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Ostholstein König Stefan, „Der Bewundernswerte“
Lokales Ostholstein König Stefan, „Der Bewundernswerte“
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21:18 10.07.2018
Einer der letzten beiden vergeblichen Schüsse von Stefan Wulff: Um 22.14 Uhr hatte er es aber geschafft und den Königstitel errungen. Quelle: Fotos: Benthien
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Eutin

Aber nicht deswegen heißt der 50-jährige Angestellte jetzt Stefan, „Der Bewundernswerte“. Auch nicht, weil er Ausdauer bewiesen hat und bereits zum fünften Mal als Königsbewerber, zuletzt 2012, angetreten ist. „Stefan hat eine besondere Schwäche oder Eigenart: Er kann nicht Nein sagen. Und wenn er Ja sagt und eine Aufgabe übernimmt, dann ist das Ergebnis stets auf höchstem Niveau“, erklärte Heiko Godow, Wortführender Vorsteher der Gilde, was ihn und Vorsteher André Meyer zu dem Nökernamen (Beinamen) für den neuen König bewogen hat.

Dieser Vogel war ein zähes Biest. Lange mussten die Eutiner Schützenbrüder und viele Schaulustige am Montag auf dem Dechantshorst ausharren, bis eine neue Majestät gefunden war. Erst mit dem 169. Schuss um 22.14 Uhr holte Stefan Wulff den Rumpf herunter und sich den Königstitel.

Wichtige Ratgeber: Die Ladeschützen

Um 19 Uhr hatten Stefan Wulff und seine drei Mitbewerber Bernd Ditscher, Jörg Rogge und Werner Steinfadt den am Sonntag begonnenen Schießwettbewerb wieder aufgenommen. Zuvor waren sie vom Wortführenden Vorsteher befragt worden, ob sie „zu ihrem Wort stehen, auf den Rumpf des Großen Vogels zu schießen“. Wie beim Eheversprechen beteuerten alle vier: „Ja, ich will!“ Unterstützt und taktisch eingestellt wurde das Quartett von den Ladeschützen. Stefan Wulff hatte Jens Kruse an seiner Seite. Bernd Ditscher wurde von Dieter Schönke beraten. Jörg Rogge hatte sich die Dienste von Torsten Nagel gesichert, und Werner Steinfadt hatte Peter Möller für sich gewonnen.

Auch mehr Pulver half zunächst nichts

Ein ums andere Mal wurden die Waffen auf die Lafette gelegt, die Schützen feuerten abwechselnd auf den Rumpf. Als der Große Vogel oder eher sein Rest mit dem 55. Schuss immer noch keine Anstalten erkennen ließ, zu wackeln, wurde mehr Pulver für die Vorderlader angeordnet. „Wir brauchen mehr Wumms“, sagte Godow zu den Ladeschützen. Beim 100. Schuss um 21 Uhr prognostizierte André Meyer: „Der will!“ Von wegen. Der Rumpf blieb trotz etlicher guter Schüsse an Ort und Stelle. Unermüdlich feuerten ein sangesfreudiger Schützenschwestern-Chor mit Cheerleader-Pompons sowie Moderator und Adjudant Wolfram Reuter die Bewerber an. Mal rieselten Späne, mal fiel ein ordentliches Holzstück zu Boden, und ein Raunen ging durch die Zuschauergruppen. „Stefan, erlöse uns“, rief Reuter irgendwann, nachdem Wulff einige sehr vielversprechende Treffer gelandet hatte. Und das tat er. Nach dem 169. Schuss hatte er sich allerdings schon abgewandt und war in die Schießhalle gegangen, als der Rumpf doch noch zu Boden rauschte. Völlig überrumpelt ließ sich die neue Majestät von den ersten Gratulanten umarmen. Dazu zählte auch Holger Reinholdt, der am frühen Abend auf dieselbe Weise Kleiner König (Spaßkönig) geworden war. Auch bei ihm fiel der Rumpf des kleinen Vogels von der Stange, als er ihr schon den Rücken gekehrt und den Platz für den nächsten Schützen (es gab insgesamt zwölf Bewerber) freigemacht hatte. Allerdings hatte Reinholdt schon mit dem 74. Schuss Erfolg. „Holger, die Raupe Nimmersatt“, scherzte Wolfram Reuter, denn der 70-Jährige hatte sich vor 14 Tagen bereits den Titel des Dreiländerkönigs gesichert. Auch Großer König und Ausflugskönig ist er bereits gewesen.

Königsproklamation im Fackelschein

Die Königsproklamation unter der Vogelstange hatte einen feierlichen Rahmen: Sie wurde umrahmt von Fackelträgern der Eutiner Feuerwehren. Für Stefan Wulff hat sich am Montag ein großer Wunsch erfüllt: „Meine Frau und ich wollten das beide sehr gern. Ich habe sie vor einigen Tagen gefragt: Willst du meine Königin werden?“, erzählte er gestern. Zu seinem Erfolgstreffer und den Minuten danach sagte er: „Da gehen die Emotionen mit einem durch. Ich hatte von oben bis unten Gänsehaut. Nach einem Augenblick der Leere war da dann nur noch Freude.“

Freude und Genugtuung empfindet auch Heiko Godow: „Das Schützenfest war sensationell. Alles hat geklappt. Die vier Jahre Vorbereitung haben sich gelohnt.“

Von Ulrike Benthien

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