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Ostholstein Kirche feiert 777. Geburtstag
Lokales Ostholstein Kirche feiert 777. Geburtstag
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20:26 05.07.2017
Pastor Dr. Arnd Heling vor der Schönwalder Kirche. Quelle: Fotos: Sebastian Rosenkötter

Wo heute eine Kirche mit klassisch neogotischem Erscheinungsbild steht, gab es ursprünglich lediglich eine Feldsteinkirche, die an eine Scheune erinnerte.

Mit dem Schönwalder Gotteshaus kamen die Menschen – Geplante Umbauarbeiten verzögern sich.

Dennoch ist das Bauwerk von enormer Bedeutung. Ohne die Kirche würde es Schönwalde vielleicht gar nicht geben. Pastor Dr. Arnd Heling ist sich der spannenden Geschichte bewusst und lädt vom 7. bis 9.

Juli zu mehreren Veranstaltungen anlässlich des 777. Kirchenjubiläums ein.

Die Gegend rund um den Bungsberg war im Mittelalter nur spärlich besiedelt. „Hier gab es dichte Mischwälder und Kreuzwegungen zwischen Oldenburg und Eutin sowie Neustadt und Kiel“, sagt Heling. Dies änderte sich erst durch den Lübecker Bischof. Dieser habe das Land dem Kloster Cismar zugeschlagen und somit den Bau einer Kirche initiiert. „Damals wurde strategisch geplant, wie man das Land erschließt. Als erstes wurde die Kirche gebaut, damit die Menschen geistlich versorgt waren. Dann folgte die Ansiedlung“, erklärt der Pastor, der seit sechs Jahren im Amt ist. Auf der Internetseite der Gemeinde wird aus einer von Abt Johannes (St. Johanniskloster zu Lübeck) ausgestellten Urkunde zitiert: „Diese Kirche haben wir gebaut, damit durch Nähe und Bequemlichkeit des Gottesdienstes desto leichter Leute zum Ausroden, Bebauen und Bewohnen des vorher wüsten, unbebauten und unbewohnbaren Waldes angereizt würden.“

Dr. Arnd Heling schätzt, dass der Bau der Feldsteinkirche rund zwei bis drei Jahre gedauert habe. Jedoch mangele es an Dokumenten. Klar ist, dass die Zahl der Gläubigen früher deutlich höher gewesen sein dürfte. „Die Leute mussten getauft und beerdigt werden. Die Kirche hatte eine belehrende Funktion und die Menschen mussten kommen“, so Heling weiter. Heute seien zwar rund die Hälfte der Einwohner Gemeindemitglieder, jedoch kämen nur wenige Dutzend zu den Gottesdiensten.

Das Bauwerk selbst sei im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert worden. So sei die Apsis, das halbrunde Gewölbe hinter dem Altar, erst nachträglich gebaut worden. Reste des ursprünglich gotischen Altars befinden sich heute im Landesmuseum in Schleswig. Stattdessen gibt es heute einen Barockaltar. Der Kirchturm wurde 1857 fertiggestellt, die Orgel folgte 1884.

In den kommenden Jahren soll sich das Erscheinungsbild der Kirche erneut ändern. Neue Böden, eine zeitgemäße Bestuhlung, ein verändertes Lichtkonzept sowie ein temporär abtrennbarer Raum sind vorgesehen. Dies haben die LN bereits im Oktober 2015 berichtet. Passiert ist jedoch nur wenig. Unstimmigkeiten und ein daraus resultierender Architektenwechsel sind die Ursache. Pastor Heling und seine Mitstreiter haben einen neuen Architekten gefunden. Nun gehen die Arbeiten voran. Die Planungen seien in vollem Gange und auch das Einsammeln der benötigten Gelder laufe. Eines der Hauptanliegen des Kirchenmannes ist es, einen Ort zu schaffen, an dem sich Menschen begegnen können. „Die Kirche ist hell und freundlich, aber für meinen Geschmack zu klein. Auch brauchen wir einen Raum vor der Empore. Dort kann sich leichter ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln“, betont er. Parallel soll die längst beschlossene Umgestaltung der alten Leichenhalle vorangetrieben werden. Sie soll Gedenkort werden, ein kleiner Ideenwettbewerb stehe kurz bevor.

Langfristig wäre es sogar möglich, dass die Schönwalder Kirche einen eigenen Namen bekommt. „Wir wollen die Idee, einen Namen zu suchen, weiter verfolgen. Ein Heiliger, oder ein Begriff wie Versöhnung könnten genutzt werden. Das wollen wir nicht aus den Augen verlieren“, sagt Heling. Doch zunächst einmal stehen das 777. Jubiläum und die Umbauten an.

Das Programm

Einen öffentlichen Vortrag mit dem in die aktuellen Umbauten involvierten Lübecker Architekten Tobias Mißfeldt gibt es am 7. Juli ab 18 Uhr. Das Gebäude soll durch einen Rundgang erschlossen werden.

Am Sonnabend, 8. Juli, um 17 Uhr geben Sergei Bezrukov (Knopfakkordeon), Iwan Antoniuk (Bandura) und Kristine Antoniuk (Klavier) ein Jubiläumskonzert mit Musik aus Deutschland und der Ukraine.

Am Sonntag, 9. Juli, um 10 Uhr stellen sich Gruppen und Chöre der Kirchengemeinde in einem „Gottesdienst zum Kennenlernen“ vor. Anschließend folgt ein Kinderflohmarkt, den die Kindertagesstätte ab 11 Uhr im Gemeindehaus ausrichtet.

Sebastian Rosenkötter

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