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Ostholstein Kirchner-Verein feiert 25-jähriges Bestehen
Lokales Ostholstein Kirchner-Verein feiert 25-jähriges Bestehen
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21:46 04.07.2017
Ernst Ludwig Kirchner, Kauernde(r) Akt am Fehmarnstrand, entstanden um 1912. Quelle: KIRCHNER-VEREIN
Burg a. F.

Ein gutes Jahrhundert liegt es zurück. Ernst Ludwig Kirchner, der große Maler des deutschen Expressionismus, entflieht dem hektischen Großstadtleben in Dresden und Berlin auf die idyllische Insel Fehmarn. Seit 25 Jahren erinnert der Kirchner-Verein Fehmarn an seine vier Sommeraufenthalte.

Björn Engholm, Doris Runge und Feridun Zaimoglu kommen nach Fehmarn – Sonntag wird die Sonderausstellung mit 50 Original-Zeichnungen eröffnet.

Eintrittskarten

Der Eintritt kostet pro Veranstaltung im Vorverkauf in der Burger Buchhandlungen fünf Euro und an der Abendkasse acht Euro.

Im Anschluss gibt es bei Wein und einem Imbiss (kann für 13 Euro mit der Eintrittskarte erworben werden) Gelegenheit zu Gesprächen mit den Künstlern.

Als Gegenpol und Ausgleich fasziniert Kirchner damals auf der Insel vor allem die unberührte, nahezu menschenleere Natur. Vier Sommer lang – 1908 und 1912 bis 1914 – macht Kirchner die Ostseeinsel zu seinem Arkadien, zu seinem ganz eigenen, trauten Paradies. Diese Inselbesuche als Inspiration wirken noch lange nach, besonders in den schwierigen Jahren der Krankheit bis zur Übersiedlung nach Davos in die Schweizer Bergwelt.

Der 1992 gegründete Ernst-Ludwig-Kirchner-Verein Fehmarn präsentiert aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens die Jubiläums-Sommerausstellung „Fehmarn – Kirchners Paradies“. Die feierliche Eröffnung findet am Sonntag, 9. Juli, um 11.15 Uhr im Senator-Thomsen- Haus in Burg statt.

Bis zum 20. August ist eine denkwürdige Ausstellung zu sehen. Denn sie zeigt insgesamt 50 Originalzeichnungen von Kirchner. Im Mittelpunkt stehen zwölf Zeichnungen mit Fehmarn-Motiven, die so kuratiert noch nie zu sehen waren. Wie in den LN bereits ausführlich berichtet, stammen die Blätter aus der Schweizer Sammlung Henze-Ketterer. Der Kontakt zum Kirchner-Nachlassverwalter ist ein erneuter Glücksgriff für den Verein, der von Beginn an enge Beziehungen zu den renommierten Zentren der Kirchner- und Expressionismus-Forschung pflegt.

Antje Borgwardt, Imke Ehlers und Susi Röder vom Kirchner-Verein betreuen zudem das umfangreiche Rahmenprogramm zum Jubiläum mit hochkarätigen Veranstaltungen. Bereits am Dienstag, 11. Juli, beginnt eine ambitionierte Talkrunde zum Thema „Morgen darf nicht gestern sein – Kunst im 21. Jahrhundert“.

Vertreter aus Kultur, Politik und Wirtschaft diskutieren miteinander. Zugesagt haben unter anderem Thomas Gaulin (Kunsthaus Lübeck), die Lübecker Kultur-Senatorin Kathrin Weiher, der CDU- Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens, Tourismusdirektor Oliver Behncke, Marco Eberle vom KULTURlabor sowie die Künstler Marlies Behm und Lars Käker.

Die Moderation übernehmen Dr. Imke Ehlers und der Kieler Verleger Dr. Stefan Eick. In dessen Solivagus-Verlag erscheint das von Ehlers aufbereitete Katalog-Buch zur Ausstellung und Chronologie des Kirchner-Vereines.

Als besonderes Bonbon enthält es die neuen Kirchner-Gedichte der Lyrikerin Doris Runge. Sie tritt eine Woche später am Sonnabend, 22. Juli, auf Fehmarn auf. Unter dem Motto „man könnte sich ins blau verlieben“ liest sie – begleitet von Ex-Ministerpräsident und Kulturkenner Björn Engholm – eigene und fremde Gedichte.

Drittes Highlight ist der Auftritt von Feridun Zaimoglu. Der mehrfach preisgekrönte Autor liest am Freitag, 4. August, passend zum Luther-Jahr aus seinem neuen Roman „Evangelio“.

Weiterhin im Programm sind zwei Konzerte. Beim Liederabend von Schumann bis Strauß am 29. Juli wird Arnold Bezuyen am Klavier begleitet von Christian Zimmer. Am 11. August tritt die Jazz-Komponistein Ulrike Haage mit „Solo Piano“ auf. Theater gibt es am 19. August: Ivan Dentler gastiert mit dem Ein-Personen-Stück „Nipple Jesus“ von Nick Hornby.

Alle Veranstaltungen beginnen um 19.30 Uhr – bis auf den kostenlosen Workshop „Wie Kinder Ernst Ludwig Kirchner sehen“ mit Miriam Lange (1 . Juli, 15 bis 17 Uhr).

 Gerd-J. Schwennsen

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