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Ostholstein Kirchturm-Sanierung soll nur der Anfang sein
Lokales Ostholstein Kirchturm-Sanierung soll nur der Anfang sein
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20:10 28.08.2018
Süsel

„Es ist göttliche Fügung, dass die hölzerne Konstruktion des Glockenturms noch hält“, betont Pastor Matthias Hieber. Denn wie 2017 festgestellt wurde, haben die Tragbalken kaum noch Verbindung zum Mauerwerk. Mittlerweile wurden erforderliche Sanierungskosten von rund 850 000 Euro ermittelt. Da die Kirchengemeinde die Summe nicht aus eigener Kraft stemmen kann, ist der „Förderverein zur Sanierung und zum Erhalt der Sankt-Laurentius-Kirche zu Süsel“ aktiv dabei, Spenden einzusammeln. „Wir sind mittlerweile 80 Mitglieder und stoßen auf eine breite Resonanz“, sagt Michael Meininghaus, Vorsitzender des Fördervereins.

Vor einem Jahr wurden massive Schäden am Süseler Kirchturm entdeckt. Seitdem dürfen die Kirchenglocken nur sehr eingeschränkt läuten. Es wurde ein Förderverein gegründet und zudem ein Sanierungskonzept aufgestellt. Die Bundespolitik rät Süsel, die Sanierung sogar noch auszuweiten.

Auch die ostholsteinische SPD- Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin im Finanzministerium, Bettina Hagedorn, stellt fest, dass die Kirchen ein Identifikationsfaktor und ein Stück Heimat für die Menschen seien. Daher gebe es viel Unterstützung aus der Bevölkerung, wenn die Gotteshäuser in Gefahr seien. So gravierende Schäden wie in Süsel habe sie aber noch nie gesehen. Und so hatte Hagedorn auch schon vor einem Jahr versprochen, sich für die Aufnahme der im 12. Jahrhundert gebauten Kirche in das Denkmalschutzsonderprogramm des Haushaltsausschusses einzusetzen. Dies ermöglicht eine Förderung von maximal 50 Prozent der Kosten durch den Bund.

Hagedorns Parteikollege Johannes Kahrs, Haushaltspolitischer Sprecher der SPD in Berlin, geht sogar noch weiter und hält einen Antrag für eine Gesamtsanierung der Kirche für weitaus sinnvoller: „Ich finde es angebracht, gründlich zu schauen, ob nicht gleich alles gemacht werden sollte. Denn einen Nachschlag aus Berlin wird es nicht geben.“ Die Maßnahme würde dann nicht in das Sonderprogramm 2018 sondern in den Haushalt 2019 – der Ausschuss tagt im November – einfließen. „Wir können nichts versprechen, nur, dass wir uns beide stark einsetzen werden“, so Kahrs, der gestern mit Hagedorn auf Ostholstein-Tour war.

Neben dem Kirchturm könnten dann das Gebälk im Dachstuhl des Kirchenschiffs und vor allem die Fassade aus Feldsteinen und Segeberger Gips, die den Kirchbau in Süsel so besonders macht, saniert werden. „Deutlicher kann eine Ansage aus Berlin nicht sein. Alle Beteiligten müssen jetzt an einem Strang ziehen und innerhalb von gut zwei Monaten neu planen“, erklärt Pastor Hieber. Es sei in der Kürze der Zeit ein „ziemlicher Ritt, aber das sollten wir geschultert bekommen“. Bereits heute Abend ist die nächste Sitzung des Kirchengemeinderats anberaumt.

Auch Marine benötigt Geld

Der Marine-Standort Neustadt benötigt eine Frischzellenkur. Eben dies erfuhren jetzt auch die SPD-Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn und Johannes Kahrs, als sie das Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine (EAZS M) auf dem Wieksberg besuchten. Oberstabsbootsmann Dirk Mosebach teilte den LN im Anschluss mit, dass Teile der Infrastruktur dringend erneuert werden müssten. Nur so könnten Ausbildung und Einsatzvorbereitung optimal laufen. Unter anderem werde Ersatz für „die in die Jahre gekommenen Taucherschulboote Juist und Baltrum, wetterunabhängigere Versetzboote für die Ausbildung in See sowie Ersatz für die als Ausbildungsplattform genutzte ehemalige Fregatte Köln“ benötigt.

Bereits beschlossen sei, dass ab Ende dieses Jahres erste Arbeiten an der Pieranlage und der Abriss einer alten Sporthalle beginnen. Darüber hinaus seien in den kommenden Jahren eine Grundsanierung oder ein Neubau der Rettungs- und Taucherausbildungshalle sowie der Bau eines modernen Ausrüstungszentrums notwendig. Dirk Mosebach rechnet mit einem Investitionsvolumen von etwa 40 Millionen Euro.

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Markus Billhardt

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