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Ostholstein Kiter kämpfen für ihre Zukunft
Lokales Ostholstein Kiter kämpfen für ihre Zukunft
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21:23 11.04.2017
Vor allem rund um Fehmarn sind die Spots bei Kite-Profis wie Einsteigern heiß begehrt. Aber es gibt auch Konflikte mit den Naturschützern.

Entlang der Küste sind sie ein gewichtiger touristischer Faktor: Ostholsteins Kite- und Wassersportvereine starten in die neue Saison. Mit vielen Highlights: Auf Fehmarn feiert Ende Mai das Surf-Festival das 40-jährige Bestehen der Mutter aller Trendsportarten. Und im August findet am Burger Südstrand zum zweiten Mal der Kitesurf World Cup statt.

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Neue Initiative „Strandwächter“ reagiert auf drohende Verbote aus Naturschutzgründen.

Zwei Top-Events, von denen die heimischen Kite- und Surfschulen stark profitieren. „Mittlerweile ist die Sportart Kitesurfen eine olympische Disziplin geworden und zum Breitensport aufgestiegen“, so Jens Meyer von der neuen Initiative „Strandwächter“, einem Zusammenschluss von Kite- und Wassersportvereinen an Nord- und Ostsee, Wassertouristikern sowie Vertretern der Wassersport-Industrie.

Sie schlagen Alarm, beklagen „sehr viel Unwissenheit oder gefährliches Halbwissen“ übers Kitesurfen in der Öffentlichkeit. Mehr noch: Aus Naturschutzgründen drohten gar Kiteverbote. Genau diese sehen die Naturschutzverbände als gerechtfertigt. In Seevogel-Kolonien könnten „bereits ein, zwei Störungen während der Brutzeit ausreichen, damit sich eine ganze Kolonie auflöst“, so Ingo Ludwichowski (Nabu).

Ein erster Info-Brief der „Strandwächter“ hält dagegen: Sie beklagen seit zehn Jahren eine „gezielte Stigmatisierung des Kitesport“. Und kontern: Ein Kiteverbot sei nicht gerechtfertigt. Denn Vögel ließen sich durch die großen Lenkdrachen des emissionsfreien Wassersports nicht stören: „Sie sehen die Welt in anderen Farben als der Mensch.“ Dabei orientierten sie sich ausschließlich an der Reflexion des UV-Lichts: „Ein Kite wird daher lediglich als Hindernis und nicht als Fressfeind am Himmel erkannt“, verweisen die „Strandwächter“ auf eine US-Untersuchung an der Washington University School of Medicine in St. Louis.

Der Haupttenor lautet daher: „Wassersport im Einklang mit der Natur – natürlich geht das!“ So organisiere erstens die Initiative der „Surfrider Foundation“ jährlich über 1000 Strandsäuberungen. Seit 2011 beteiligen sich auch Surfer und Kiter von Fehmarn mit der Aktion „Beach CleanUP“ daran.

Zweitens: Die vom Surfen und Kiten lebenden Betriebe hätten ihre Verantwortung für die Natur erkannt und auch übernommen. Gemeinsam geben sie jährlich das kostenlose Magazin „ride“ für Surfen, Kiten und Stand-up-Paddling (SUP) heraus. Es enthält über 30 Detailkarten mit Infos über die schönsten Surfspots, aber auch die vorhandenen Naturschutzgebiete, Badezonen sowie Sperr- und Warngebiete.

Ganz konkret drittens: Die Orther Reede als beliebtes Wassersportrevier vor Fehmarn ist gleichzeitig ein wichtiges Schutzgebiet für Meeresvögel. Meyer: „Dort kam es immer wieder zu temporären Störungen durch eine zu starke Nutzung des Spots Lemkenhafen/Westerbergen.“ Um ihn zu entlasten, investierte der Fehmaraner Nico Störtenbecker im nahen Gollendorf in einen neuen Spot mit Parkplätzen, WCs und kleinem Shop.

Start der „Kids Academy“

In der Szene kennt man ihn seit mehr als anderthalb Jahrzehnten als Kitelehrer – und Wassersportler. Jetzt startet Michael Brozio in Burgtiefe in einem Teilbereich des früheren „Sailor’s Inn“ mit einer Wassersportschule, die sich vor allem an junge Teilnehmer wendet. „Kinder sind die Kitesurfer von morgen“, betonen Michael und Kirsten Brozio vor dem offiziellen Start der – nach eigenen Angaben – weltweit ersten „Kids Academy“ am Karfreitag um 10 Uhr.

Beide haben sich seit längerem darauf spezialisiert, Kinder fachgerecht sowie mit Spaß und Sicherheit an diesen Wassersport heranzuführen. Angestrebt wird eine Kooperation mit Vereinen und Schulen.

Eine Altersbegrenzung nach unten gibt es nicht, aber auch Erwachsene sind gerne gesehen. Ein erster Kids-Kursus beginnt am Ostersonnabend. 2017 sind bislang vier Camp-Termine geplant (Infos auf www.Kitesurf-Guide.de). gjs

 Gerd-J. Schwennsen

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