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Ostholstein Klärwerk: Investitionen in die Zukunft
Lokales Ostholstein Klärwerk: Investitionen in die Zukunft
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14:37 13.10.2018
Das Klärwerk Burgstaaken wird für die Zukunft fit gemacht. Vor 25 Jahren war es die modernste Anlage Europas. Quelle: FOTOS: GERD-J. SCHWENNSEN
Burgstaaken a. F.

Vor einem Vierteljahrhundert war der „Dreiklang“ von Burgstaaken die große Sensation. Auf Fehmarn eröffnete Energieminister Günther Jansen (SPD) im September 1989 das damals modernste Klärwerk Europas. Windstrom, Solarenergie und Biogas – das faszinierte jahrelang Besucher aus der ganzen Welt. Darunter waren auch prominente Gäste wie Bundespräsident Richard von Weizsäcker oder Star-Dirigent Lord Yehudi Menuhin.

Knapp 25 Jahre danach ist das Klärwerk in die Jahre gekommen. Aber es wird für die Zukunft fit gemacht. Wer auf dem Deich am Burger Binnensee entlang radelt oder wandert, sieht den Baufortschritt. Für rund zwei Millionen Euro wird das Klärwerk erweitert. Mit einer Fertigstellung rechnet Sascha Deisinger, Technischer Leiter bei den Stadtwerken Fehmarn, Mitte November.

Mehr Urlauber,mehr Abwasser

Diese Großbaumaßnahme zielt auch auf eine deutliche Kapazitätserweiterungen. Denn die Ausweitung der Vor- und Nachsaison auf der Urlaubsinsel zeigt Wirkung. Vorbei sind die Zeiten, als die Auslastung fünf Monate lang unter 50 Prozent lag. Jetzt sind es – je nach Karnevals- und Osterkalender – nur noch die Monate November und Februar oder März.

In Zahlen heißt das: Aktuell werden pro Jahr 850 000 Kubikmeter Schmutzwasser gereinigt. Dank der Erweiterung könnte, so Werkleiter Rainer Loosen, nicht nur die „Eine-Millionen-Grenze geknackt werden“, sondern sogar bis zu 1,1 Millionen Kubikmeter gereinigt werden.

Weil durch mehr Schmutzwasser auch mehr Klärschlamm anfällt, muss zudem in die Pflanzenbeetanlage investiert werden. Bislang gibt es eine Anlage für die Klärschlammverarbeitung mit drei Beeten. Auch dafür nennt Loosen nach nunmehr fünf Betriebsjahren eindrucksvolle Zahlen. 2014 fielen rund 6000 Tonnen an, 2017 schon über 9000 Tonnen – mit steigender Tendenz. Allein im ersten Halbjahr 2018 waren es bereits über 5000 Tonnen.

Seit 2014 wird der Nassschlamm in die Pflanzenbeetanlage gepumpt und verarbeitet. Als der Klärschlamm noch mit Kreide eingedickt und danach auf der Siebbandpresse mechanisch entwässert wurde, blieben 20 Prozent als Trockenmasse übrig. Jetzt liegt die Menge bei nur noch 2,25 Prozent. Das zahlt sich aus. Denn für jede Tonne, die noch nach Hamburg zur Verbrennung transportiert werden muss, fallen fast 200 Euro an Kosten an.

Teure Fahrten nach Hamburg

Pro Fahrt kann ein Lkw mit Anhänger 24 Tonnen laden. Loosen: „Wir haben seit 2014 über 300 Lkw-Fahrten nach Hamburg eingespart. Würde man sie Stoßstange an Stoßstange aufstellen, ergäbe das eine Autoschlange auf der E 47 von der Auffahrt Burg bis zur Sundbrücke.“ Damit das auch so bleibt, hat der Stadtwerke- und Hafenausschuss Fehmarn kürzlich dem Neubau eines vierten Beetes zugestimmt. Es soll 2022 in Betrieb gehen.

Und auch die Windkraft soll zurückkehren. Geplant ist der Bau einer Anlage mit 42 Meter Nabenhöhe und einer jährlichen Leistung von 30 kW. Sie würde pro Jahr rund 100 000 kW/h Windstrom produzieren und somit etwa 20 000 Euro Stromkosten im Jahr einsparen. Nach spätestens neun Jahren, so die Kalkulation von Loosen, könnte man die Investitionskosten von 206 000 Euro einspielen. Auch dafür hat der Ausschuss grünes Licht gegeben.

Gerd-J. Schwennsen

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