe im vergangenen Jahr auf 143880 Euro zurück. Zusätzliche Ausgaben dürften in den kommenden Wochen auf den Verein zukommen. Im Bereich Neustadt wird ein weiteres Gebäude benötigt. Details sollen in den noch bekannt gegeben werden. Der Wachstum des Kinderschutzbundes geht weiter.

Sebastian Rosenkötter

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